Videotheken müssen aufwändig umbauen

Aus der WAZ vom 10. April 1985:.  Bisher kannte man es nur von billigen Porno-Shops und Peep-Shows: zugeklebte Fensterscheiben, dicke Vorhänge vor den Eingangstüren und das unvermeidliche Schild: „Für Jugendliche verboten“. Seit Anfang dieses Monats müssen sich Essens Videotheken genauso wie die zwielichtigen Sex-Geschäfte vor dem Blick der Öffentlichkeit verbarrikadieren – das ebenfalls neugefasste Jugendschutzgesetz, das u. a. Jugendliche vor jugendgefährdenden Videofilmen schützen soll – verlangt es so. Seitdem werkeln die Besitzer der Videotheken an ihren Geschäften. Allein 15 000 D-Mark verschlang der Umbau der Videothek bei der Elektrogroßhandlung Tonding an der Altendorfer Straße, bis die wichtigste Jugendschutzbestimmung erfüllt war: getrennte Verkaufsräume für Fernseher, Massagegeräte oder Glühbirnen und die nicht jugendfreie Videothek. Dafür fühlt sich der Videokunde in einen Irrgarten versetzt. Wie im Labyrinth tastet er sich von Tür zu Tür, von Vorhang zu Vorhang, bis er endlich vor der kameraüberwachten Bedienungstheke steht. Übrigens: Auch Babys in Kinderwagen dürfen nicht in Videotheken.