Volkshochschule - Bildungsakku extern aufladen
14.04.2010 | 20:45 Uhr 2010-04-14T20:45:00+0200
Essen. Für die Volkshochschule am Burgplatz hat sich jetzt ein Förderverein gegründet. Rund 80.000 Bürger nehmen dort im Jahr 60.000 Unterrichtsstunden. Der Förderverein will der Einrichtung nun unter die Arme greifen - idell wie auch materiell.
Ihr vielleicht größter Konkurrent kennt keine Öffnungszeiten und größtenteils keine Gebühren. Auch er bietet „Ukulele für Anfänger“, Tipps fürs Differentialrechnen sowie Informationen rund um die Zwangsversteigerung – aber was dieses wunderbare verdammte Internet nicht drauf hat, das sind die persönliche Begegnungen, die Auseinandersetzung untereinander wie auch mit dem Thema für den, der den Weg in die Volkshochschule am Burgplatz findet.
Rund 80.000 Bürger sind es pro Jahr, die hier an der VHS in 60.000 Unterrichtsstunden ihren Bildungsakku aufladen – der Typ mit dem Basecap genauso wie der Anzugträger oder die junge Tunesierin. Eine Anlaufstelle für alle, egal, ob sie Spaß daran haben ihr Englisch auszufrischen oder mit dem nachgeholten Hauptschulabschluss gerade noch die Kurve fürs eigene Leben kriegen wollen.
Herausragende Veranstaltungen möglich zu machen
Ein Muss als Einrichtung, ja, aber in ihrer heutigen Vielfalt womöglich keine Selbstverständlichkeit, wie manchem die aktuelle Spardebatte zeigt. Vielleicht waren die anstehenden Mittelkürzungen für die VHS nicht Auslöser, zumindest aber Beschleuniger dafür, dass sich im 91. Jahr ihres Bestehens ein „Verein der Freunde und Förderer“ gegründet hat, der diesem Lern- und Kulturort unter die Arme greifen will: ideell wie auch materiell.
Nein, sie wollen und können nicht Teile des Alltagsgeschäft finanziell schultern, bekennt Thorsten Scharnhorst, der 1. Vorsitzende des Vereins, der mit etwas mehr als zwei Dutzend Mitgliedern gestartet ist. Eher geht es darum, besondere (Ausstellungs-)Projekte oder herausragende Veranstaltungen möglich zu machen, die mit dem 3,8-Millionen-Euro-Budget nicht zu schultern sind.
Kursentgelte werden erhöht
Natürlich ist die „Volksbildung“ Pflichtauftrag der Kommune. Anne Schlüter, Professorin für Erwachsenenbildung an der Uni Duisburg-Essen und 2. Vereinsvorsitzende, weiß, dass ihr Plädoyer im Zweifelsfall auf offene Ohren stößt, aber wer sagt schon, wie weit die Vielfalt gehen darf, ob statt der aktuell tätigen 650 Honorarkräfte auch die Hälfte reichte, ob in der Krise noch Platz wäre für „Englisch IV für Senioren“ oder „Garantiert Zeichnen lernen“ für 105 Euro?
Schon das aktuelle Sparkonzept verlangt, die Kursentgelte zu erhöhen – 2,20 statt 2 Euro sind vom Herbstsemester an als Basisentgelt pro Unterrichtsstunde zu entrichten, zudem müssen die Drittmittel bis 2013 auf 340.000 Euro ausgebaut werden. Der Förderverein setzt da auf bürgerschaftliches Engagement – und Mitstreiter, die das Motto „Bildung für alle“ auch heute noch überzeugt.
Infos und Anträge bei Günter Hinken, 88-43107, E-Mail: foerderverein@vhs.essen.de
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