Was Essener vom neuen Fahrplan der Evag halten

Gerade die Umbenennung der Linie 106 verwirrt viele Fahrgäste an der Haltestelle Helenenstraße.
Gerade die Umbenennung der Linie 106 verwirrt viele Fahrgäste an der Haltestelle Helenenstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der neue Fahrplan der Evag verwirrt viele betroffene Kunden. Einige ärgern sich über Nachteile. Das Essener Verkehrsunternehmen berichtet auch von Lob.

Essen.. Die Reaktionen auf die am Sonntag vollzogenen Fahrplanumstellungen der Evag sind gemischt: Einige Fahrgäste sind genervt oder verwirrt, andere reagieren gleichgültig.

Melanie Genueit (34) ist direkt betroffen. Sie steht mit ihrem kleinem Sohn an der Haltestelle und fragt sich, welche Bahn sie nun nach Hause nehmen muss – die 101 oder die 106. „Ich bin ein bisschen verwirrt. Warte mal, ich gucke noch mal auf den Plan“, sagt sie zu ihrem Sohn. „Die Umstellung nervt ein bisschen, weil man seinen Tagesablauf jetzt ändern muss“, erklärt die 34-Jährige. Seit der Fahrplanänderung habe sie morgens keine Zeit mehr, ihren Sohn zur Kita zu bringen. „Außerdem verstehe ich nicht, dass die Evag einer Linie zwei verschiedene Nummern gibt.“ Das hat der Betrieb eigentlich gemacht, damit die Fahrgäste gleich beim Einsteigen erkennen, in welche Richtung sie fahren (siehe unten). „Wahrscheinlich wird sich das auch in zwei Wochen alles einstellen, aber gerade hat die Evag uns alle eher verwirrt als geholfen“, findet Herbert Feldmann (62).

Einige Pendler nehmen es gelassen, andere sind verärgert

Arzthelferin Mandy Lange (17) ist zwar betroffen, bleibt aber gelassen: „Es ist zwar nervig – ich müsste jetzt beispielsweise eine halbe Stunde auf meinen Bus warten –, aber es gibt auch bestimmt Bahnen, die ich alternativ nehmen kann.“ Ihre Freundin Janna Wand (17) sieht es ähnlich: „Da ich nur vier Haltestellen zur Schule fahre und da die Bahnen vorher auch nie pünktlich kamen, ist mir die Umstellung relativ egal.“

Stephan Reiß (32) dagegen muss jeden Tag zur Frühschicht – und die neuen Wartezeiten auf seinen Anschluss am Berliner Platz verärgern ihn gewaltig: „Das kostet mich viel Zeit.“ Außerdem hätte er sich mehr Informationen von der Evag zur Umstellung gewünscht.

Evag sieht die Fahrplanumstellung als Erfolg

Die Evag dagegen sieht die Umstellung als Erfolg. Zwar gab es anfangs ein Problem mit den elektronischen Anzeigen an den Haltestellen, das konnte aber behoben werden, sagt Sprecher Olaf Frei: „Für unsere Lautsprecheransagen vom Info-Platz am Hauptbahnhof wurden wir gelobt. Wir haben erklärt, wo genau welche Bahn einfährt und in welche Richtung.“

Nahverkehr Gut angekommen sei bei den Fahrgästen auch der Einsatz der Service-Mitarbeiter am Bahnhof und an der Helenenstraße. Zwischen 6.30 und 19 Uhr standen die Mitarbeiter an der Helenenstraße – im Zweierteam nebeneinander. Eine Verteilung auf mehrere Haltestellen hätten befragte Fahrgäste noch sinnvoller gefunden.

Wichtige Fahrplanänderungen der Evag im Überblick:

  • Die Ringlinie fährt als Linie 101 im Uhrzeigersinn von Borbeck über die Helenenstraße, den Hauptbahnhof und Rüttenscheid zurück zur Helenenstraße. Als 106 fährt sie diese Strecke gegen den Uhrzeigersinn.
  • Die Buslinie 147 fährt nicht mehr nach Haarzopf und Frohnhausen. Zwischen Berliner Platz und Haarzopf übernimmt die Linie 145 und wird ergänzt durch die Linie 196. Neu ist die Buslinie 130 zwischen Essen und Mülheim.
  • Die neue Linie 108 rollt von Bredeney über den Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Altenessen auf dem Weg der Linie 107.
  • Die „Kulturlinie“ 107 fährt nicht mehr bis nach Bredeney, sondern nur noch zwischen Hauptbahnhof und Katernberg. Von dort geht es im 20-Minuten-Takt weiter bis nach Gelsenkirchen.