Freizeit
Skater suchen ein Zuhause
21.12.2009 | 05:00 Uhr 2009-12-21T05:00:00+0100Essen-Kettwig. Das Problem schwelt seit Jahren: In Kettwig sind sich Skater und Anwohner nicht ganz grün. Erst im November wurden die Skater vom Rathausplatz verbannt - nachdem sie zuvor mit ihren Brettern durch den Ratssaal gedüst waren. Nun suchen Politiker und Jugendliche gemeinsam eine Lösung.
Rollen krachen auf den Boden, Skateboards grinden, neudeutsch für schleifen, über Querstangen aus Metall, aus einem kleinen CD-Player schallt bassgeschwängerte Musik. Ein ganz normaler Nachmittag im Jugendzentrum Eckhaus in Kettwig. Dabei sollte die Lösung, Skatern im großen Saal Gelegenheit zum Austoben zu geben, eigentlich nur für den Übergang sein. Denn die rasanten Jugendlichen sind nicht gern gesehen in Kettwig. Erst im November beschloss die Bezirksvertretung einstimmig, den Rathausplatz für Skater komplett zu sperren.
Einige Jugendliche hatten das Fass zum Überlaufen gebracht, als sie mit ihren Brettern durch den Ratssaal gebraust waren. Die Polizei musste mehrfach ausrücken, Anwohner drohten mit Anzeigen. „Irgendwo müssen wir aber doch hin“, sagt etwa Yannic Bodo. Für den 16-Jährige ist ein Skateboard mehr als ein Brett mit vier Rollen – es ist seine Leidenschaft.
Bedingungen auf bestehender Fläche schlecht
Barbaros Hitzal kennt das Problem. Der Mitarbeiter des Eckhauses weiß, dass die Problematik bereits seit zehn Jahren im Ort schwelt. Zwar ist mit der Skateranlage am Sportplatz ausreichend Fläche für den lautstarken Sport vorhanden – die Bedingungen aber sind denkbar schlecht. „Der Untergrund ist durch viele Schottersteine viel zu rau. Da müsste etwas passieren“, so Hitzal. Derzeit sucht die Bezirksvertretung nach Möglichkeiten. 25.000 Euro hat die Verwaltung dafür im Köcher. Neben einer von den Kettwiger Jugendlichen favorisierten Sanierung der Anlage am Sportplatz ist auch die Errichtung eines neuen Skaterplatzes im Löwental in Werden im Gespräch. „Das wäre für unsere Jungen und Mädchen allerdings ein Problem. Ein Großteil der Skater hat noch keinen Führerschein. Die möchten ein Angebot vor der Haustür“, so Hitzal.
Jugendliche an politischem Prozess beteiligen
In jedem Fall fordert er, die Jugendlichen an dem Prozess zu beteiligen. „Wenn der Standort klar ist, möchten wir die Skater gern in einem Projekt an der Entwicklung teilhaben lassen. Schließlich geht es hier um sie“, so Hitzal. Das sei auch vor dem Hintergrund der politischen Bildung pädagogisch zu befürworten. „Die Jugendlichen merken, dass sie etwas erreichen können“, ist Hitzal überzeugt.
Fabian Schrumpf, Mitglied der Bezirksvertretung und ehemaliger Jugendbeauftragter, hat bereits Gespräche mit Jugendlichen geführt. „Das Verbot auf dem Rathausplatz war unausweichlich. Da haben sich einige wirklich daneben benommen. Nun gilt es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden“, sagt der CDU-Politiker.
Noch im Frühjahr, so hofft er, könne mit konkreten Maßnahmen begonnen werden. Bis dahin machen die Skater weiterhin das Eckhaus unsicher – wo sie nicht nur im Warmen ihrem Hobby nachgehen können, sondern auch die Sicherheit haben, willkommen zu sein.
10:52
naja es ist schon schwierig es allen recht zu machen, ich kann beide seiten gut nachvollziehen. vielleicht wäre eine lösung mehr skaterparks bzw. parks mit mehr möglichkeiten einzurichten, damit es nicht so schnell langweilig wird.
23:17
Naja es ist ein Schwert mit 2 Seiten. Einerseits will man gerade der Jugend was gönnen, doch andererseits ist es auch so das viele Jugendkulturen wie das Skaten nicht überall hinpassen. Das ist nun einfach so. Gerade weil auch die Infrastrukturellen Einrichtugen wie Geländer, Treppen etc sehr in mitleidenschaft gezogen weren. Ich weiss wovon ich rede, denn ich war selber früher mit INline Skates unterwegs und man wurde überall weggeschickt. Man kann es so und so sehen aber grundsätzlich muss man einen Platz einrichten wo geskatet werden kann. Nur meistens werden diese bald zu langweilig ud man skatet wider irgendwo in der Stadt.
22:47
Also ich bin ein skater un ma ganz ehrkich was sollen wir machen wir können nirgends wo hin wenn das eckhaus zu hat dann ist lar das wir mal am rathaus oder woanders skaten Wir sind so oft in essen funbox oder in sogar in duisburg aber jeden tag ist die fahrt z u lang und ausserdem viel zu teuer Ich weiss ja auch das wir nicht ohne sind aber ihr wahrt ja auch mal jung wenn die anlage gebaut wird haben wir kein stress mit anwohnern und den polizisten der beste platz währ ja am alten bahnhof wo früher die skatehalle drin wahr aber mal gucken was sich tut
17:47
Zur Kulturhauptstadt sind doch nur Leute mit dickem Geldbeutel eingeladen.
Wer will den dort Skater sehen.
Die Skater sind in den Augen von unseren Ortpolitikern doch nur Pack was aus den Ort vertrieben werden muss.
Die gründe sind immer die Selben:die Skater machen alles kaputt,sind zu laut und hinterlassen Müll.
Nicht nur die Skater machen Sachen kaputt.
Auch Jüngelchen aus gutem hause benehmen sich in Kettwig wie eine offene Hose wenn sie zu viel gesoffen haben und es Dunkel ist.
Aber da sagt natürlich niemand etwas.
Oder der Krach.
Wir haben jede menge Stadtfeste wo bis spät Abends laute Musik geboten wir die man biss nach vor der Brücke hört.
Und die Sache mit dem Müll ist mehr als lachhaft.
In Kettwig werden die Müllbehälter viel zu selten gelert.
Die Dinger sind einfach zu schnell voll und man wir einfach gezwungen seinen Abfall daneben zu legen.
Noch ein kleiner tip an unsere Ortspolitiker:
Wie sieht es mit dem Parkplatz neben dem Alten Bahnhof aus wo früher die alte Skatehalle war.
Der wird doch eh nicht genutzt.
Vielleicht kann dort die neue Anlage gebaut werden.
Es müssen ja nicht immer Parkplätze für faule Autofahrer gebaut werden.
17:32
@multiphren:
Mit der Kritik an der Kulturhauptstadt bin ich bei Ihnen, das Geld für jeden Prestige-Blödsinn in Essen ausgegeben wird und die Jugendarbeit auf der Strecke bleibt ist nicht okay, allerdings mit dem Verständnis habe ich so meine Probleme.
Gegen Kinder habe ich gar nichts, war ja auch mal jung/jugendlich, das Jugendliche sich mal austoben ist ja auch okay, habe ich auch gemacht, aber:
Ich habe mich mehrfach mit Betroffenen unterhalten, was da wirklich vor Ort abgegangen ist, da redet man eher hinter vorgehaltener Hand drüber. Eine Aussage war die: Wenn nur 3-4 von denen da sitzen geht es noch, aber wehe es werden mehr... Da konnte man durchaus Unbehagen raus hören.
Ich bin in Kettwig aufgewachsen und habe mich auch hier ausgetobt, Skateboards haben wir damals auch gehabt und Rollerskates, aber wir sind weder den Anwohnern auf den Sack gegangen noch haben wir eine mehrere tausend Euro teure Skateanlage benötigt, wir haben uns unsere Strecken schon selbst gesucht;;--))
Vielleicht ist ja auch nicht das eigentliche Skaten von 3-4 Jungs das Problem, sondern die Grüppchenbildung bzw. Gruppendynamik??
Und: Jeder der hier um Verständnis für die Jugendlichen wirbt. Wenn die Jungs bei Euch vor der Haustür rumskaten, seid Ihr doch selbst die Ersten die sich aufregen und die Jungs mit dem Blaulicht holt!!!
Achja: Gerne Richtung Ruhrtalstrasse, ob das Geld aber in der Höhe benötigt wird (wie wär es denn mal mit Selbst ist der Mann, zumal es in Essen Ort gibt mit schlimmeren Jugendproblemen gibt) bzw. ob die Anlage dann auch angenommen wird??!! Zumal das Jungvolk heute eher zur Faulheit erzogen wird, ist schon schon ein ganz schöner Weg daraus.
10:16
Die jugendlichen Skater; Breakdancer; Gothics; Metaller.. werden sich das gut merken...keine Skatehallen/Anlagen (Helene Amalie; keine Musikfestivals (Essen Original)..keine Schwimmbäder (Hesse).. dafür aber son Scheiß wie Fupballbildchen an der 40.. Philharmonie.. oder Fressorgie auf der 40..
Ihre Rache wird fürchterlich sein.. und ich (42) mach da mit!
06:28
So sieht es aus, die Kulturhauptsstadt hat keinen Platz für ihre Kinder, kein Geld und Verständnis schon überhaupt nicht.