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Asylbewerber

„Warum ausgerechnet bei uns?“

16.11.2012 | 18:43 Uhr
Enormer Andrang herrschte bei der Bürgerversammlung zum Thema Asylbewerberheim in Kupferdreh.Foto: Herbert Höltgen

Essen.  Im kleinen Dilldorf im Essener Stadtteil Kupferdreh ist der Dorffrieden bedroht, seitdem die Stadt hier ein Asylheim öffnen möchte. Rund 200 Gäste ließen sich auf einer Bürgerversammling von Sozialdezernent Peter Renzel die Pläne erklären. Manche sind beruhigt, andere sagen: hier nicht!

Der ehemalige Gemeindesaal Marienheim in Kupferdreh-Dilldorf ist zum Bersten voll: Geschätzte 200 Bürger und Anwohner drängeln sich, um sich von Sozialdezernent Peter Renzel erklären zu lassen, warum ausgerechnet in ihrem kleinen „Dorf“ eine Asyl-Unterkunft für 80 Menschen aus Serbien und Mazedonien eröffnet wird.

„Ich habe schon Vorurteile gegenüber den Roma, man hört ja viel Schlechtes“, bekennt die Dilldorferin Christel Gehrmann, „aber ich weiß auch, dass die nur abgebaut werden können, indem man die Menschen kennenlernt."

Die Rentnerin wohnt mit ihrem Mann direkt gegenüber der ehemaligen Grundschule an der Oslenderstraße, die jetzt für 120.000 Euro zu einer Notunterkunft für Asyl-Bewerber umgebaut werden soll. Dass die Stadt keine andere Wahl hatte, um die steigende Anzahl der Asylsuchenden aus der Volksgruppe der Roma unterzubringen, verdeutlicht Peter Renzel mit jeder Menge Zahlen, Daten und Fakten.

Fest steht: Essen ist, wie alle anderen Kommunen in Deutschland, gesetzlich verpflichtet, die Menschen unterzubringen. „Das wollen wir auch tun - und zwar unter menschenwürdigen Bedingungen“, sagt Renzel mit Anspielung auf die erste „unzumutbare“ Notunterkunft in einer Turnhalle in Bedingrade.

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Wie aus dem nichts tauchten Sie für einige Anwohner wohl in der schon stillgelegten Landesstelle in Unna-Massen auf, die Flüchtlinge. Wir haben die Anwohner nach Ihrer Meinung gefragt.

Ruhig und besonnen steuert der 50-Jährige die Diskussion, verliert selbst bei heftigeren Wortbeiträgen nicht die Ruhe. „Ich bitte um Respekt und Toleranz gegenüber jedem Redner“, sagt er anfangs, und tatsächlich gestaltet sich die Veranstaltung trotz unterschiedlicher Positionen recht friedlich.

Kommentare
28.11.2012
17:02
Aufstand der Gartenzwerge
von PeterBakunin | #16

Welch furchtbare Katastrophe droht Spießers bürgerliches Wohlbefinden zu beeinträchtigen. 80 hilfesuchende Menschen sollen in einem unbewohnten...
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7300607
„Warum ausgerechnet bei uns?“
„Warum ausgerechnet bei uns?“
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/warum-ausgerechnet-bei-uns-id7300607.html
2012-11-16 18:43
Kupferdreh, Essen, Asylbewerberheim, Flüchtlinge, Asylbewerber, Serbien, Mazedonien, Roma
Essen