Jugend schweißt
17.09.2009 | 08:23 Uhr 2009-09-17T08:23:00+0200Beim achten Bundeswettbewerb "Jugend schweißt" messen sich Nachwuchskräfte aus ganz Deutschland in der Messe Essen.
Der beißende Geruch von Metall liegt in der Luft. Funken sprühen, während die aus den Boxen dröhnenden Eagles mit ihrem „Hotel California“ gegen die dröhnenden Schleifmaschinen anzusingen versuchen. Hochkonzentriert setzt Johannes Graff den Lötkolben an seinem Werkstück an. Der 22-Jährige aus Kiel „schweißt“ sich warm, am nächsten Morgen will er der Jury im Wettbewerb „Jugend schweißt“ die perfekte Naht liefern.
Größter Berufswettbewerb in Deutschland
Im Rahmen der Messe „Schweißen und Schneiden“, die noch bis zum 19. September in der Essener Messe über die Bühne geht, richtet der Deutsche Verband für Schweißen (DVS) bereits den 8. Wettbewerb „Jugend schweißt“ aus. „Es ist der größte Jugend-Berufswettbewerb in Deutschland. Mehr als 1000 Jugendliche beteiligen sich daran, um es hierher zu schaffen. An fünf Tagen kämpfen die 48 Besten aus den Bundesländern um die vorderen Plätze in verschiedenen Schweißtechniken“, erklärt Heinz M. Klein.
Der Abteilungsleiter Ausbildung der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt (SLV) Oberhausen weiß, welche Türen ein Sieg öffnen kann. „Die Branche der Fügetechnik hat Zukunft“, ist er überzeugt. Schließlich kommt kaum ein Bereich im Alltag ohne Schweißen aus – angefangen vom Topf auf dem Herd über die Duscharmatur im Bad bis hin zum Familiengefährt in der Garage. „Trotz Wirtschaftskrise suchen wir händeringend Fachkräfte“, sagt der 58-Jährige.
Schutz gegen ultraviolette Strahlen
"Schweißen und Schneiden", die weltweit bedeutenste schweißtechnische Fachmesse, findet vom 14. bis 19. September bereits zum 17. Mal in der Messe Essen statt.
Dort präsentieren 1.010 Aussteller aus 110 Nationen auf 110.000 Quadratmetern die aktuellen Trends und Produkte der Branche.
56,1 Prozent der vertretenen Unternehmen kommen aus dem Ausland, neben den benachbarten EU-Ländern ist vor allem Asien gut vertreten.
Der Bundeswettbewerb "Jugend schweißt" wird zum achten Mal ausgerichtet, zum ersten Mal findet er im Rahmen der Messe statt. Eine Besonderheit ist "Jugend schweißt International". Dabei treten am Samstag junge Nationalmannschaften, unter anderem aus Deutschland, China und Tschechien gegeneinander an.
Fachkräfte wie Johannes Graff. Der junge Mann hat seine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker bereits abgeschlossen und nimmt zum zweiten Mal am Wettbewerb teil. Ebenso wie seine Mistreiter bereitet er sich in den kleinen Kabinen, die vor lauter Technik aus allen Nähten platzen, auf den großen Auftritt vor. „Hier zu gewinnen, macht sich im Lebenslauf wirklich gut“, sagt Graff und klappt seine Schutzbrille herunter, ehe er sich wieder dem Werkstück aus Stahl widmet. Denn das ultraviolette Licht, das beim Schweißen entsteht, ist wie Gift für die Augen und kann in kürzester Zeit eine schmerzhafte Bindehautentzündung verursachen.
Währenddessen tummeln sich hinter dem Absperrband interessierte Besucher aus der Branche, die den Nachwuchs kritisch beäugen. Schließlich schweißt dort im Schatten der roten Plastikvorhänge ihre Zukunft. Egal, ob Gas-Wasser-Installateur, Anlagen- oder Industriemechaniker – Schweißen spielt in zahlreichen Berufen eine wichtige Rolle. Die eigene Ausbildung zum Schweißer wurde jedoch abgeschafft – zum Leidwesen des DVS.
Image der Schweißer aufpolieren
„Natürlich setzt sich die Technisierung weiter fort und spezielle Roboter übernehmen das Schweißen in bestimmen Sparten. Nach wie vor kann aber auch eine Maschine nur so gut sein, wie der Mensch, der sie bedient“, weiß Ausbilder Wolfgang Schweigert. Auch das weithin verbreitete Image des Schweißers – dreckig, gefährlich, laut – macht es der Branche nicht leicht, junge Menschen zu begeistern. In der Galeria der Messe-Halle Drei lässt der DVS nichts unversucht, um diese Außenwirkung aufzupolieren. Ein DJ legt Musik auf, während beeindruckende Bilder von Schweißern über die Leinwand flimmern – das sieht nicht schmutzig sondern cool aus. Heinz M. Klein: „Wir denken, dass der Job ein anderes Standing in der Gesellschaft verdient.“
10:54
Ich bin zwar kein Schweißer, glaube aber dennoch, dass man mit einem Lötkolben keine perfekte Schweißnaht hinlegen kann.
21:47
@Jennifer Schumacher:
Kommen Sie sich eigentlich blöd vor?
Hier eine Umfrage zum Schweißen der Jugend,
dort eine Umfrage zum RWE-Stadion bei älteren Herrschaften usw. usw.
Sie tun mir leid, wirklich!
21:41
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