Von Sehgeräten und Lesbüchern

Wer nicht hören will, muss lesen. Das gilt zum Beispiel, wenn man keine Hörbücher mag. Dann muss man Lesbücher lesen. Wer nun behauptet, dass es das Wort „Lesbücher” gar nicht gibt, weil doch sowieso klar ist, dass man Bücher liest, der irrt natürlich. Denn erstens gäbe es dann keine Hörbücher, die man ja nicht liest, sondern eben hört, und zweitens wären dann noch ganz andere Wörter überflüssig. So wie Hörakustiker. Man muss nämlich kein Grieche sein, um auch ohne die erste Silbe zu verstehen, dass man beim Akustiker eben kein Nasenfahrrad bekommt, sondern ein Hörgerät. Bei eben diesem Wort ist das „Hör-” wiederum sinnvoll, denn ein Gerät kann ja alles sein. Ein Sehgerät zum Beispiel. Das hieße dann Brille, was auch ohne Vorsilbe eindeutig ist, eine Sehbrille bestellt niemand, und eine Hörbrille ist Unsinn. Doch Vorsicht: Wer sich statt beim Sehoptiker im Sanitätshaus befindet, sollte nicht versuchen, sich die dort vorrätigen Klobrillen aufzusetzen. Könnte albern aussehen.