Warum Verdi im Krupp-Krankenhaus abgestraft wurde

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Was wir bereits wissen
Das Management der Alfried-Krupp-Klinik in Essen-Rüttenscheid muss ein Interesse an guten Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter haben – zugleich steht es aber unter wirtschaftlichem Druck. Warum der neue Betriebsrat an dieser Stelle nicht auf Kuschelkurs zur Geschäftsführung gehen darf. Ein Kommentar.

Essen.. Die Alfried-Krupp-Klinik in Essen-Rüttenscheid hat einen guten Ruf zu verlieren. Insofern sollte das Management Interesse haben, den Mitarbeitern gute Bedingungen zu bieten, sodass sie ihre Arbeit mit hoher Qualität erledigen können und zum Beispiel nicht übermüdet am OP-Tisch stehen.

Aber die Klinik steht auch unter wirtschaftlichem Druck. An diesem Punkt tritt oft ein Interessenkonflikt auf, bei dem der Betriebsrat ein Gegengewicht bieten muss. Das alte, stark von Verdi beeinflusste Gremium, wollte sicher mit besten Absichten die Interessen der Kollegen vertreten. Den Konsens, den es am Ende braucht, hat es dabei wohl zu oft aus dem Auge verloren.

Die Devise für den neuen Betriebsrat darf aber nicht lauten, nun auf Kuschelkurs mit der Geschäftsführung zu gehen. Denn das meinten die Mitarbeiter mit der Wahl vermutlich nicht.