Vorwurf: Sportverband über Jahre untätig

Kettwiger Sportverband. Ich bin sehr erstaunt über die Angaben des Vorstandes vom Kettwiger Sportverband. Hier entsteht der Eindruck, dass die Kettwiger Sportvereine das große Hindernis gegen die Auflösung des Dachverbandes seien. Dazu muss man die Historie, die zur Auflösung des Verbandes führen sollte, etwas näher kennen. Nicht das Desinteresse der Mitglieder-Vereine hat dazu geführt, dass der Verband nicht mehr gewollt war, sondern vielmehr seine über Jahre anhaltenden Untätigkeit. In vielen Sitzungen, wo ich als Vereinsvertreter anwesend war, wurden immer wieder gute Vorschläge von den Vereinen für verschiedene Aktivitäten gemacht, die jedoch vom Vorstand nicht umgesetzt wurden. Man muss aber hier deutlich machen, dass der Verband in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet hat, in einer anderen Vorstandskonstellation.

Vorschläge nicht umgesetzt

In den letzten Jahren allerdings befasste er sich hauptsächlich mit der Verwaltung der Hallen unter dem Schwimmbad. Diese Aufgabe meistert mittlerweile der Kettwiger Sportverein 70/86 sehr gut. Die Hallenverwaltung kann aber nicht die Hauptaufgabe eines Verbandes sein, deshalb sahen die Mitglieder die Sinnhaftigkeit des Verbandes als nicht mehr gegeben, fühlten sich durch ihn nicht gut vertreten und drängten 2012 auf seine Auflösung.

2013 wurde zu einer Verbandssitzung eingeladen, bei der die Auflösung des KSV auf der Tagesordnung stand. Wie aus dem Zeitungsbericht klar wird, fehlten 50 Prozent der Mitglieder. Direkt in der gleichen Sitzung wurde erneut eine zweite Sitzung einberufen, mit der Maßgabe, dass jetzt die Beschlussfähigkeit gegeben sei laut Satzung, so der Vorstand. Ein Blick in die Satzung hätte gereicht, um festzustellen, dass dies nicht ausreichend war. Ebenfalls wurde versäumt, die Liquidatoren für die Auflösung zu benennen. Der Rechtspfleger im Amtsgericht hat pflichtgemäß das Protokoll nicht anerkannt. Dass nach mehr als einem Jahr die Kettwiger Sportvereine überhaupt kein Interesse an diesem Verband haben, ist mehr als verständlich. Das wurde in der Verbandssitzung letztes Jahr im Dezember auch deutlich. Bleibt jetzt zu hoffen, dass die Sitzung am 21. Januar die Auflösung des KSV bewirkt und die Geschichte endlich ein Ende findet.