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Viele wissen nicht, dass sie krank sind"

20.09.2009 | 16:29 Uhr

Am Dienstag ist "Nierentag" in der Volkshochschule. Mediziner bieten Informationen und kostenlose Gesundheitstests.

„Blutdruck senken - Nierenfunktion erhalten.” Unter diesem Motto steht der diesjährige „Nierentag” in der kommenden Woche. Mit vielen Informationen und kostenlosen Gesundheits-Check-Ups warten Mediziner Hypertonie-Assistenten und Bewegungstherapeuten des Universitätsklinikums (UK) und des Elisabeth-Krankenhauses auf interessierte Besucher.

Prof. Dr. med. Andreas Kribben warnt vor tückischen Nierenerkrankungen. Foto: Walter Buchholz

„Nierenerkrankungen und Bluthochdruck bedingen sich oft gegenseitig”, erklärt Prof. Dr. Andreas Kribben, Direktor der Klinik für Nephrologie am UK. „So kann einerseits hoher Blutdruck eine Nierenerkrankung auslösen, andererseits kann er aber auch die Folge einer Nierenerkrankung sein.” Tückisch aber sei, so der Mediziner weiter, dass beide Erkrankungen oft über Jahre unauffällig verlaufen, da sie sich „anschleichen” und lange keine Schmerzen verursachen.

Die Nieren sind lebenswichtige Organe. Täglich filtern sie rund 200 Liter Blut, befreien es von Giftstoffen und regulieren Wasserhaushalt, Blutdruck und Blutbildung. Mit zunehmendem Alter lässt die Aktivität der bohnenförmigen Organe nach. Die Ursachen für Nierenerkrankungen, die auch bereits junge Menschen treffen können, sind aber vor allem Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und zu hoher Salzkonsum.

Deutschlandweit leiden rund 20 Millionen Menschen unter erhöhtem Blutdruck und fünf bis acht Millionen an Nierenerkrankungen. In Essen gibt es rund 120 000 Menschen mit hohem Blutdruck und 600 Nierenkranke. „Die Dunkelziffer ist aber wohl höher”, stellt Kribben fest. „Denn viele Menschen wissen ja nicht, dass sie erkrankt sind.”

Hier will der Aktionstag ansetzen. Im Rahmen der bundesweiten Nierenwoche findet er bereits zum vierten Mal in Zusammenarbeit mit der VHS statt und will diesmal vor allem auf die Chancen einer Behandlung aufmerksam machen. „Eine frühzeitige Behandlung des Bluthochdrucks kann den Ausbruch und das Fortschreiten einer Nierenerkrankung um Jahre verzögern”, so Kribben.

Jeweils rund 200 Besucher nutzten in den vergangenen Jahren die kostenlosen Angebote des Nierentages. So gibt es auch diesmal Blutdruckmessungen, Blut-, Blutzucker- und Urinuntersuchungen, Gefäß-, Körperfett- und Muskelanalysen, Fitnesstests sowie Ultraschalluntersuchungen bei Auffälligkeiten. Mediziner des Uniklinikums und des Elisabeth-Krankenhauses bieten fachärztliche Beratungen zum persönlichen Risikoprofil. Ein Pavillion auf der Kettwiger Straße liefert umfangreiches Infomaterial und weist den Weg zum Nierenparcour in der VHS.

Nierentag

Der diesjährige Nierentag ist am kommenden Dienstag, 22. September, 12 bis 18 Uhr, in der Volkshochschule (VHS), Burgplatz 1. Hier gibt es kostenlose Gesundheits-Check-Ups, wie Blutdruckmessung, Blut- und Urinuntersuchungen, Gefäßananalyse und Fitnesstests. Weitere Infos zum Nierentag gibt es im Internet unter www.uk-essen.de/nephrologie

Andrea Kleemann

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