Warme Decken für Ost-Ungarn

Steele.  . Ein LKW steht vor der Friedenskirche in Steele. Er wird beladen mit Decken, Kissen, Laken – mit allem, was man braucht, um Schlafstellen einzurichten. Genau dieser LKW wird sich schon bald auf den Weg machen in den Osten von Ungarn, wo in diesen Tagen tausende Flüchtlinge aus der Ukraine eintreffen. Genau ihnen will die Evangelische Kirchengemeinde Königssteele helfen.

Die Menschen der Ukraine fliehen vor den kriegsähnlichen Zuständen in ihrer Heimat – aus Angst, Opfer des Terrors zu werden, der zurzeit in ihrem Land umgeht. Den Flüchtlingen, die in einem der behelfsmäßigen Lager in Ungarn ankommen, fehlt es zunächst an allem, auch an scheinbar selbstverständlichen Dingen – wie zum Beispiel Bettwäsche.

Kontakt über Rumänienhilfe

Genau hier will die Kirchengemeinde Hilfe leisten. Bereits seit Beginn des Monats steht immer samstags ein Laster auf dem Parkplatz vor der Friedenskirche bereit. „Der Kontakt nach Ostungarn ist durch die rumänische Partnergemeinde mit unserer Gemeinde entstanden, im Rahmen der sogenannten Rumänienhilfe“, erklärt Presbyterin Erika Schulte.

Von der Partnergemeinde kam kurz vor Weihnachten der Hilferuf: „Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass die Lager in Ostungarn vollkommen überfordert sind mit dem Zustrom an Flüchtlingen.“ Keine Frage, dass die engagierten Gemeindemitglieder sofort helfen wollten und innerhalb kürzester Zeit eine Sammelaktion ins Leben riefen.

Der Zuspruch ist riesig. „Es kommen Menschen aus der ganzen Stadt und geben Bettwäsche ab“, weiß Erika Schulte. Viele kämen spontan vorbei. Auch ein Ehepaar, dass die Laken zum Auslegen des Bodens bei Malerarbeiten verwenden wollte. „Als sie von unserer Aktion hörten, kamen gaben sie die Bettwäsche ab – und kauften Plastikfolie zum Anstreichen.“

Der Strom der Hilfe reißt nicht ab: Auch komplette Kinderbetten wurden schon verladen. Doch in erster Linie bringen die Leute Bettlaken, Kissen, Steppdecken und Bezüge, „eben alles, was so dringend benötigt wird.“ Und das ist auch gut so: Erika Schulte: „Im Grunde fehlt es natürlich an allem, wir kenne alle die schrecklichen Bilder aus dem Fernsehen“. Doch wahrscheinlich sei es besser, sich auf eine Sache zu konzentrieren. „Das ist sinnvoller, als von jedem ein bisschen zu sammeln“, glaubt Erika Schulte.

Spenden kommen sicher an

Die Spenderinnen und Spender freut‘s. Bei manchen hat die alte Bettwäsche seit Jahren unbenutzt im Keller gelegen. Sie nun gewissermaßen für den guten Zweck loszuwerden, ist ein doppelt schönes Gefühl. Zumal jede Decke, jedes Kissen, jedes Laken garantiert vor Ort ankommt: „Im Februar wird der LKW ehrenamtlich von Gemeindemitgliedern nach Ungarn gefahren. So können wir sicher sein, dass auch alles wirklich dort landet, wo es gebraucht wird.“