Mazda RX-8 - der letzte seiner Art
19.08.2010 | 16:23 Uhr 2010-08-19T16:23:00+0200Essen. Mit dem Mazda RX-8 stirbt der Wankelmotor in Europa aus. Was daran wirklich schade ist? Eigentlich nichts. Wir trauern ja auch nicht dem Dampfkraftwagen oder dem Holzkohlevergaser nach. Der RX-8 ist dennoch ein Superauto zu einem Superpreis.
Mit Autos ist es ein bisschen wie mit aussterbenden Tierarten. Was man an ihnen gehabt hat, merkt man erst, wenn sie nicht mehr da sind. Noch in diesem Jahr verschwindet der RX-8 aus den Showräumen der europäischen Mazda-Händler, und damit die Antriebsart Wankelmotor aus den Zulassungsstatistiken.
Der von Felix Wankel vor über einem halben Jahrhundert zur Serienreife entwickelte Kreiskolbenmotor trägt einen genetischen Makel mit sich herum, der ihm jetzt zum Verhängnis wird. Seine Abgaswerte waren nie die besten. Die Brennraumform ist ungünstig, und etwas Schmieröl wird immer mitverbrannt. Den Motor fit zu machen für die Grenzwerte der Abgasnorm Euro 5 wird Mazda zu teuer, und deshalb kann er in Westeuropa als Neuwagen nur noch 2010 zugelassen werden. In Japan und den USA rotieren die annähernd dreieckigen Kolben jedoch weiterhin in dem seltsamen Trochoiden, der von Wankel ersonnenen, an eine Acht erinnernden Zylinderform.
Knapp 10.000 Stück in Deutschland verkauft
In besseren Jahren hätte Mazda die Investitionen in sein Aushängeprojekt sicher nicht gescheut, und ganz so exotisch klein sind die Verkaufszahlen des viertürigen Sportlers gar nicht. Knapp 10.000 Stück wurden seit seinem Erscheinen 2003 allein in Deutschland an den Mann gebracht. Aber seitdem die Japaner nicht mehr vom Ford-Konzern beherrscht werden und als einer der kleinsten Massenautomobilhersteller alleine stehen, sitzt der Yen nicht mehr locker. Die allgemeine Krise tat ein Übriges, den RX-8 vom EU-Markt zu nehmen.
Mazda hält aber nach eigener Aussage am Prinzip des Kreiskolbens fest. Die nächste Generation soll dem Vernehmen nach ein Wunderding werden, mit Turbolader und vier statt zwei Scheiben, wie man die Zylinder beim Wankel nennt. Vor 2012 wird es mit einem RX-9 (oder wie immer der Nachfolger heißen wird; manche spekulieren über die Rückkehr des RX-7, weil dieser einst so erfolgreich war) aber nichts werden.
Bleibt es bei den vier Scheiben, dann gibt Mazda einen Vorteil des Wankel in Zukunft auf: seine Einfachheit. Für einen ruhigen Lauf benötigt die Kreiskolbenmaschine im Gegensatz zum auf und ab stochernden Hubkolbenmotor eben nicht möglichst viele Zylinder.
Das wahre Problem ist der zu hohe Verbrauch
Auf die Kraft aus dem Turbolader kann man sich freuen. Durchzugsstärke war bislang nie des Wankels Stärke. Auch der letzte Versuch mit einer verkürzten Getriebeuntersetzung, die Durchzugsschwäche beim RX-8 zu kaschieren, entpuppt sich beim Fahren als Notlösung. Die gebotenen 211 Newtonmeter Drehmoment bei 5500 Umdrehungen sind im aufkommenden Elektroauto-Zeitalter mit seinem schier endlosem Drehmoment ab null Umdrehungen doch Werte von gestern, vor allem für einen Sportwagen.
Bei der ausgeprägten Drehfreude des Kreiskolbenprinzips wird es sicher auch in der nächsten Generation bleiben. Jetzt schafft der Zweischeibenmotor im RX-8 pro Sekunde 150 Umdrehungen. Und die braucht er auch, denn seine 231 PS entstehen erst bei etwas weniger, nämlich 8200 Umdrehungen pro Minute. Das sind einerseits Drehzahlen, die der Hubkolben-Verbrennungsmotor nur unter Gekreische schafft. Andererseits sind fünfstellige Drehzahlen für Elektromotoren kein Grund zur Sorge.
Aber das wahre Problem des Wankels ist der zu hohe Verbrauch, auch dieser bedingt durch die nicht optimale Form des Brennraums. Man kann einen RX-8 einfach nicht sparsam fahren, eine Disziplin, die leistungstarke Hubmotoren längst beherrschen. Nur bei starkem Leistungseinsatz lässt sich das schlürfende Geräusch, das scheinbar aus dem Tank des RX-8 kommt, überhören. Wenn dies der RX-9 nicht viel besser macht, dann wird nach gut zwei Millionen Wankelautos aus Hiroshima seit dem Cosmo Sport von 1967 Schluss sein mit einer Großserienfertigung.
Was daran wirklich schade wäre? Eigentlich nichts. Wir trauern ja auch nicht dem Dampfkraftwagen oder dem Holzkohlevergaser nach. Der RX-8 ist ein Superauto zu einem Superpreis, und er wäre es auch noch seinen Wankelmotor, damals wie heute so modern wie eine andere Erfindung eines Deutschen, aus der erst in japanischen Händen etwas wurde: das Faxgerät.
22:30
hier ein kleiner vergleich
Der 75-PS-Motor des K 70 konnte mit Normalbenzin betrieben werden, hatte allerdings einen hohen Verbrauch. Die stärkere Version mit 90 PS und der 1,8-Liter-Motor brauchten Superbenzin, hatten bessere Fahrleistungen, verbrauchten aber – bedingt durch ein für damalige Maßstäbe relativ hohes Fahrzeuggewicht (1060 kg leer) und die kantige Form der Frontpartie – ebenfalls viel Kraftstoff. In einem Test des K 70 mit 90-PS-1,6-Liter-Motor wurden im Durchschnitt 12,5 l/100 km ermittelt (Oktober 1970); Höchstgeschwindigkeit 159 km/h. Ein späterer Test (Dezember 1970) ergab einen Durchschnittsverbrauch von 14,1 l/100 km, der möglicherweise auf eine nicht optimale Einstellung des Solex-Doppelvergasers zurückzuführen war.
Der Ro 80 bekam sogar gleich die nächste Evolutionsstufe des Motors unter die Haube, den Zweischeiben-Kreiskolbenmotor. Zwei so genannte Kammern mit jeweils 497,5 Kubikzentimetern Hubraum brachten es auf eine Motorleistung von immerhin 115 PS. Damit beschleunigte der NSU in 12,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und ließ Autobahngeschwindigkeiten bis zu 180 km/h zu. Als sparsam gilt der Wankelmotor jedoch bis heute nicht. Angegeben wurde der Verbrauch des NSU Ro 80 mit 15 Litern.
14:12
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14:11
NSU bekommt noch immer Lizenzgebühren von Mazda.
Wer besitzt hier einen NSU Ro 80?
Wankel ist NSU meine Damen und Herren!
12:21
Verdammt, das Rad ist jetzt schon tausende Jahre alt und wir nutzen diesen Mist immer noch! Unverantwortlich!
11:11
Alle Verbrennungsmotoren sind alte Technik und überholt.
Zur Erinnerung: unsere SCHÜTTELHUBER (OTTO-Motor) sind über hundert Jahre alt und wir nutzen diesen alten MIST immer noch.
Wenn man allein an den Wirkungsgrad dieser Museumstechnik denkt, kann einem schlecht werden.
Der Wankelmotor ist bei weitem jünger, er stammt aus den sechsziger Jahren des 20.sten Jahrhundert, der SCHÜTTELHUBER stammt aus dem 19.ten Jahrhundert!
14:25
Her mit einem neuen RO 80 !
10:43
Grausamer Artikel.
Und von der Materie keine Ahnung.
01:02
Hallo,
der Artikel ist ein wirklich lächerlich geschriebenes Pamphlet. Es ist geradezu der Beweis von Stümperhaftigkeit und Dilettantismus. Wahrscheinlich hat ein Gerd Heidecke einen solchen Wagen nie selbst gefahren, geschweige denn besessen. Fakt ist, dass das grundsätzliche Prinzip direkt eine Kreisbewegung zu erzeugen, anstatt ein Hubbewegung und diese dann in eine Kreisbewegung umzusetzen, mehr als sinnvoll ist. Der Verbrauch ist nahezu Deckungsgleich mit dem eines CLK 280 (C209), wobei es bei beiden Probanden stark vom Gasfuss abhängt. Einen RX8 kann man durchaus mit 9l/100km fahren, ohne dabei omahaft zu schleichen. Das Wankelmotorkonzept ist absolut zukunftsfähig, doch man muss sich ebenfalls bewusst sein, dass der Ottomotor einen Entwicklungsvorsprung von mehr als 50 Jahren hat. Aber Herr Heidecke soll ruhig weiter seinen 75Ps Golf fahren in diesen in den höchsten Tönen loben. Ich halte es da mit dem Komiker Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal fresse halten
14:10
@ #6 das es viele umgerüstete Hubkolbenmotoren mit Gasumrüstung gibt stimmt, aber einen Hubkolbenmotor kann man trotz Gasumrüstung nicht mit Wasserstoff betreiben, einen Wankelmotor aber schon, da Einlass, Brennraum und Auslass bei dem Wankelmotor strikt getrennt ist und somit nicht die Gefahr besteht das sich der Wasserstoff schon entzündet, bevor Er sich entzünden soll (z.B.: an den durch die Verbrennung heiß gewordenen Ventile)
21:35
Lustig, ein HolzKOHKLEvergaser. Was soll der denn der Holzkohle noch entlocken?
#4 schreibt bezüglich Gas schlichtweg Quatsch.
Es fahren genug Hubkolbenmotoren mit Gasumrüstung. Auch gibt es von der Theorie her keinen Vorteil für den Wankel was den Gasbetrieb anbelangt.