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Was heute beginnt, ist für Schüler in Essen kein gewöhnliches Schuljahr

22.08.2012 | 06:00 Uhr
Was heute beginnt, ist für Schüler in Essen kein gewöhnliches Schuljahr
Foto: Jakob Studnar

Essen.   Die Sommerferien sind vorbei - und für die Lehrer und Schüler in Essen beginnt kein normales Schuljahr. Der doppelte Abi-Jahrgang steht an, die Sekundarschule beschäftigt die Pädagogen und auch das Thema "Inklusion" spielt eine wichtige Rolle. Die Stadt wähnt sich gut aufgestellt. Doch es bleiben große Herausforderungen.

Gut 80.000 Schülerinnen und Schüler, darunter 4491 „I-Dötze“, werden mit dem Ferienende an den über 150 Schulen zum Unterricht erwartet. Auf sie wartet kein normales Schuljahr: Mit dem doppelten Abiturjahrgang stehen vor allem die 20 Gymnasien vor einer großen organisatorischen Aufgabe.

Am bischöflichen Schulzentrum in Stoppenberg startet Essens erste Sekundarschule mit 175 Jungen und Mädchen. Erstmals kann die Stadt allen Eltern, die für ihr behindertes Kind einen Platz an einer Regelschule beantragt haben, tatsächlich inklusiven Unterricht anbieten. Der offene Ganztag an 81 Grund- und sechs Förderschulen bietet in 313 Gruppen 7610 Kindern eine verlässliche Betreuung an, eine Quote von 40 Prozent – so viel wie noch nie in Essen. Eine positive Angespanntheit vor dem neuen Schuljahr beschreibt vielleicht am besten die Gefühlslage vor dem Start.

Arbeiten an 50 Schulen

Zum Beispiel bei Schuldezernent Peter Renzel. Die Stadt als Schulträger mit der Schulaufsicht für Grund-, Haupt- und Förderschulen sieht er für das neue Schuljahr gerüstet: Rund 2,5 Millionen Euro wurden an 50 Schulen in den Ferien verbaut. Das Schulhaus an der Beising-straße steht endlich fertig saniert für die Grundschule Nordviertel zur Verfügung, einige Restarbeiten sind für die Herbstferien terminiert. Es ist das ganz normale Ferien-Baugeschäft.

Viel stärker beschäftigt Peter Renzel der Wandel der Bildungslandschaft. Beispiel Grundschulen: Obwohl sich die Stadt in den vergangenen sechs Jahren von 22 Standorten getrennt hat, weil pro Jahrgang nur noch 4500 Kinder an die Schulen kommen, „gilt nach wie vor das Prinzip kurze Beine, kurze Wege. Wir können heute sagen, dass wir im Bereich der Primarstufe die schulischen Angebote der demografischen Entwicklung angepasst haben“, so der Dezernent. Dazu habe die Stadt ein adäquates Ganztagsangebot geschaffen: „Landesweit liegen wir im Spitzenfeld. Dennoch gehe ich davon aus, dass der Bedarf weiter steigen wird.“ Ebenso müsse inhaltlich am Ganztag gearbeitet werden, noch stärker die Förderung in den Mittelpunkt rücken.

Positiv verläuft nach Renzels Worten die Entwicklung im Bereich des inklusiven Unterrichts: 417 Jungen und Mädchen werden an den 46 Grundschulen im gemeinsamen Unterricht betreut, dazu kommen 281 Schüler in der Sekundarstufe I, beispielsweise an der Gesamtschule Bockmühle oder dem Alfred-Krupp-Gymnasium. „Das Thema Inklusion bleibt eine Baustelle, da brauchen wir einen langen Atem. Hier wird die Nachfrage steigen.“ Das Land will nun Vorreiterschulen verstärkt unterstützen: „Wir werden das für Essen prüfen.“

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