Waldbrandgefahr - Forstbetrieb gibt vorerst keine Entwarnung

Trockenes Holz ist eine Gefahrenquelle. Seit Pfingststurm „Ela“ liegt davon besonders viel herum.
Trockenes Holz ist eine Gefahrenquelle. Seit Pfingststurm „Ela“ liegt davon besonders viel herum.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Regionale Forstbetrieb gibt für Essens Wälder vorerst keine Entwarnung. Denn die Temperaturen steigen wieder. Jäger sind als Brandwachen unterwegs.

Essen.. Die Regenfront, die laut Wetterbericht heute über Essen hinwegziehen wird, beschert auch der Natur eine Atempause. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen aber wieder stiegen. Und damit steigt auch die Waldbrandgefahr.

Nein, Entwarnung mag Reinhart Hassel, Förster beim Regional Forstbetrieb Ruhr Grün, nicht geben. Zwar wachsen in Essen nur wenige Nadelgehölze, auch ist der Boden alles andere als sandig, was die Brandgefahr noch erhöhen würde. Doch in den Wäldern liegen viele abgebrochene und ausgetrocknete Äste, die leicht Feuer fangen könnten. Es sind die Hinterlassenschaften von Pfingststurm „Ela“, der im vergangenen Jahr über Essen hinweggebraust ist. Die hohe Waldbrandgefahr ist eine Spätfolge dieser Naturgewalt.

So galt am vergangenen Wochenende bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke auch in Essen die Waldbrandgefahrenstufe 4. Es ist die zweithöchste Warnstufe, die Stufe 5 wurde in Nordrhein-Westfalen noch nie ausgerufen. „Eine achtlos weggeworfene Zigarette kann schnell einen Brand auslösen“, warnt Reinhart Hassel.

Gefahr auch auf Wiesen, Weiden, Feldern

Diese Gefahr besteht nicht nur in den Wäldern, sondern mehr noch auf Wiesen, Weiden und Getreidefeldern. Während Waldböden die Feuchtigkeit nach einem Schauer länger speichern, trocknen Freiflächen durch intensive Sonnenbestrahlung viel schneller aus, was laut Hassel übrigens auch für ehemals industriell genutzte Brachflächen gilt, denn deren Böden seien besonders trocken. Folglich galt in den vergangenen Tagen ebenfalls für Freiflächen in Essen die zweithöchste Gefahrenstufe.

Reinhart Hassel ruft zum umsichtigen Umgang mit möglichen Gefahrenquellen auf, insbesondere beim Grillen unter freiem Himmel. Hier heißt es: zum Waldrand einen ausreichenden Sicherheitsabstand halten.

In den Wäldern ist das Grillen übrigens das ganze Jahr über streng verboten. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro. Das Rauchen ist im Wald von März bis Oktober untersagt. Wer sich erwischen lässt, wird mit 75 Euro zur Kasse gebeten.

Waldbrandstreifen sind unterwegs

Waldbrandstreifen achten darauf, dass diese Verbote eingehalten werden. Der städtische Eigenbetrieb Grün & Gruga wird dabei von der Kreisjägerschaft personell unterstützt. Besonders die Waldabschnitte in Stadtwald, Bredeney, Kettwig und Heisingen stehen laut Kreisjägerschaft unter Beobachtung. Die Jäger halten bei ihren Reviergängen Ausschau nach illegalen Feuerstellen und appellieren an Spaziergänger, die Brandgefahr nicht zu unterschätzen. Die Brandwachen nehmen allerdings keine hoheitlichen Aufgaben wahr, sie dürfen also selbst keine Bußgelder verhängen.

Nichtsdestotrotz ist die Unterstützung laut Reinhart Hassel willkommen, unterhält dieser doch in Essen keinen Wachturm zur Brandüberwachung. Der Bau eines Aussichtsturms war vor Jahren unweit der Heimlichen Liebe im Stadtwald geplant. In der Nachbarschaft stieß das Vorhaben jedoch auf wenig Gegenliebe. Letztlich scheiterte das Projekt am Geld.