Warum die Aussichten für Hotels in Essen gut sind

Was wir bereits wissen
Eine Studie sagt für Essen steigende Übernachtungszahlen voraus. Investoren haben dies erkannt. Es entstehen mehrere neue Hotels in der Stadt.

Essen.. Die Ecke Hachestraße/Hindenburgstraße ist bislang noch keine einladende Adresse in Essen. Die Brachfläche hinter dem Bahndamm auf der einen Seite und auf der anderen das seit Jahren leerstehende ehemalige Gebäude der Genobank bieten einen wenig erbaulichen Anblick.

Doch das könnte sich nun ändern. Die Bonner „Ghotel GmbH“ wird direkt an der Kreuzung ihr neues „Ghotel Hotel & Living“ bauen, eine moderne Design-Herberge mit 174 Zimmern. Der Vertrag mit dem bisherigen Flächeneigentümer Aurelis ist geschlossen. Noch im Juli werden die Bauarbeiten starten.

Hotel Das Ghotel Hotel & Living ist derzeit jedoch nicht das einzige neue Hotel, das in naher Zukunft in Essen entsteht. Seit mit dem Kulturhauptstadtjahr die Übernachtungszahlen jährlich zunehmen, hat Essen das Interesse der Investoren geweckt. Mit 1,4 Millionen Übernachtungen lag Essen im vergangenen Jahr im NRW-Vergleich auf Platz 4. Eine neue Studie zum „NRW Hotelmarkt“ sagt zudem voraus, dass die Zahl weiter moderat zunehmen wird. Dem Essener Hotelmarkt bescheinigen die Autoren von der Schollen Hotelentwicklung GmbH aus Wuppertal somit noch „gewisses Potenzial“. An Investoren gerichtet sprechen sie die Note „Empfehlenswert“ aus.

Essens Tourismus hat noch Luft nach oben

Mit Ausnahme der Fünf-Sterne-Kategorie, die sich im Ruhrgebiet grundsätzlich schwer tue, bestünden besonders für Hotelketten in allen anderen Segmenten noch gute Aussichten. Der Essener Hotelmarkt ist anders als in mancher Nachbarstadt noch fast zur Hälfte in der Hand von Privat-Hoteliers. Die Wettbewerbssituation sei also noch vergleichsweise entspannt, so die Einschätzung der Studie.

Derzeit liegt die durchschnittliche Bettenauslastung in Essen bei 42,3 Prozent. Auch wenn es demnächst deutlich mehr Betten in der Stadt gibt, glaubt die Schollen Hotelentwicklung nicht, dass die Auslastung dadurch sinken wird. Die wachsenden Übernachtungszahlen sollten dies wettmachen.

Gerade bei der „Tourismusintensität“ hat Essen noch Luft nach oben. Denn setzt man die Übernachtungen in Relation zur Einwohnerzahl, dann kommt Essen gerade einmal auf 2472 Übernachtungen pro 1000 Einwohner. Der Mittelwert in den untersuchten Städten liegt mit 2824 darüber. Spitzenreiter ist Düsseldorf. Die Landeshauptstadt bringt es auf einen Wert von 7500, Schlusslicht Duisburg nur auf 943 Übernachtungen pro 1000 Einwohner.

Der Boom der Rheinschiene wirkt sich dabei offenbar auch positiv auf Essen aus. Gerade Geschäftsreisende weichen mittlerweile gerne zum Übernachten von Düsseldorf nach Essen aus, wo die Preise noch vergleichsweise moderat sind. Auch für das Unternehmen „GHotel“ waren vor allem die „optimale Lage in der Metropolregion Rhein-Ruhr und die Nähe zu zahlreichen anderen großen Städten im Rheinland, wie Köln, Düsseldorf, Bonn“, entscheidend dafür, ein Hotel in Essen zu bauen.