Warten auf das Schau-Depot

Die Vergangenheit braucht Platz. Als Gedächtnis einer ganzen Region kommen dem Ruhr Museum immer wieder neue Sammlungen zu, von der großen Foto- bis zur Naturkundesammlung. Um diese Schätze zugänglich zu machen, plant das Ruhr Museum auf dem Gelände der Kokerei Zollverein ein Zentral- und Schau-Depot. „Der Ort wäre grandios“, sagt Theo Grütter, der nicht nur aus kulturhistorischer Sicht Handlungsbedarf sieht. Teile der Sammlungen sind bis heute an diversen Orten der Stadt verstreut, unter konservatorisch teils bedenklichen Voraussetzungen. Ähnliches gilt auch für die private Schausteller-Sammlung Erich Knockes, die ebenfalls auf Zollverein ein Museum bekommen soll. Die mit jeweils drei Millionen Euro kalkulierten Projekte könnten im Wesentlichen aus dem Welterbestätten-Programm des Bundes getragen werden. Der städtische Eigenanteil beliefe sich auf 300 000 Euro. In der Politik gab es zuletzt viel Beifall für die Pläne. Bei der Stadt als Eigentümerin der Sammlungen sieht man noch Abstimmungsbedarf, nicht nur, was die Frage der Betriebskosten angeht. Auch die Absprachen mit den Knocke-Erben seien noch nicht abgeschlossen. Der Antrag ans Ministerium liegt nach Angaben von Kulturdezernent Andreas Bomheuer derzeit auf Eis, soll 2015 aber auf den Weg gebracht werden.