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Viel weniger neue Arbeitslose

31.01.2008 | 20:31 Uhr

ARBEITSMARKT. Arbeitsagentur: Durch leichten Rückschlag kommt Aufschwung nicht ins Stocken.

500 Frauen und Männer ohne Job mehr als noch vor einem Monat. Für diese Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt, die dem NRW-Trend entspricht, "muss man kein Prophet sein", sagt Michael Kinzler, Sprecher der Agentur für Arbeit. Durch die Kündigungsfristen erhöhe sich erfahrungsgemäß nach Quartalsende in Essen die Zahl der Arbeitslosen. Auch saisonale Einflüsse spielten eine Rolle, nach dem Weihnachtsgeschäft gibt's beispielsweise Kündigungen im Einzelhandel.

Facharbeiter und Kaufleute sind gefragt

Jeder Arbeitslose mehr ist einer zuviel. Der Vergleich zu Januarmonaten in Vorjahren, etwa seit 2001, verdeutlicht aber, warum die Agentur für Arbeit keinen Alarm schlägt. Da hatten immerhin zwischen 1200 bis 1800 Betroffene den Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn verursacht. Und trotz der aktuellen leichten Erhöhung der Arbeitslosenquote um 0,2 auf 12,9 Prozent heißt es in der Arbeitsagentur: "Die insgesamt positive Entwicklung wird weiterhin Bestand haben."

Derzeit sind 4100 ungeförderte offene Stellen im Angebot. "Gesucht werden vor allem Facharbeiter aus der Metall- und Elektrobranche, aber wegen des hohen Dienstleistungsanteils in Essen auch kaufmännisch ausgebildete Fachkräfte", sagt Udo Glantschnig, Chef der Agentur für Arbeit. Wichtiger Schlüssel zur Deckung des Fachkräftebedarfs bleibe auch in Zukunft die betriebliche Ausbildung. "Hier müssen die Unternehmen noch deutlich nachlegen, um künftig verstärkt drohenden Engpässen entgegenzuwirken", so Udo Glantschnig. Aktuelle Lehrstellenzahlen halten die Agenturen allerdings zurück, die gibt's erst wieder im März.

Von den insgesamt 36 560 Arbeitslosen entfallen nur noch 7900 auf die Agentur, der Großteil ist beim Job-Center mit rund 28 700 Betroffenen mit Arbeitslosengeld II-Bezug registriert. Hier ist auch das Gros aller Langzeitarbeitslosen gemeldet, die seit mindestens einem Jahr ohne Job sind: rund 16 700 Menschen. (sus)CALL-CENTERRund 300 freie Stellen in Call-Centern mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen sind aktuell bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das wird vielleicht die 127 Beschäftigten des Call-Centers von Primondo/Quelle ein wenig beruhigen, die wegen Schließung des Essener Standorts zum 31. Juli ihren Job verlieren. Die Kräftenachfrage ist laut Agentur noch weitaus höher. In Essen sind derzeit 4000 Angestellte in 50 Call-Centern beschäftigt.

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