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Historische Führung

Von der Privatbank zum Kaufhof

16.06.2013 | 18:38 Uhr
Von der Privatbank zum Kaufhof
Die Studenten des Studiengangs Geschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Historische Verein führten durch die Innenstadt zum Thema : " Essen - die Einkaufsstadt ". Dozent Karsten Plewnia begrüßt die Gäste.Foto: Knut Vahlensieck

Essen. Handel und Wandel im Zentrum: Um Essen als Einkaufsstadt ging es in einer historischen Führung, um frühere Handelsfamilien und heutige Bauten.

Essen, die Einkaufsstadt: Seit 1938 gehört das Motto zu Essen, seit den 1950er Jahren ragt es als Leuchtschrift hoch oben auf dem Dach des Handelshofes. Darunter trafen sich nun Teilnehmer einer Führung, bei der es um die Bedeutung von Handel und Einkaufen in den vergangenen Jahrhunderten ging.

Vom Willy-Brandt-Platz ging es in die Fußgängerzone. Auf der Kettwiger Straße erläuterte Anna Rudersdorf den 15 Teilnehmern unter anderem die Architektur der Warenhäuser und berichtete von früheren Unternehmerfamilien. Die 24-Jährige aus Huttrop studiert Kunstgeschichte und Geschichte an der Düsseldorfer Universität. Dort hat sie das Seminar „Führungskonzeptionen auf dem Essener Denkmalpfad“ belegt, in dem Studenten die Möglichkeit bekommen sollten, Gelerntes in die Praxis umzusetzen, fasst Karsten Plewnia zusammen. Der 39-Jährige ist Dozent am Historischen Seminar in Düsseldorf und Vorstandsmitglied des Historischen Vereins in Essen: „Ich wollte beide Seiten zusammenbringen“. Dafür haben sich die Studenten neun der 35 Denkmalpfad-Stationen ausgesucht und führten zum Haus am Flachsmarkt, dem Wohn- und Geschäftshaus der Familie Krupp, sowie zum Haus der Technik von 1911, das ehemals als Börse diente.

Hinter dem, was die Einkäufer heute als Herren-Modehaus Ansons kennen, verbirgt sich die Geschichte der Handelsfamilie Eick, die dort ab 1913 Wohntextilien und Möbel anbot. Der Architekt des Baus entwarf auch die Margarethenhöhe: Georg Metzendorf, sagt Anna Rudersdorf und führt vorbei an den Bauten am Kettwiger Tor ins Bankenviertel, wo Familie Simon Hirschland einst ihre Privatbank zu einer der größten im Land machte. Dinnendahl oder Krupp hießen ihre Kunden. Drei Generationen leiteten die Bank, bis die Nationalsozialisten diese arisierten. Heute steht die Fassade unter Denkmalschutz. Dahinter befindet sich seit 2001 die Erweiterung von Galeria Kaufhof. An die Familie erinnert unweit der Hirschlandplatz, der ehemals Wiener Platz hieß und 1985 umbenannt worden ist.

Im Deutschlandhaus gegenüber, gebaut als technisches Rathaus, ist die Stadt immer noch der Hauptmieter, im Erdgeschoss sind längst Geschäfte eingezogen. Geblieben ist der Paternoster: „Es ist der letzte in der Stadt, der in Betrieb ist.“

Und was denken die Teilnehmer heute über ihre Einkaufsstadt: „Essen hat sich verändert, ist aber immer noch Einkaufsstadt“, lautet eine Meinung. Zu den Veränderungen gehören allerdings viele Ketten auf der Kettwiger Straße, bedauert Irmgard Backendorf das Verschwinden großer Kaufhäuser wie Loosen und Cramer & Meermann. Neue wie Primark etwa seien lediglich etwas für jüngere Kunden, sagt die 67-Jährige, die findet: „Der Limbecker Platz ist schön.“

Dominika Sagan


Kommentare
17.06.2013
15:46
Liebe Nutzer!
von Thomas.Lau | #7

Vielen Dank für die Hinweise. Wir haben den Artikel entsprechend geändert.

17.06.2013
14:55
Historische Führungen durch die Einkaufsstadt Essen
von rapo | #6

Liebe Redaktion, falls es sowas bei derwesten.de noch gibt: wieder mal einer der Artikel, für die noch vor ein paar Jahren jeder Volontär sich schwerste Rüffel eingefangen hätte! Dafür, dass sich der Artikel indirekt mit Stadtgeschichte beschäftigt, ist er neben den üblichen Rechtschreibfehlern auch sachlich mit reichlich vielen Mängeln "ausgestattet". Fast keiner der angeblichen historischen "Fakten" ist, Zeiten und Zusammenhänge stimmen meist nicht, wie auch in den vorhergehenden Kommentaren bereits von Anderen angemerkt. Übrigens hieß die Fabrikantenfamilie, die eine der ersten Dampfmaschinen in Deutschland nutzte, DinneNdahl, wie die nach diesen benannte Straße auch. Sehr traurig, dass das inhaltliche, aber auch das formale Niveau nicht nur der web-, sondern ebenso der Printausgabe ständig in noch tiefere Tiefen sinkt! Haben sie kein Geld und keine Zeit mehr für Faktenrecherche und Gegenlesen durch Zweite, also nicht den Verfasser eines "Artikels"? Wirklich bemitleidenswert!

17.06.2013
13:50
Historische Führungen durch die Einkaufsstadt Essen
von frohni | #5

Und noch ein Feher: Die Fassade des Bankhauses Hirschland wurde bereits am 25. Juni 1992 in die Denkmalliste eingetragen. Das Eick-Haus allerdings im Jahr 2000! Oh je, was ist an dem Artikel noch richtig...?

17.06.2013
12:56
Historische Führungen durch die Einkaufsstadt Essen
von Pressereferent-Schulze | #4

Die Umbenennung in Hirschlandplatz erfolgte am 7. März 1985.

16.06.2013
23:27
„Die erste (Fußgängerzone)ihrer Art in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg“ ???
von Stephan_Mueller | #3

„Die erste (Fußgängerzone) ihrer Art in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg“ ???

Liebe WAZ-Redaktion, bekanntlich ist ja das was in der Zeitung steht real ;-) Daher bitte ich um entsprechende Richtigstellung, da die Ausführingszeichen allzu schnell überlesen werden.

Die erste Fußgängerzone in Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkriegs, war und bleibt die Treppenstraße in Kassel. http://de.wikipedia.org/wiki/Treppenstra%C3%9Fe

Einer 24 jährigen Studentin der Kunsgeschichte kann ja mal so ein grober Schnitzer passieren, er sollte dann aber nicht gleich von der WAZ übernommen und abgedruckt werden. Wo kämen wir da hin ?

Alles wird gut ;-)

16.06.2013
19:34
Von der Privatbank zum Kaufhof
von tecra10m | #2

Soviel zu den Tippfehlern. Natürlich der Wiener Platz wurde zum Hirschlandplatz

16.06.2013
19:32
Von der Privatbank zum Kaufhof
von tecra10m | #1

Werden Artikel nicht mehr quergelesen? Der Winnerplatz wurde 1985 oder 1986 in Hirschlandplatz umbenannt im nicht 1968! Tippfehler sind nicht auszumerzen

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