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Viel zu schnell vor Schulen

23.04.2009 | 15:05 Uhr

Großaktion für mehr Verkehrssicherheit: Autofahrer mit 63 Sachen in Tempo-30-Zone erwischt

Es klang wie eine Kampfansage an alle Raser und Rowdies auf den Straßen, als der oberste Verkehrspolizist Essens Mitte Februar verkündete: „Wir bleiben dran.” Das sagte Burkhard Kowitz mit Blick auf die Verkehrsunfall-Bilanz des vergangenen Jahres und die Zahl der im Essener Straßenverkehr verunglückten Kinder. Das Versprechen für mehr Verkehrssicherheit auf den Schulwegen sollte kein leeres bleiben.

Gestern setzten Beamte der Polizei und der Stadt die Ankündigung des Polizeidirektors um und einmal mehr den Verkehrssündern nach. Wie zu erwarten war, wurden sie auch diesmal reichlich fündig im ruhenden wie im fließenden Verkehr etwa bei den Geschwindigkeitsüberwachungen, bei denen das Tempo von 2217 Fahrzeugen vor Schulen gemessen wurde: 110 Verkehrsteilnehmer waren eindeutig zu schnell unterwegs. 109 Verwarngelder wurden verhängt und eine Anzeige geschrieben. Die geht an die Adresse eines besonders rücksichtslosen Autofahrers, der gestern mit 63 Stundenkilometern in einer 30 km/h-Zone auf dem Hellweg im Süden der Stadt geblitzt wurde. Hätte er nur einen Stundenkilometer mehr auf dem Tacho gehabt, wäre er seinen Führerschein erst einmal los gewesen.

Vier Autos wurden abgeschleppt, weil sie verkehrs- oder sichtbehindernd parkten und so eine akute Gefahr für die Schulkinder darstellten. In 15 Fällen blieb's bei Verwarnungen. Die Beamten klärten aber auch auf und sprachen Eltern an, die ihre Kinder vor Schulen auf der Fahrerseite aussteigen und achtlos über die Straße rennen ließen oder jene, die ihre Kurzen nicht angeschnallt hatten: Fünf Gurtverstöße wurden geahndet.

Von 219 im vergangenen Jahr im Straßenverkehr verunglückten Kindern kamen 34 auf dem Schulweg unter die Räder. Das waren sieben mehr als im Jahr zuvor, während die Gesamt-Zahl aller unter 14-Jährigen, die bei einem Verkehrsunfall verletzt wurden, binnen zwölf Monaten um 10,2 Prozent auf 219 zurückging. In 2006 noch Träger der „Roten Laterne” im Vergleich der Großstädte, liegt Essen damit jetzt fast im Landesschnitt, wie die so genannte Verunglücktenhäufigkeitszahl zeigt: Rein rechnerisch verunglückten in Essen 293 bis zu 14-Jährige pro 100 000 gleichaltriger Einwohner. Im NRW-Schnitt waren es 283. „Wir haben das Ziel, die Unfälle mit Kindern weiter zu senken, sehr gut erreicht”, kommentierte Kowitz die erfreuliche Entwicklung. Doch er sagte noch etwas: „Ob man das halten kann, kann kein Mensch sagen.”

Jörg Maibaum

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Kommentare
24.04.2009
15:33
Viel zu schnell vor Schulen
von Meinungsfuchs | #8

Vielleicht noch mal zur Klarstellung.
Ich bin wie allen anderen Kommentatoren der Meinung, dass alle sich an die Regeln halten müssen. Ich wehr mich lediglich dagegen das man Verstoß gegen Regel ob mit Absicht oder nicht als Raser oder Rowdies bezeichnet wird.
Desweiteren habe ich in Frage gestellt ob alle Kraftfahrer in der Lage sind exakt z.B. Tempo 30 einzuhalten. Versuchen sie es einmal an den o.g. Messstellen und teilen sie mal ihre Ergebnisse mit. Wenn hier einige die totale Überwachung mit Laser oder Radarstrecken fordern kann ich nur sagen „Herzlich Willkommen in einer Zukunft in der Welt von Orson Welles“.
Im Übrigen bevor hier wie jemand dumme Frage stellt, ich fahre seid 44 Jahren Unfall- und Knöllchenfrei und das bei beruflich bedingten 12 000 bis 15000 km im Jahr im Stadtverkehr zum Wohle der Allgemeinheit (Notdienste in einer bestimmten Berufsgruppe).

24.04.2009
15:11
Viel zu schnell vor Schulen
von mao | #7

Die Rechtschaffenheit der Verkehrsteilnehmer läßt zu wünschen übrig. Es geht schlicht um die Einhaltung von Regeln. Wem Strafzettel zu hoch sind (was im Vergleich zu anderen Ländern lachhaft ist), kann sich ja gerne dafür einsetzen, dass Regelverstöße mit gemeinnütziger Arbeit bestraft wird. Pro 5km/h zu schnell, eine Stunde Park säubern etc.

24.04.2009
12:09
Viel zu schnell vor Schulen
von theRebel | #6

Seit wann ist das provokante Überqueren einer Straße gleichzusetzen mit dem Überschreiten der vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit? Meinungsfüchse sind wahrscheinlich als Erwachsene geboren und haben nie diese ach so tolle Jugendzeit -mit dem tollen Gefühl gegen alles sein zu dürfen und alle Zeit der Welt haben- erlebt. Sehr traurig für diese Gattung Mensch, da haben Sie was verpaßt!

24.04.2009
11:26
Viel zu schnell vor Schulen
von zweimeinungen | #5

Nicht schlecht, jetzt ist zu schnell fahren und andere Menschen gefährden also schon ein Auflehnen gegen den Staat... hätte ich das gewusst, wäre ich bisher noch viel schneller gefahren...

24.04.2009
06:44
Viel zu schnell vor Schulen
von bb74a | #4

@ Speakerman

Wer sich an Geschwindigkeiten hält, hat auch keine Probleme; wer den Nachbarn denunziert, auch nicht. Wer immer schön der Obrigkeit folgt, ist ein guter Bürger. Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.Wer jeden Shice mitmacht, den ihm der Staat vorschreibt, kriegt vielleicht irgendwann das Bundesverdienstkreuz. Ich bin stolz auf sie, Sie sind ein aufrechter Bürger!

24.04.2009
01:10
Viel zu schnell vor Schulen
von Speakerman | #3

Wer sich an die Geschwindigkeiten hält hat auch keine Probleme. Es geht nicht darum 30 oder 33 km/h zu fahren, dass sollte auch ein Meinungsfuchs beherrschen, falls nicht: Einfach den Führerschein abgeben und nicht die Zeitungen, das Ordnungsamt oder die Polizei beschimpfen.

23.04.2009
23:42
Viel zu schnell vor Schulen
von scouti | #2

Wir haben in unserer Stadt in der neugestaltenen Innenstadt (bisherige Hauptverkehrsstr., jetzt übernimmt ein Tunnel den Part als Umgehung) eine Tempo-20-Zone. An beiden Eingängen befinden sich, seit der Freigabe im letzten Jahr, Messgeräte die dem Verkehrsteilnehmer kostenfrei ihre gefahrene Geschwindigkeit anzeigen. Bei einer Übertretung wechselt die Schriftfarbe von gelb auf rot (ein Laser mißt die Fahrzeuge und speichert die gemessenen Geschwindigkeiten zur Auswertung durch die Stadt für evtl. notwendige Massnahmen).
Die Polizei führte erst nach einigen Wochen erstmals kostenpflichtige und angekündigte Messungen durch.

Vielleicht auch eine Idee für die Essener Straßen in Wohngebieten oder in denen Schulen liegen und gerne auch als Abkürzung (z. B. A 40 Frillendorf in Richtung Zentrum) dienen.

23.04.2009
18:30
Viel zu schnell vor Schulen
von Meinungsfuchs | #1

Die NRZ schreibt Es klang wie eine Kampfansage an alle Raser und Rowdies auf den Straßen.
Sind alle Verkehrsteilnehmer die nicht z.B. exakt Tempo 30 eingehalten haben dann schon Raser und Rowdies?
Ihr Journalisten solltet die Kirche mal im Dorf lassen oder schreibt ihr die Pressemitteilungen des Ordnungsamts nur noch ab.
Es ist sicher Richtig dass der eine Fahrer mit Tempo 63 viel zu schnell war. Was ist mit den anderen verwarnten Fahrern gewesen?
Versuchen Sie doch mal exakt Tempo 30 einzuhalten. Bei der durchschnittlichen Fehlanzeige eines Autotachos werde sie Schwierigkeiten bekommen.
Was soll also dieser Populistische Artikel. Dient er nur dazu, dass unser Straßenverkehrsamt weiter abzockerei betreiben kann?
Dieses Amt lässt ja auch in ihrer Zeitung dauernd vermelden das sie ja nur an gefährlichen Stellen, an Schulen und Kindergärten usw. blitzt.
Die Realität sieht aber doch etwas anders aus. Am häufigsten sieht man sie an 4 spurigen Straßen ohne Wohnbebauung, in Industriegebieten und vor allendingen zu Zeiten wo richtig viel Verkehr ist.
Die Fälle wo sich unsere Städtischen Blitzfahrzeuge z.B. vor Schulbeginn und an den Schulenden an solchen Stellen sehen lassen können sie an einer Hand abzählen. Nein zu diesen Zeiten lohnen sich die Ausfallstraßen weil hier mehr kassiert werden kann.

Vielleicht sollte das Ordnungsamt auch mal darauf achten wie provokativ so manche Schüler über die Straße gehen. Da hier aber nicht ganz so viel zu holen ist wie bei den Autofahrern ist wohl auch kein Interesse da.

Vielleicht könnte die Stadt Essen sich auch bei den Parkmöglichkeiten mal etwas einfallen lassen. Aber nein, erst eine unsinnige Parkregelung bringt dauerhafte Einkünfte für die Stadt.

Weiter so NRZ. Wann beginnt man in dieser Zeitung mal journalistisch tätig zu werden.

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