Vorsicht, es wird stürmisch

Auch sieben Monate nach Orkan Ela ist das Spazieren im teils verwüsteten Schellenberger Wald auf nicht zugelassenen Wegen lebensgefährlich.
Auch sieben Monate nach Orkan Ela ist das Spazieren im teils verwüsteten Schellenberger Wald auf nicht zugelassenen Wegen lebensgefährlich.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Aufräumarbeiten nach Orkan Ela sind noch nicht abgeschlossen, da naht schon wieder eine Unwetterfront. Die ist bei weitem nicht so gefährlich wie Ela, aber viele Bäume sind geschwächt.

Essen.. Die Aufräumarbeiten nach Orkan Ela sind noch nicht abgeschlossen, da kündigen die Meteorologen wieder eine Unwetterfront an. Bei weitem nicht so schlimm wie der Pfingstorkan im vergangenen Jahr, aber stürmisch genug, um am Wochenende auch die 17 zugelassenen Wege im Essener Wald lieber zu meiden und in der Nähe von Straßenbäumen besonders vorsichtig zu sein. Laut dem Deutschen Wetterdienst in Essen drohen am Samstag in NRW schwere Sturmböen von hundert Stundenkilometern. Bereits ab Donnerstag soll der Wind deutlich zunehmen.

Zwar gilt bis auf die genannten 17 Ausnahmen weiter ein allgemeines Betretungsverbot im 1750 Hektar großen Essener Forst, das das Regionalforstamt Ruhr verfügt hatte, doch daran halten sich viele Spaziergänger nicht. Bei einem Sturm, wie er für den Samstag vorhergesagt wird, ist die Gefahr noch deutlich höher, dass von Ela beschädigte und geschwächte Bäume umstürzen könnten oder tonnenschwere Äste runterfallen. Zudem sind viele umgeknickte Stämme ineinander verkeilt, so dass sie unter enormer Spannung stehen.

Es dauert noch Wochen

Bernd Schmidt-Knop, Bereichsleiter von Grün und Gruga, verfolgt derzeit den Wetterbericht genau. „Bei einem Sturm hat grundsätzlich niemand etwas im Wald zu suchen“, betont er. Und auch im Straßenraum ist „erhöhte Vorsicht“ geboten. Egal, ob die Straßenbäume von Ela „angezählt“ wurden oder nicht – bei orkanartigen Böen drohen immer Astbrüche und Schlimmeres.

Allerdings könnten vorgeschädigte Zweige bei starkem Wind schneller abknicken. Die von Grün und Gruga beauftragten Aufräumtrupps (rund 190 Mitarbeiter) sind zwar „unter Hochdruck“ im Einsatz, zudem wurden die Weihnachtsferien für sie verkürzt, aber es wird noch einige Wochen dauern, bis die letzte Nebenstraße inspiziert und verkehrssicher gemacht worden ist. „Wir haben wirklich alles getan, was wir tun konnten. Und wir tun, was wir tun können“, so Schmidt-Knop.

Die zweite Inspektion

Bei rund 1,5 Prozent der 68.000 Straßenbäume muss noch nachgeschaut werden, ob der Orkan Ela zu stark an ihnen gerüttelt hatte. In der nächsten Woche wird das am 13. Januar auf der Boettger-, Effmann-, Franziskaner-, Kraus- und Markgrafenstraße und am 15. Januar auf der Henricistraße geschehen.

In einem zweiten Anlauf müssen dann die meisten Straßenbäume nochmals einer Inspektion unterzogen und möglicherweise letzte Risiken beseitigt werden. Für alle Bereiche rund um die Schulen, Kitas und Spielplätze ist das bereits geschehen.

Auch die Einsätze in den Grünanlagen dauern noch an. Die Beseitigung der Orkanschäden ist aber erst in drei Vierteln der Grünzonen abgeschlossen. Im Wald werden zerstörte Bäume noch bis zum 28. Februar gefällt und weggeschafft.

Sollte der Wind in den nächsten Tagen zu heftig wehen, müssen die Aufräumarbeiten unterbrochen werden. „Aber solange das Wetter es zulässt, machen wir weiter“, versichert der zuständige Bereichsleiter von Grün und Gruga.

Die Räumungen der Waldwege machen übrigens Fortschritte. Schon in wenigen Tagen oder Wochen können weitere Freigaben erfolgen. Näheres will die zuständige Forstbehörde in den nächsten Tagen mitteilen.