Viel Hilfe, aber ein Streetworker fehlt

Eigentlich sollte in Essen niemand auf hartem Straßenpflaster nächtigen müssen, erst recht nicht in klirrend kalter Winternacht. Die Wirklichkeit hingegen sieht anders aus - siehe Hauptbahnhof. Das ist bedauerlich nicht nur für jene, die professionelle Hilfen anbieten. Zum Beispiel Caritas und Diakonie, die barmherzigen Schwestern und das Sozialamt. Es ist besonders bedauerlich für die Betroffenen selbst.

Resignierend darauf zu verweisen,dass solche Phänomene zum Bild einer Großstadt leider dazugehören, käme einer Kapitulation gleich. Hart durchzugreifen und zu verdrängen, das bringt nicht einmal kurzfristigen Erfolg.

Die Freiwilligen von „Essen packt an!“, beflügelt vom stürmischen Erfolg, fordern einen „Obdachlosen-Botschafter“. Das mag idealistisch-romantisch und für Profi-Sozialarbeiter gar übermütig klingen, dabei hätte das durchaus Substanz. Zwar gibt’s in der sozialen Stadt Essen für Obdachlose eine Fülle von nützlichen Adressen und Anlaufstellen. Aber ein Streetworker, der vor Ort ansprechbar ist, der zuhört und individuelle Hilfestellung anzubieten vermag, der fehlt in der Obdachlosen-Szene tatsächlich.