Vodafone-Kundin (92) wartet seit Wochen auf Anschluss

Seit September hat Ellen Lehmann aus Essen-Heisingen immer wieder Probleme mit ihrem Anschluss, nun funktioniert der seit geraumer Zeit gar nicht mehr.
Seit September hat Ellen Lehmann aus Essen-Heisingen immer wieder Probleme mit ihrem Anschluss, nun funktioniert der seit geraumer Zeit gar nicht mehr.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Kein Anschluss, der Ärger riesig: Vodafone-Kundin Ellen Lehmann (92) bat unsere Redaktion um Hilfe. Am 10. Februar soll sie nun telefonieren können.

Essen-Heisingen.. Wie oft sie ihren Fall geschildert hat, wie viele Male sie sich auf den Weg von Heisingen nach Rüttenscheid in die Vodafone-Filiale gemacht hat: Das alles hat Ellen Lehmann zwar genau notiert und eine Mappe voll mit Unterlagen gesammelt. Allein, helfen konnte der 92-Jährigen bislang niemand: „Ich sitze auf dem Trockenen“, sagt sie mit Blick auf ihr Festnetz-Telefon. Denn dieser Anschluss funktioniere seit Monaten nicht richtig, die Leitung sei seit geraumer Zeit tot.

Erst kürzlich klagten mehrere Vodafone-Kunden aus anderen Essener Stadtteilen über wochenlange Ausfälle ihrer Leitungen und erfolglose Anrufe bei der Hotline – bis unsere Zeitung half. Auch die Heisingerein wandte sich an die Redaktion: „Ich weiß nicht weiter.“

Immerhin begann der Ärger von Ellen Lehmann bereits im September, sagt sie. Bis dahin nutzte sie mit ihrer Nachbarin eine Telefonleitung mit fünf Nummern. Das führte jedoch dazu, dass Anrufe trotz verschiedener Nummern mitunter in der falschen Wohnung landeten. „Wir wollten die Anschlüsse trennen“, sagt die 92-Jährige. Der Anbieter habe kein Problem gesehen. Auf ihre Nachbarin traf das auch zu. Bei Ellen Lehmann kamen aber erste Störungen: Die Stimmen am anderen Ende der Leitung klangen verzerrt, Gespräche brachen ab.

Reparierte Leitung funktionierte nur kurz

Seitdem hat sie zahllose Male Service-Nummern gewählt oder auf zugesagte Rückrufe gewartet, berichtet sie. Kam sie durch, „waren die Mitarbeiter nicht zuständig oder konnten nichts machen“. Zweimal wurde sie zu Sachbearbeiterinnen durchgestellt: „Beide waren sehr hilfsbereit und sympathisch.“ Passiert sei nichts. Ebenso freundlich sei sie an der Rüttenscheider Straße behandelt worden. Ein Mitarbeiter sei sogar nach Heisingen gekommen – erfolglos. „Irgendwann bin ich ihnen mit meinen Besuchen wohl auf die Nerven gegangen“, zeigt Ellen Lehmann sogar Verständnis. „Es wusste wohl niemand, wie er mir helfen kann.“

Schließlich rückten sogar vier Techniker aus Neuss an, gefolgt von einem „Ping-Pong-Spiel zwischen Vodafone und Telekom“. Ergebnis: „Eine Leitung wurde repariert.“ Die habe aber nur kurz funktioniert. Irgendwann war die 92-Jährige so zornig, dass sie kündigte, „obwohl ich eigentlich nur mein Telefon nutzen wollte“. So schloss sie einen neuen Vertrag. Am 21. Januar hätte der Anschluss demnach geschaltet werden sollen. Stattdessen erfuhr sie auf erneute Nachfrage, dass sie als Kundin „nicht identifizierbar“ sei. Ob es daran lag, dass sie erst als Ellen und dann als Eleonore geführt wurde? „Ich bin für die Firma offenbar untergegangen, dabei haben sie doch meine Adresse“, sagt die Heisingerin inzwischen verzweifelt und hilflos. „Warum reagiert Vodafone nicht?“

Unternehmen will Kundin entschädigen

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt Unternehmenssprecher Volker Petendorf einen Arbeitsfehler: „Bei der Kundin wurde am 23. Dezember die alte Leitung abgeschaltet, obwohl es noch keine neue gab“, erklärt er zur aktuellen Störung. Ein weiterer Fehler bestehe darin, dass es keinen festen Ansprechpartner gab, der den Kontakt hält. Das sei üblich, wenn jemand mehrfach Probleme melde.

Nun soll auch Ellen Lehmann keine Hotline-Nummer mehr wählen müssen, entschuldigt sich das Unternehmen und will die Kundin entschädigen. „Wir werden auch die entstandenen Handykosten übernehmen“, sagt der Sprecher. Alles sei auf gutem Weg, einen Ansprechpartner gebe es bereits.

„Mich hat ein sehr freundlicher Sachbearbeiter angerufen“, bestätigt Ellen Lehmann prompt und vor allem erleichtert. Sie hofft, dass diesem endlich ihr Anschluss folgt – am 10. Februar soll es so weit sein.