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Sparkasse Essen

Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr

04.01.2013 | 12:00 Uhr
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
Der Essener Sparkassen-Chef Hans Martz.Foto: Kokoska

Essen.   Der Debatten-Vorstoß von Peer Steinbrück zur Bezahlung eines Bundeskanzlers oder einer Bundeskanzlerin lässt auch nach Essen blicken. Bei der Sparkasse gibt es mehr Geld als im Bundeskanzleramt. Für den Vorstands-Chef waren es im Geschäftsjahr 2011 542.800 € inklusive aller Sachleistungen und Erfolgstantiemen, das sichert ihm Platz 6 der NRW-Sparkassen-Chefs.

Es ist selbst in der SPD manchem nicht mehr ganz klar , ob Peer Steinbrück den Job des Kanzlers für mehr Kasse tauschen würde, aber wenn – dann wäre er in Essen goldrichtig. Denn erstens räumt der derzeitige Vorstandschef Hans Martz im August 2014 das Feld, weil er, was man ihm ganz und gar nicht ansieht, 65 Jahre alt wird.

Und zweitens gehört der Chefposten im Vorstand der Sparkasse Essen zu jenen Positionen, auf die Steinbrück abhob, als er formulierte, „nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen“ verdiene mehr als die Kanzlerin.

Nachlesbar im Bundesanzeiger

Im Falle von Hans Martz waren es im Geschäftsjahr 2011 übrigens 542.800 Euro inklusive aller Sachleistungen und Erfolgstantiemen, das sichert ihm Platz 6 der NRW-Sparkassen-Chefs – hinter den Kollegen aus Köln und Düsseldorf, Aachen, Münsterland Ost und Köln-Bonn.

Nachlesbar sind diese Zahlen seit mittlerweile zwei Jahren in den Jahresabschluss-Veröffentlichungen der Sparkasse im Bundesanzeiger, eine Transparenz-Auflage der Politik, die einem auch nahebringt, dass selbst die beiden Sparkassen-Vorstände an Martz’ Seite mit jeweils rund 470.000 Euro über Kanzler(innen)-Niveau verdienen.

Und sie liegen damit, auch wenn mancher diesen Vergleich für ein wenig unschicklich hält, noch einmal deutlich über jenen Beträgen, die im so genannten „Konzern Stadt“ den Chefs der städtischen Beteiligungen gezahlt werden.

49-prozentige Gehaltssprünge oder Ähnliches haben sich die Essener Sparkassen-Vorstände gleichwohl nicht gegönnt, ganz im Gegenteil: Das Plus von 2010 auf 2011 lag in der Summe bei gerade mal 1,0 bis 1,4 Prozent.

National-Bank liegt höher

Als lukrativ erweist sich dabei nicht nur die Arbeit im Vorstand der Sparkasse, sondern auch in ihren Aufsichtsgremien: Für die Sitzungen des Verwaltungsrates fließt ein Pauschalbetrag von 2400 Euro, für die Tätigkeit im Risikoausschuss weitere 2000 Euro, jeweils zuzüglich Sitzungsgelder.

Auf diese Weise kommt Oberbürgermeister Reinhard Paß zu einem zusätzlichen Salär von 15.300 Euro (im Jahr 2011), CDU-Chef Franz-Josef Britz zu 14.900, Alt-Oberbürgermeisterin Annette Jäger auf 13.800 und der ehemalige CDU-Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff auf 11.000 Euro.

Durchaus marktübliche Beträge, so heißt es, und in der Tat: Bei der National-Bank kam der dreiköpfige Vorstand zuletzt auf Bezüge, die um Hunderttausende Euro über dem der Sparkassen-Kollegen liegen. Und das, obwohl die Bilanzsumme des Kreditinstituts wie auch die Zahl der Mitarbeiter deutlich unter denen der Sparkasse Essen liegen.

Gut verhandelt.

Wolfgang Kintscher


Kommentare
05.01.2013
23:15
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von RainerNonsens | #12

Der Herr bekommt NICHT er verdient. Und wie ist es zu rechtfertigen das die Sparkasse ihren Vorständen das Geld hinterher wirft während die Klientel für das Konto auch noch zahlen muß!? Und das unter der Premisse, das eine Sparkasse ja für die Allgemeinheit und das Gemeinwohl da sein sollte. Gemein - Oder?

05.01.2013
22:17
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von daphnina | #11

Interessant wäre es, wenn der Wofgang Kinscher mal über die Tätigkeiten Verwaungsrates und deren Ausschüsse, insbesondere des Kreditausschusses, berichten würde. Dabei sollten auch die Personen im einzelnen vorgestellt werden. Es soll ja Verwaltungsratmitglieder bei der Sparkasse Essen geben, die schon über 30 Jahre ihr Ratsmandat mit dem lukrativen Posten verbunden haben. Sie sind in der Regel an mehreren Vorstandsneubesetzungen (immer schön nach Parteibuch) beteiligt gewesen. Hier wurde wohl ein kleines Vermögen angesammelt. Denn außer die Pauschbeträge, Sitzungsgelder, Reisen und Einladungen zu besonderen Anläßen erhielten Mitglieder in früheren Jahren auch Geschenke, die nach dem heutigen Marktwert sehr im Preis gestiegen sind.

05.01.2013
00:29
widerlich ...
von stefanw2468 | #10

Ich empfinde diese gegenseitige Bereicherung mancher Zeitgenossen untereinader nicht nur als widerlich, sondern zudem als unsere Demokratie gefährdend.

Ich begrüße es, wenn Journalisten in verantwortlicher Weise ab und zu darüber berichten.

04.01.2013
21:14
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von xxyz | #9

Wenn man die Gehälter der vielen Sparkassen-Spitzen sieht, bleibt schon die Frage, ob hier nicht mehr Geld an die Eigentümer ausgeschüttet werden sollte.

Bei den Summen werden die medienwirksam präsentierten Spenden zur Farce.

Ich hätte schon fast zur Sparkasse gewechselt, suche jetzt aber weiter.

04.01.2013
16:01
Oberbürgermeister Reinhard Paß
von kumpelanton | #8

spendet seine Aufsichtsratsbezüge - wenn ich mich nicht sehr irre.

Von einem zusätzlichen Salär zu sprechen ist also in diesem Falle Unsinn!

04.01.2013
15:57
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von kumpelanton | #7

Dafür schreibt die Sparkasse auch schwarze Zahlen, was bisher noch kein Kanzler/in geschafft hat. Besonders die Genossen können immer nur das eine: noch mehr Schulden machen!

04.01.2013
14:49
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von ruhry | #6

Mag ja sein das der Mann sein Geld wert ist. Erschreckend finde ich die "Aufwandsentschädigungen" für den Verwaltungsrat:
"Für die Sitzungen des Verwaltungsrates fließt ein Pauschalbetrag von 2400 Euro, für die Tätigkeit im Risikoausschuss weitere 2000 Euro, jeweils zuzüglich Sitzungsgelder.

Auf diese Weise kommt Oberbürgermeister Reinhard Paß zu einem zusätzlichen Salär von 15.300 Euro (im Jahr 2011), CDU-Chef Franz-Josef Britz zu 14.900, Alt-Oberbürgermeisterin Annette Jäger auf 13.800 und der ehemalige CDU-Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff auf 11.000 Euro."

Was qualifiziert diese Personen den Vorstand einer Sparkasse zu kontrollieren? Parteibuch und Quotenproporz?


2 Antworten
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von MichaP | #6-1

Nichts qualifiziert diese Personen aber Aufsichtsratsposten sind ohnehin nur Gelddruckmaschinen. Ihre wahren Aufgaben werden die doch meist nicht gerecht, für mich bedeutet das Wort Aufsichtsrat eigendlich beaufsichtigen und nicht nur ab nicken. Aber viele müssten eher Abnickrat heissen.

Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von trickflyer | #6-2

parteibuch und filz und vetternwirtschaft.

04.01.2013
13:58
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von Amigameister | #5

Na na na er hat es bekommen. Ob ers verdient hat ist eine andere Frage.

04.01.2013
13:50
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von MichaP | #4

Da weiß man warum die Kontoführungsgebühren so hoch sind.

04.01.2013
13:19
Vorstands-Chef der Sparkasse Essen verdiente 542.800 Euro pro Jahr
von BorbeckerBefreiungsFront | #3

Da weiß der Sparkassenkunde endlich, warum er so wenig Zinsen bekommt.
Aber er kann ja die Bank wechseln.
Wenn man gerade beim nachdenken ist und fragt, warum solche Leistungen so hohe Gehälter bewirken, sollte wie bei allen Bankern wissen, dass diese an der Quelle sitzen und für sich leicht etwas abzweigen können.
Es ist nicht die Kanzlerin, die zuwenig verdient.

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