Warum der Essener Büromarkt 2014 an Schwung verloren hat

Die künftige Zentrale von DB Schenker in der Kruppstraße nimmt Gestalt an.
Die künftige Zentrale von DB Schenker in der Kruppstraße nimmt Gestalt an.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Büroflächen waren 2014 weniger gefragt. Es gab keinen einzigen Großabschluss. 2015 sind die Aussichten besser, da mehrere Unternehmen in Essen nach neuen Standorten suchen.

Essen.. Dem Büromarkt in Essen ist im vergangenen Jahr der Schwung ausgegangen. Der Flächenumsatz, der die Nachfrage nach Büros widerspiegelt und somit die Dynamik eines Wirtschaftsstandortes anzeigt, sank um rund 20 Prozent auf 101.000 Quadratmeter.

Essen blieb damit auch hinter dem langjährigen Durchschnitt von etwa 113.000 Quadratmetern zurück. Der Hauptgrund: Es gab 2014 keine einzige Großvermietung über 10.000 Quadratmeter. Im Jahr 2013 dagegen hatten noch vier Großabschlüsse für Aufsehen gesorgt: die drei neuen Bürogebäude im Thyssen- Krupp-Quartier mit insgesamt 30 100 Quadratmetern sowie die neue DB-Schenker-Zentrale an der Kruppstraße mit 18.700 Quadratmeter.

„Von Enttäuschung kann jedoch keine Rede sein“, sagte Claudia Peters, Sprecherin der Wirtschaftsförderung Essen. Mit 101.000 Quadratmetern Flächenumsatz stehe Essen immer noch deutlich besser da, als die Städte im Umfeld. Schon im kommenden Jahr rechnet die Wirtschaftsförderung wieder mit einer deutlichen Steigerung der Nachfrage.

Laut Claudia Peters gebe es mehrere Anfragen von Unternehmen, die sich in Essen ansiedeln oder innerhalb der Stadt umziehen wollen. Addiert ergäben allein diese Anfragen einen Bedarf von 50.000 Quadratmetern Bürofläche. Nur: „Die Entscheidungsfindung dauert bei einem Unternehmen, das die Stadt wechseln möchte, in der Regel viel länger“, sagte sie. Namen, wer sich für den Standort Essen interessiert, nannte sie indes nicht. Vergangenes Jahr war unter anderem bekannt geworden, dass der Telekommunikationsanbieter Phonehouse wohl von Münster nach Essen ziehen will.

Stadtplanung Wenige moderne Büros

Beim Flächenumsatz werden alle Büro-Neuvermietungen zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung addiert. Unter die Neu-Vermietungen fallen auch solche Flächen, die Firmen für sich selbst bauen lassen. Die größten Büro-Abschlüsse im vergangenen Jahr waren der geplante Umzug der Erdgastransportgesellschaft Open-Grid in den Bamlerpark, der des Inkasso-Dienstleisters GFKL ins Europacenter sowie die Neuanmietung einer Fläche in der Huyssenallee durch die Mercator-Stiftung.

Derzeit sind in der Stadt 30.000 Quadratmeter neue Büroflächen im Bau. Das hört sich jedoch nur im ersten Moment viel an, denn fast 28.000 Quadratmeter werden gar nicht auf den Markt kommen, weil sie bereits vorvermietet sind. Laut Claudia Peters verschärft sich in Essen das Problem, dass es zu wenige moderne Büros gibt. Auf der anderen Seite lassen sich in Essen aber auch nur schlecht, hohe Mietpreise durchsetzen, so dass Investoren das Risiko scheuen, neue Büroflächen auf Vorrat zu bauen.