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Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten

28.09.2009 | 05:30 Uhr

Essen. Toyota schreibt das Adjektiv groß: Der Neue Prius. an der dritten Generation des Hybridautos ist die Erklärung des Antriebsprinzips. Beim Prius handele es sch um ein Elektroauto mit zusätzlichem Verbrennungsmotor - behauptet Toyota und springt damit verbal auf den Trendzug zum Stromauto auf.

Wie bei einem feststehendem Begriff schreibt Toyota das Adjektiv groß: Der Neue Prius. Besonders neu an der dritten Generation des Hybridautos ist die Erklärung des Antriebsprinzips: Beim Prius handele es sch um ein Elektrofahrzeug mit zusätzlichem Verbrennungsmotor - behauptet zumindest Toyota und springt damit verbal auf den Trendzug zum Stromauto auf. Dabei ist es in Wirklichkeit weiterhin genau umgekehrt.

Zum Briefkasten, zum Brötchenholen und zurück

Unter günstigen Voraussetzungen schafft der "Erste" - lateinische Bedeutung von Prius - rein elektrisch betrieben eine Strecke von zwei Kilometern mit maximal Tempo 50 km/h. Foto: imago

Unter günstigen Voraussetzungen schafft der Prius - rein elektrisch betrieben eine Strecke von zwei Kilometern mit maximal Tempo 50 km/h. Also bestenfalls zum Briefkasten, zum Brötchenholen und zurück. Erst mit der kommenden Plug-in-Version werden längere innerstädtische Strecken von rund 40 Kilometer möglich sein. Plug in, das meint ein System mit einer Batterie, die einfach an der Steckdose aufgeladen werden. Voraussichtlich nicht vor 2012 wird der Plug-In-Prius für jedermann zu kaufen sein. Der Aufpreis müsste wegen der teuren Lithium-Ionen-Batterie saftig sein.

Der eigentliche Spar-Sinn der von Toyota und Honda jetzt schon vor zwölf Jahren zur Serienreife gebrachten Hybrid-Idee, die eigentlich fast so alt ist wie das Auto: Ein Elektromotor unterstützt einen Verbrennungsmotor und senkt den Verbrauch in drei Akten: Im Stand an der Ampel oder beim Stop-and-go-Verkehr wird der Verbrenner abgeschaltet - wo bei konventionellen Autos der Verbrauch so explodiert, dass ihn die manipulierten Bordcomputer schamhaft verschweigen, konsumiert der Hybrid nichts. Dank der elektrischen Unterstützung reicht ein kleinerer, also genügsamerer Motor, und er kann viel öfter in seinem effizientesten Bereich arbeiten. Dazu kommt noch die allerdings geringe Energierückgewinnung (Rekuperation). Ein Generator bremst möglich kräftig mit und erzeugt dabei Strom. Das Verfahren lässt sich aber auch mit jedem Ottomotor kombinieren.

Honda integriert einen kleineren Elektromotor

Für den Fahrer unmerklich gesteuert wird das komplizierte Zusammenspiel durch ein computergesteuertes Automatikgetriebe, zumindest beim Vollhybridsystem von Toyota. Honda integriert bekanntlich einen kleineren Elektromotor im Antriebsstrang, was sich manchmal durch ein dem Toyota fremdes Ruckeln bemerkbar machen. Hondas Hybrid-Civic kann auch in viel weniger Situationen rein elektrisch vorwärts kommen. Bei Toyota liegt die um ein Viertel auf 136 PS gestiegene Systemleistung deutlich höher: Der 1,8-l-Vierzylinder kommt allein auf 99 PS, soviel wie Hondas Gesamtsystem.

Hondas Hybrid-Civic kann auch in viel weniger Situationen rein elektrisch vorwärts kommen. Foto: ddp

Und was bringt das jetzt? Tatsächlich liegt die Differenz zwischen den beiden Japanern nur bei einem auf den ersten Blick für Toyota enttäuschenden halben Liter. Aber der Prius bietet auch eine halbe Größenklasse mehr Auto und Komfort. In der Praxis lässt sich der Prius bei ganz normaler Fahrweise mit leicht über fünf Litern pro 100 Kilometer bewegen, auch bei verbrauchsungünstigen Rahmenbedingungen. Wer sich von der zu defensiver Fahrweise animierenden Auslegung des Öko-Wagens anstecken lässt, der nähert sich dem sensationellen Normverbrauch von vier Litern.

Jagd nach dem deutschen Autobahn-Mythos

Das ist deutlich unter den Treibhausgasemissionen eines guten Dieselmotors, der es in Sachen Laufruhe und Schadstoffausstoß nicht mit dem 1,8-l-Benziner im Prius aufnehmen kann. Und im Gegensatz zu manch' gegenteiliger Behauptung säuft der Prius auch nicht, wenn man auf der zumeist sinnlosen Jagd nach dem deutschen Autobahn-Mythos die 180 km/h Höchstgeschwindigkeit möglichst oft ausnutzt. Hier zahlt sich die häufige Rekuperation aus und begrenzt den Verbrauch auf gut sechs Liter. Die selbe gute Erfahrung kann man mit den Civic Hybrid machen. Nur bei Dauervollgas auf leeren Pisten ohne Tempolimit und Baustellen, also im Reich der Fabel oder der abgesperrten Rennstrecke, spart der Hybrid nichts mehr.

Es gibt aber auch etwas zu meckern an Toyotas Prius-Auslegung. Das Automatikgetriebe arbeitet stufenlos und neigt zu Drehzahlsprüngen. Gerne würde man händisch eingreifen und mit Vollgas und voller elektrischer Unterstützung, aber ohne hochtouriges Jaulen beschleunigen - geht aber nicht.

Unübersichtliche Fließheckkarosserie

Und es gibt natürlich auch was `zu Meckern am Prius selbst: Die unübersichtliche Fließheckkarosserie folgt ohne Rücksicht auf designerische Verluste dem Diktat des Windkanals. Die dadurch geteilte Heckklappe ist kein guter Witz für Ästheten. Die Anmutung des Innenraums entspricht den geschmacklichen Gepflogenheiten der Hauptabsatzmärkte, nämlich den USA und in Japan. In seiner Heimat war der Prius III vom Start weg das meistverkaufte Auto und löste in dieser Führungsrolle den Civic ab.

Zudem ist die Lenkung auch nach mehreren Verbesserungen immer noch recht gefühllos und die Fahrwerksabstimmung geht tendenziell Richtung "Wank & Weich", was sich auf Bodenwellen bis zum Aufsetzen aufschaukelt. Da ist der Wagen nicht der Beste. Zudem verlangt der dafür gut ausgestattete Prius mindestens nach 25.000 Euro Eintrittsgeld in die schöne neue Welt des Vollhybriden (Honda: 20.000 Euro). Gegen Aufpreis gibt es auf der Ausstattungsliste noch zusätzliche Hightech-Lichter mit LED-Scheinwerfern, Solaranlagen-Schiebedach, eine fernsteuerbare elektrische Klimaanlage und einem Infos in die Windschutzscheibe einspiegelndem Head-up-Display.

Ein Hybrid in jeder Baureihe

Wer es billiger haben will, muss warten. In zehn Jahren will Toyota in jeder Baureihe ein Hybridmodell anbieten. Aber schon im nächsten Jahr den Golf-großen Auris mit dem kompletten Hybridsystem des Prius. Der hat dann hoffentlich alles, was der Prius nicht hat, aber nicht seinen Preis.

Gerd Heidecke und Stefan Kober

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Kommentare
03.10.2009
14:03
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Ricke | #20

#19:

Der um 11:11 geschriebene Kommentar erinnert mich zunächst einmal an die Karnevalszeit - so kommt der Kommentar auch selbst rüber.
Wenn man z.B: Audi als Erfinder des Hybridanstriebs spricht, ja mei, das kann wirklich nur ein Bayer. Audi hat vom A4 90 (!) Stück Hybridfahrzeuge hergestellt. Wahrhaftig, eine tolle Serie. Ich glaube, hier spricht man immer noch von Versuchsfahrzeugen. Toyota baut den Prius schon seit 1997 in kommerziell Serie, und nicht als Versuchsfahrzeug!
Wenn Sie manchen eine Ökobrille unterstellen, dann haben Sie aber eine ganz , ganz dicke deutsche Brille auf (wahrscheinlich Format Horngestell, passend zu den Brotkästen aus dem Hause VW, wie Touran, Golf und alle anderen)
Zum Gruß

02.10.2009
11:11
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von ProFahrspass | #19

Ich bin wahrlich kein VW-Fan, aber wer diesen Blechbuckelwal tatsächlich für hübscher als aktuelle VW-Modelle hält, muss schon eine verdammt dicke Ökobrille tragen.

Von Fahrspass mag ich erst gar nicht anfangen, da kann der Prius rein gar nichts bieten. Und ja, es scheint noch Menschen zu geben, die darauf Wert legen. Ansonsten wären hier deutlich mehr Prius als BMW, Mercedes, Audi oder VW unterwegs. Aber ganz im Gegenteil, der Prius scheint sich trotz aller Werbeproganda und Unterstützung durch Al Gore, Renate Künast, sowie durch die Klimalobby nur schleppend zu verkaufen. Woran das wohl liegt? Ganz einfach, weil er hässlich wie die Nacht ist, bescheidene Fahrleistungen aufweist, viel zu teuer ist und die allerwenigsten das Image des gutmenschlichen Klimaretter mit sich herumtragen möchten. Die vielleicht anfänglich wirkungsvollen Marketingstrategien entpuppen sich mittlerweile als kontraproduktiv.

Und dass der Hybrid eine deutsche Erfindung von Audi ist, weiß hier hoffentlich jeder. Wenn die Nachfrage vorhanden wäre, wären längst alle deutschen Autos mit Hybrid unterwegs. Aber wer sparen muss, setzt hier nunmal auf verbrauchsarme Diesel, die laut Autobild auch noch Spass machen und den Prius somit in den Schatten stellen.

30.09.2009
22:42
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Mysthbuster | #18

Leute..... für MICH (fahre bereits 10 Jahre Prius!) gelten nur nackte, sachliche Fakten:
1. sieht Scheiße aus...
Optik ist eine Individuelle Beurteilung; ist wie bei Frauen: Der eine meint die sieht gut aus, der nächste sagt die sieht unaktraktiv aus.
Äußerste Priorität hat beim Design der Karosserie des Prius der CW-Wert. Eine optimale Windschlüpfrigkeit ist eine Grundvoraussetzung um Kraftstoff einzusparen! In der Sparte PKW hat der Prius zur Zeit den besten CW-Wert! (siehe wiki) Bei der Ermittlung dieses Wertes kommt bei allen Windkanälen dieser Welt die sog. Tropfenform einer Karosserie heraus. Seinen Charakter erhält das Fahrzeug dann durch kleinere Details, die jedoch im wesentlichen den CW nicht negativ beeinflussen dürfen. Die äußereFahrzeugform der Autobauer dieser Welt wird sich daher immer weiter angleichen. Die Zukunft: Ersatz der Außenspiegel durch Kameras - auch das wird für viele noch sehr gewöhnungsbedürftig werden.

2. wenn die Akkus platt sind ist teuerer Ersatz fällig
Vom Prius der 1. Generation fahren bereits Modelle mit 700.000 km und vom Prius der 2. Generation Modelle mit 500.000 km als Taxi in Berlin . Und das mit dem gleichen Akku-Satz! Der Akku wiegt ca. 42 kg und ist so groß wie ein Aktenkoffer. Es könnten bei einem Defekt auch einzelne Zellen ausgetauscht werden.) Es stimmt: Leider hat Toyota bei der 3. Generation des Prius die Garantie von 8 Jahren auf 5 Jahre gesenkt. Das ist eigentlich Schade, da es ein falsches Signal ist! Da mussToyota unbedingt nachbessern...
3....kommt mit 4,8 L Diesel aus...
Vor kurzem gab es in AutoBild- ausnahmsweise- einen sehr sachlichen und kompetenten Bericht über die Emissionen von Dieselkraftstoff betriebenen Fahrzeugen gegenüber Super/Normalbenzin.betriebenen.
Dieselkraftstoff erzeugt bei der Verbrennung ein ca. 10 fach so hohen Stickoxid Wert wie Benzin.
Stickoxide bewirken bei Männern übrigens Impotenz und sind im wesentlichen an der Entstehung von saurem Regen verantwortlich. NOx + Wasser ergibt Salpetrige Säure, die bis zur Salpetersäure oxidiert wird. Diese ist vor allem Schädlich für Nadelbäume. Auch die Atemwegsorgane leiden sehr stark an diesem Gas - wie auch Feinstpartikel - die durch Ihre Größe im Nanobereich lungengängig sind und in die feinsten Verästelungen der Bronchien hervordringen und hier dauerhaft im Filter hängen. Auch der Anteil an HCx (= unverbrannter Kohlenwasserstoffe) ist beim Verbrennungsvorgang des Diesels um einiges höher als beim Benzin. Nur durch aufwändige und teure Maßnahmen ist dieser Nachteil zu egalisieren. Partikelfilter, NOx-Reduzierung mit Harnstoff (Blue-Tec)
...

30.09.2009
13:41
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Christian123456 | #17

@ gerader Wuchs:
Falls Sie kein Fremdwörterbuch besitzen:
Subvention = zweckgebundene Geld- oder geldwerte Leistungen öffentlicher Körperschaften an Unternehmen und Wirtschaftszweige ;o)

30.09.2009
10:24
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Christian123456 | #16

@ geradem Wuchs:
Sie meinen so, wie VW den Phaeton subventioniert?

29.09.2009
07:57
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von geradem Wuchs | #15

Christian, Toyota subventioniert den Prius über die anderen Baureihen, und das nicht zu knapp.

29.09.2009
07:41
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Christian123456 | #14

@ Vielfahrer, #9:
Übersubventioniert? Wer subventioniert denn hier?

Ansonsten ist Toyota unbestritten Vorreiter in dieser Technik. Innerorts lässt sich dieser Wagen sogar elektrisch fahren. Únd zum Design: Grundsätzlich ist es Geschmackssache - aber jeder VW sieht altbacken und langweilig gegen den Prius aus.

28.09.2009
22:39
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Ricke | #13

Oh Gott, hier prollen aber wieder einige Kommentatoren.,..
1. Wenn z.B: VwWsolch ein Auto anbieten könnte, würde wieder fast jeder sagen, tja , Made in Germany, und sieht auch noch gut aus.
2. Teuer? Ein Stink-normaler Golf in akzeptabler Ausstattung und einem antiquierten Motor ist genauso teuer wie ein Prius, ohne Hybrid Antrieb
3. Ein Golf sieht für meinen Geschmack einfach nur sparsam aus. Kein Pep, kein Flair, keine Eleganz einfach nur langweilig.
4. Prius ist auf dem Weg zu einem Kult Auto. Toyota baut den Prius schon zu Zeiten, als VW z.B;: noch nicht einmal eine Zentralverriegelung serienmässig anbieten konnte.

Leute, findet euch damit ab und seht den Tatsachen ins Auge: Die besten Autos kommen schon lange nicht mehr aus Deutschland, höchstens die teuersten...und unzuverlässigsten.

28.09.2009
20:13
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Sparer | #12

Der Prius 3 lässt sich auch locker mit eine 3 vor dem Komma fahren. Da sieht ein TDI alt aus - von den Schadstoffen ganz zu schweigen.

Leider haben die deutschen Hersteller dem nichts entgegenzusetzen. Hier sind die PS-Boliden Trumpf!

28.09.2009
16:35
Prius: Wer Hybrid billiger haben will, muss warten
von Ein Priusfreund | #11

Nicht meckern, besser machen!
Für ernsthaft Interessierte empfehle ich:
- www.priusfreunde.de -

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