Von Menschen und Mäusen

Foto: Sonja Mersch

Steele..  „Walkabout”-Gastgeber Ralf „Ralle” Schuberth feiert Geburtstag, und das tut er in seiner gemütlichen Billardhalle an der Hängebank 4. Und nicht einfach so, sondern mit DJ und mindestens zwei Livebands – eine davon schimpft sich Aeon Temple: Die Essener Band bietet guten alten Heavy Metal für die Headbanger-Fraktion. Eintritt frei, Beginn ist gegen 20 Uhr.

Wer eher auf ruhigere Klänge mit spanischem Touch steht, der sollte sich heute Abend nach Steele begeben, wo das Essener Gitarrenduo in der Kneipe des Grend Kulturzentrums, Westfalenstraße 311, aufspielt. Auch hier geht es um 20 Uhr los, auch hier muss man für den Eintritt keinen Cent hinlegen.

Jamie Clark in der Freak Show

In der Freak Show, Grendplatz 2a, dagegen muss man am morgigen Freitag 6 Euro an der Abendkasse berappen – dafür bekommt man mit Jamie Clarke jemanden, der in den 90er Jahren schon die Kultband „The Pogues” an der Gitarre verstärkte. Jetzt ist er mit der eigenen Formation „Perfect” unterwegs, dem Folkrock-Stil ist er treu geblieben. Als Vorband treten „Restless Movers” auf; Einlass um 20 Uhr.

Oder man singt einfach selbst. Auch das kann man in der Freak Show, der gemütlichen Flaschenbierkneipe mit individuellem Charme, in aller Öffentlichkeit und ungeniert tun, und zwar am Samstagabend bei der allseits beliebten Karaoke-Party. Moderator Jay J. Rockett hat eine feine Auswahl an Songs aus den Segmenten Punk, Rock, Metal, Rock`n`Roll & Verrücktheiten eingepackt, an denen sich die Mutigen ausprobieren können. Bei dem Spaß kommt man umsonst hinein und zwar ab 20 Uhr.

Nachwuchs auf der Bühne

Während sich dort also der musikalische Nachwuchs austoben darf, sind die jungen Schauspiel-Talente bereits heute dran: Im Theater Freudenhaus zeigen Studenten des Theaterpädagogischen Zentrums Ruhr im Grend, was sie in ihrem Kurs „Schauspiel/Rollenstudium“ so gelernt haben. Unter dem Titel „Nicht nur Männer können mit Waffen umgehen” zeigen die Darsteller ab 20 Uhr Szenen vom klassischen Königinnendrama bis zur kritischen Emotionsanalyse. Viel Abwechslung also – bei freiem Eintritt.

Am Freitag gehört die Bühne des Theaters Freudenhaus dann jedoch wieder den Profis – und natürlich dem Genre, das in dem Haus erfunden wurde: der Ruhrgebietskomödie. Markus Andrae, Regisseur des Ur-Stücks dieses Fachs, „Freunde der italienischen Oper”, hat mit „Zehra Kefir und die Wunder der Stadt” ein eigenes Stück geschaffen, das sich auf märchenhaft-komödiantische Weise mit Essener Stadtgeschichte auseinandersetzt.

Um an das Erbe ihres Vaters zu gelangen, begibt sich die Tochter eines türkischstämmigen Lokalpatrioten unter Tage auf Schatzsuche und lüftet dabei so manches Geheimnis – von der Goldenen Madonna bis zur letzten Zollvereinschicht. Für die Vorstellungen am Freitag und Samstag, je 20 Uhr gibt es noch Karten zu je 19 Euro unter: 85 132 30. Die Sonntagsvorstellung ist bereits ausverkauft – ebenso wie der Grend Slam am Samstagabend.

Komödie aus Essen

Wer kein Ticket dafür bekommen hat, muss nicht verzagen, denn nicht minder lohnt ein Besuch in der Studio-Bühne: Denn das Krayer Amateurtheater an der Korumhöhe 11 zeigt am Samstag um 20 Uhr ihre kongeniale Umsetzung von John Steinbecks Novelle „Von Mäusen und Menschen”. Eine tragische, packend inszenierte Geschichte über zwei Freunde, die in einer entmenschlichten Welt dem nachgehen, was man amerikanischen Traum nennt. Karten: 14 Euro, erm. 12 Euro. Kontakt: 55 46 01.