Vom Wickeltisch ins eigene Geschäft

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Was wir bereits wissen
Die zwei Mütter Nadine Dupré und Michele Putensen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnen ihren eigenen Laden „Werk(t)raum“ an der Meisenburgstraße

Bredeney.. In nur wenigen Stunden werden Nadine Dupré und Michele Putensen die Tür zu ihrem kleinen Ladenlokal an der Meisenburgstraße 45 aufschließen. Von der einstigen Fahrschule, die hier ansässig war, ist im „Werk(t)raum“ nicht mehr viel zu sehen. Farbenfroh geht es jetzt zu. An den Wänden hängen Taschen, Mützen, T-Shirts und Tuniken in den unterschiedlichsten Mustern und Ausführungen.

Grund für die Selbstständigkeit der beiden Frauen ist in erster Linie ihr Hobby, mit dem sie zukünftig Geld verdienen wollen. Aber auch die Tatsache, dass beide sich nicht vorstellen konnten, nach der Geburt ihrer Kinder zurück in ihre alten Berufe zu gehen. Für die gelernte Restaurantfachfrau Nadine Dupré lässt sich ein Job in der Gastronomie genauso wenig mit der Familie vereinbaren, wie für Michele Putensen, die als Requisiteurin oft bis in den späten Abend im Theater arbeitete.

Also hilft da wohl nur eins: sich selbstständig machen und sich die Arbeitszeit so einteilen, dass es mit der Familie passt. Nach anfänglichen Bedenken und so manchen schlaflosen Nächten setzen die beiden Frauen genau das jetzt gemeinsam um und gründen ihre eigene Existenz. „Außerdem will man irgendwann ja auch mal weg von den Windeln und Schnullern“, sagt Nadine Dupré und lacht. Die 32-Jährige entdeckte kurz nach der Geburt ihres Kindes die Leidenschaft zu Nadel und Faden, widmete sich vorwiegend dem Nähen von Mode für sich und ihr Kind.

„Ich halte es dagegen eher praktisch“, sagt Michele Putensen und zeigt auf die Regale, in denen Eiersitzsäcke, Armpolster für Babyschalen, Sabberlätzchen, Eiswaffelhalter und andere zum Teil recht ungewöhnliche Accessoires platziert sind. Als Mutter von zwei Kindern weiß sie aus eigener Erfahrung, welche Dinge den Alltag mit Kind vereinfachen können. Babyschalen zum Beispiel, so berichtet die 45-Jährige, könnten schon nach kurzer Tragezeit recht unbequem an den Armen werden. Hier soll ein kleines Polster zum Zuknöpfen Abhilfe schaffen - und sehe dabei auch noch gut aus.

Und der Eiswaffelhalter? „Wer schon mal erlebt hat, wie ein zweijähriges Kind ein Eis isst, wird den Eiswaffelhalter, der gleichzeitig eine Serviette ist, sicherlich zu schätzen wissen“, schmunzelt Putensen, die noch so einige nützliche Produktideen auf Lager hat.

Für die Umsetzung fehlten zu Hause manchmal die nötige Zeit und Ruhe und auch die geeigneten Räumlichkeiten. Bislang entstanden alle Produkte quasi am Küchentisch und wurden über die Internetseiten der beiden vertrieben. Der „Werk(t)raum“ soll daher nicht nur Verkaufs-, sondern vor allem auch Arbeitsraum für die beiden Jungunternehmerinnen und Treffpunkt für Besucher sein. „Wir freuen uns darauf, unsere Kunden auch endlich mal persönlich kennenzulernen“, betont Putensen. Irgendwann wollen die Frauen auch Bastelkurse für Eltern und/oder Kinder anbieten.

Jetzt aber blicken die beiden erstmal gespannt auf die Eröffnung am morgigen Samstag. Ab 10 Uhr geht es los - Ende offen.