Was aus Hertie werden könnte
13.08.2009 | 18:09 Uhr 2009-08-13T18:09:00+0200
Essen. Pläne für eine neue Nutzung der vier Essener Hertie-Häuser werden konkreter.
Essen. Am kommenden Samstag schließt Hertie auf der Steeler Hansastraße – damit ist das Kapitel Hertie in Essen endgültig beendet. Am vergangenen Samstag schloss Hertie Rüttenscheid, bereits im Februar machten die Filialen in Borbeck und Altenessen dicht.
„Es gibt viele Kauf-Interessenten”, sagt Christoph Meyer, Abteilungsleiter bei der Berliner „BMP Paribas”. Die Immobilienfirma, Tochter einer französischen Bank, ist mit der Vermarktung der Hertie-Häuser beauftragt. Am konkretesten gediehen seien die Pläne für Altenessen. Dort war Hertie im Einkaufszentrum untergebracht. Meyer: „Mehr kann ich aber nicht sagen.” In Borbeck gebe es konkrete „Interessenten aus dem Lebensmittel-Bereich”. Einzig die Filiale in Steele werde derzeit nicht zum Kauf angeboten – das Objekt sei Teil eines Erbpachtvertrags, der im kommenden Jahr auslaufe, die Besitzverhältnisse würden erst dann neu geordnet.
Steele derzeit nicht zum Verkauf
In Rüttenscheid gebe es derzeit fünf Interessenten. Zwar punkte das Objekt mit seiner Lage am Stern, aber: „Es sind auch Büros und Wohnungen im Haus. Das macht die Vermarktung nicht einfach.” Gute Chancen, das Rüttenscheider Haus kaufen zu können, rechnen sich die beiden Essener Immobiliengesellschaften Portalis und Tirier aus.
Josef Königsberg, Generalbevollmächtiger der Portalis Asset Management GmbH, gegenüber der WAZ: „Wir haben ein konkretes Angebot abgegeben. Der Kaufvertrag könnte schon nächste Woche abgeschlossen werden.” Gemeinsam mit der Partner-Gesellschaft will er an der Ecke Rüttenscheider-, Zweigertstraße ein Einkaufszentrum verwirklichen, „das es in dieser Form noch nicht gibt”. Es unterscheide sich auch deutlich vom Limbecker Platz.
Königsberg, der seit 45 Jahren vom Essener Firmensitz aus nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen, Österreich und der Schweiz tätig ist, ist u.a. spezialisiert auf den Kauf, Verkauf und auch Vermittlung von Einkaufszentren. Über seine Rüttenscheider Pläne sagt er: „Wir wollen in bester städtebaulicher Lage ein innovatives Projekt verwirklichen.” Das Hertie-Grundstück ist 4400 Quadratmeter groß, die bisherige Verkaufsfläche beträgt 6700 Quadratmeter. Auf weiteren 3200 Quadratmetern befinden sich Wohnungen und Büros, hier soll es aber keine Kündi-gungen geben. Die Folgenutzung der drei ehemaligen Hertie-Verkaufsebenen stellt er sich so vor: „Wir hoffen auf insgesamt rund 120 Mieter, es gibt schon Interessenten. Auf der ersten Etage wollen wir Lebensmittelgeschäfte, Bä-ckereien, Fleischereien, Delikatessläden und Gastronomie ansiedeln. Für das Erdgeschoss planen wir rund 75 offene Geschäfte aller Branchen ein.” Besonderer Clou könnte das Untergeschoss werden: „Hier möchten wir einen Dauer-Frische-Wochenmarkt an sechs Tagen etablieren. So etwas gibt es in Essen ja noch nicht.” Eine Idee, die in Nachbarschaft zum Rüttenscheider Wochenmarkt nicht ohne Brisanz ist. Sie erinnert daran, dass vor vielen Jahren auch der Wochenmarkt in die Tiefebene verlagert werden sollte. Weil keine großen Umbauarbeiten erforderlich seien, glaubt Königsberg an eine Fertigstellung bis Ende des Jahres.
11:59
@#5 nicht der Oberbürgermeister war schuld, sondern wie auch bei Karstadt das unfreundliche Personal! Ich jedenfalls weine der Schließung keine Träne nach. Da war Woolworth ja noch besser. Hertie war doch ein Ramsch-Laden.
15:00
die Kommentare sind doch langweilig: Was hier passiert, ist Marktwirtschaft. Offensichtlich mal ein Immobilienbesitzer, der es versteht, mit seinem Kapital vernünftig zu wirtschaften. Hertu nhat offensichtlich sein Geschäft nicht gut genug betrieben (sonst hätte es auch höhere Mieten zahlen können).
12:54
@ruhry
was haben die Buden und Spielhallen am Grendplatz, die sicher nicht erst seit gestern da stehen, mit der am Samstag schließenden Hertie-Filiale zu tun?
und was wäre der Mehrwert einer Insolvenz unter dem Dach von Karstadt/Arcandor? Blühende Landschaften gibt es an der Theodor-Althoff-Str. auch nicht.
12:47
Das Rüttenscheider Konzept klingt vielversprechend, vor allem der Indoor-Markt. Die Idee hat ja schon das Giradethaus ganz groß raus gebracht ... ;-)
Aber die Umwandlung in ein Stadtteil-Einkaufszentrum könnte wirklich den Erfolg bringen: da reiht nicht eine Warenhausplanung stur Abteilungen aneinander, die irgendwie leidlich laufen müssen, da muss jeder Mieter sehen, wie er seine Kosten rein kriegt. Und dann sieht man ja, ob Kurzwaren an der Rü kostendeckend verkauft werden können ...
12:44
Wahrscheinlich stehen die 1-EURO-Ramschbuden oder Spielhallen (wie am Grendplatz) für die Filiale Steele schon parat um die Einzelhandelslandschaft in diesem Stadtteil noch weiter zu zerstören.
Schönen Dank Karstadt, schönen Dank Herr Middelhoff.
12:20
Für Rüttenscheid kann die Pleite von Hertie nur ein Gewinn sein.
In den letzten Jahren war da doch überhaupt nichts mehr los und vor allem im Untergeschoss war vom Glanz alter Zeiten, längst nichts mehr zu sehen.
Hoffentlich ist der Oma-Laden (nichts gegen Senioren) bald modernisiert und ein neues Konzept erweckt das Gebäude wieder zum Leben.
Helfen würde auch eine bessere Anbindung an das Parkhaus und kostenloses Parken für Kunden.
00:41
Was hätte Reiniger denn tun sollen?
Die Hertie-Pleitegeier mit nicht vorhandener Stadtknete aufkaufen?
00:14
Schön, dass unser CDU-Oberbürgermeister ja angeblich keine Zeit hatte, als es um die Zukunft der Herti-Häuser ging. Wir wissen nun sehr wohl, wen wir wählen werden: Bestimmt NICHT seinen Wunschkandidaten Herrn Britz.
22:46
Nun, ECE ist im Hinblick auf Einkaufscenter nicht gerade ein Anfänger - man kann davon ausgehen, dass man dort nicht an einem dauerhaften Leerstand in Altenessen interessiert ist.
Eine neue Nutzung wird sich da schon finden ...
22:39
den -> denn