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Warum nicht jedes verlassene Wildtier Hilfe benötigt

16.06.2013 | 18:24 Uhr
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Warum nicht jedes verlassene Wildtier Hilfe benötigt
Neugeborene Rehkitze werden regelmäßig für kurze Zeit von der Mutter allein gelassen. Das ist kein Grund, sie einzusammeln.Foto: Burkhard Spanke

Essen.  Fast täglich bringen Bürger junge Wildtiere ins Tierheim nach Essen. Der Deutsche Tierschutzbund weist jedoch darauf hin, dass tierischer Nachwuchs nur selten die Hilfe des Menschen benötigt. Wer ein Wildtier findet, sollte es erst genau beobachten - und im Zweifelsfall Experten hinzurufen.

Derzeit werden fast täglich Jungtiere, meist Vögel, ins Tierheim gebracht, die entweder aus dem Nest gefallen sind oder nach ihren ersten gescheiterten Flugversuchen am Boden gelandet sind. Diese Tiere werden dann aufgehoben und an die Grillostraße gebracht. „Aber Wildtiere gehören nicht in Menschenhand, es sei denn, sie sind verletzt“, erklären die Tierheim-Mitarbeiter.

Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass tierischer Nachwuchs nur selten die Hilfe des Menschen benötigt. Darum bitten die Mitarbeiter des Essener Tierheims: In Zweifelsfällen sollte fachkundiger Rat eingeholt werden, denn eine unnötige Aufnahme schadet dem Tier. Wer ein Jungtier findet, sollte es zunächst mit Abstand beobachten. In der Regel finden das Junge und Mutter wieder zueinander.

Vögel stören sich nicht am menschlichen Geruch

Die meisten jungen Fundtiere benötigen keine Hilfe, sondern sind in der Natur besser aufgehoben. Nackte Jungvögel , die aus dem Nest gefallen sind, sollten aber zurückgesetzt werden. Gefiederte Jungvögel, die noch nicht fliegen können, können vorsichtig an einen sicheren Ort gebracht werden (z.B. Gebüsch abseits der Straße). Der Vogel soll aber in direkter Nähe zum Fundort bleiben. Vögel stören sich nicht am menschlichen Geruch, so dass Jungtiere nach dem Umsetzen von Alttieren versorgt werden.

Auch bei den meisten Säugetieren stellt der menschliche Geruch keinen Grund für die Elterntiere dar, die Jungtiere nicht weiter zu versorgen – Rehkitze oder Hasen, die besonders oft eingesammelt werden, können auch nach bis zu 48 Stunden nach Aufnahme zurückgebracht werden. Finder sollten Rat etwa beim Tierschutzverein holen.

Experten gefragt

Ist ein Jungtier aber eindeutig nicht fähig – auch nicht durch Zufütterung vor Ort – allein zu überleben, ist rasche Hilfe notwendig und richtig. Allerdings sollten sich keinesfalls Laien daran versuchen, ein Jungtier zu päppeln oder ein offensichtlich krankes Tier zu behalten. Kontakt zum Tierschutzverein: Tel: 0201-32 62 62

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