Die Männer von der A40
18.07.2009 | 17:11 Uhr 2009-07-18T17:11:00+0200Rund 90.000 Autos passieren täglich die Baustelle auf der A 40 in Essen. Wir stellen die Menschen vor, die hier arbeiten.
Die Autobahn 40 in Essen – sie soll fürs Kulturhauptstadtjahr schöner werden. Und leiser. Die Verkehrsader bekommt auf anderthalb Kilometern zwischen den Auffahrten Frohnhausen und Holsterhausen eine schallschluckende, grüne Verkleidung. Vollsperrung, seit Mittwoch nun in Fahrtrichtung Bochum nach Duisburg. Fast sechs Millionen Euro pumpt der Landesbetrieb Straßen.NRW in die Baustelle. Neben den neuen Lärmschutzwänden bekommt die A 40 einen Anprallschutz am Straßenrand spendiert, den unachtsame Autofahrer möglichst unbeschadet rammen können. Außerdem wird geflickt, wo Wasser läuft und Rost entsteht.
Am 26. Juli soll mit Staus und Umleitungen Schluss sein, sagt Bauleiter Stephan Huth. „Außer an manchen Wochenenden und Nächten”, schränkt er gleich ein. Denn gebaut wird in Essen bis zum 2. Dezember. Zu sehen ist noch nicht viel, mancher Autofahrer wird sich im Vorbeifahren fragen: „Was machen die Jungs da eigentlich?” Die NRZ beantwortet diese Frage.
Der Polier
Wenn vom Bauherrn Straßen.NRW niemand da ist, ist er der Chef auf der Baustelle. Mehdi Muja (32) organisiert für die am Bodensee sitzende Firma ESB Kirchhoff alle Arbeiten und Abläufe auf der A 40-Baustelle. ESB Kirchhoff ist ein Tochterunternehmen der Strabag AG und hat den Zuschlag vom Landesbetrieb bekommen.
Stress für den Polier: Wenn sein Team schneller als geplant fertig wird, gibt es pro Tag 11 500 Euro Prämie. Brauchen sie länger, muss die Firma draufzahlen. „Wir arbeiten hier in drei Schichten, 24 Stunden am Tag”, sagt Muja. „Wir haben einen besonders engen Zeitplan!” Zwischen 35 und 40 Mitarbeitern sind gleichzeitig im Einsatz, Muja muss immer im Blick behalten, welches Team wie weit ist. Er bringt neun Jahre Erfahrung als Polier im Straßenbau mit, kennt alle Arbeitsschritte. Muss er auch. „Ich muss überall selber mit ran, wo's ein bisschen hängt”, sagt er und schwingt sich ins Führerhaus eines Radladers. „Für den habe ich gerade niemand qualifizierten da, der Schutt muss jetzt aber weg.”
Zum Schlafen geht's in die wenige Kilometer entfernten Wohnungen, in denen das ganze Team untergebracht ist. Muja: „Ich bin aber ständig erreichbar. Wenn was ist, muss ich herkommen.”
Der Plattwalzer
Peter Pfeffermann (47) hat über zwei Tonnen unter sich. 25 Jahre Erfahrung im Autobahnbau bringt er mit, in Essen sitzt er nun tagein tagaus auf der Walze und macht den Asphalt platt. „Dafür braucht man keinen eigenen Führerschein”, erklärt er. „Der ist im normalen mit drin.” Für die Walzenfahrer gibt's von der Firma zusätzlich Fortbildungen.
Vor allem braucht Pfeffermann viel Konzentration. Zehn bis zwanzig Mal muss er mit der Walze vor und zurück, bis die schwarze Masse am Fahrbahnrand in ihrer endgültigen Form ist. Da heißt es schnell sein. Nach wenigen Minuten ist der Asphalt zu kalt zum Umformen. Trotz des großen, schweren Fahrzeugs ist das auch Präzisionsarbeit. „Ich muss aufpassen, dass ich möglichst nah an die Wand drankomme. Je näher ich dranfahre, desto weniger brauchen die anderen nachher nachzudrücken.” In Essen ist diesmal nur die kleine Walze im Einsatz. Pfeffermann muss ja auch nicht die Fahrbahn plätten, sondern nur den Randstreifen. Da entsteht der „Dienstweg”, auf dem später autorisierte Straßenarbeiter neben der Autobahn gehen können.
Mit 160 Grad kommt der frische Asphalt gut formbar auf den Boden, Pfeffermann sitzt den ganzen Tag in einer heißen, stinkenden Wolke auf seiner Walze. „Ich mach nur das”, sagt er, „an die Hitze gewöhnt man sich.” Jeder Tropfen Regen kommt ihm dennoch recht, im Hochsommer ist der Job schweißtreibend wie kaum ein anderer. Ein kühles Getränk hat Pfeffermann immer neben sich.
Der Bohrer
Hinter den bis zu 40 Zentimeter dicken Betonwänden der Autobahn 40 liegt Erde – und die setzt dem Material zu, denn keine Betonmischung widersteht auf Dauer dem darin herabfließenden Wasser. Alle paar Meter ziehen sich lange Risse durch die Wände, dahinter liegen große Hohlräume. Die breiten sich weiter aus, wenn jetzt nicht geflickt wird.
Olaf Sievert (41) schließt die Hohlräume. Mit dem Schlagbohrer setzt er mehrere Löcher um die Risse herum, bis er auf Luft trifft. Dann kommen kleine Stifte, so genannte „Packer”, rein. „Die sind hohl”, erklärt Sievert. „Durch sie wird ein Harz injiziert, das das Wasser verdrängt. Das dehnt sich in den Hohlräumen richtig aus, aufs fünfzehnfache Volumen.” Vom ständigen Bohren hat Sievert hier die dicksten Unterarme.
Inzwischen geht im die Arbeit in Essen leichter von der Hand. Denn: Auf der anderen Straßenseite waren die Wände besonders rissig. „Zu zweit, manchmal zu dritt bis zu viert haben wir die ganzen Löcher gestopft”, sagt Sievert. „Da mussten wir auch samstags und sonntags arbeiten, sieben Tage am Stück.” In Fahrtrichtung Bochum nach Duisburg sind die Wände in besserem Zustand. Dennoch: 200 Mal müssen er und seine Kollegen am Tag von der Hebebühne aus bohren, immer eine gute Ellenlänge tief in den festen Beton. „Die Bohrerei geht auch bei Regen, da machen wir keine Pausen.”
Der Asphaltschütter
Auch für den vergleichsweise kleinen Gehweg braucht es tonnenweise Asphalt. Alexander Jagielski (34) bringt ihn auf den Boden.
Er sitzt im Führerhaus des so genannten Seitenstreifenfertigers, eines der größten Fahrzeuge auf der Baustelle. Kipplader fahren ihm den Asphalt heran, über eine seitliche Rutsche an Jagielskis Fahrzeug kommt die heiße Masse herunter für das Team mit Schaufeln und Schiebern, die ihn auf den Gehweg streichen.
„Der Job ist stressig, besonders durch die genervten Autofahrer”, sagt Jagielski, der seit zehn Jahren auf Autobahnen, Landstraßen und in den Städten der Republik dabei ist. „Wir werden regelmäßig beleidigt und angehupt.” Auf der A 40 ist Ruhe, dank der Vollsperrung kommt niemand vorbeigefahren. Trotzdem arbeitet Jagielski im Sommer lieber in der Stadt. „Da ist mehr zu gucken”, sagt er und zwinkert.
Er und seine Kollegen haben den Spitznamen „Stundengeier” – wegen der vielen Überstunden im Sommer. „Im Winter ist es dafür ruhiger, da reparieren wir die Geräte.”
19:20
95 % der gesamten Leserschaft besteht für mich hier nur aus desillusionierten, verbitterten, dauernörgelnden Hartz4-Empfängern, die nichts, aber auch gar nichts irgendetwas gutes abverlangen können.
Traurig, echt traurig. Aber Polemik ist ja auch viel schöner. Immer drauf auf alles was an Nachrichten kommt.
Bin froh euch alle nicht persönlich um mich haben zu müssen. Das hätte mich schon in eine tiefe Depression gestürzt.
20:56
Wann fährst du denn auf der A40 mal 170, rama? *g*
19:48
Ein Hoch auf das Konjunkturpaket!!!!!!!!!!
Ein Hoch auf die Schulden, die wir jeden Tag anhäufen!!!!!
Unsere Kinder danken uns, dass wir so verschwenderisch sind.
Wer braucht denn schon so ein Mist an der Autobahn??? Kann bei 170 km/h noch einer lesen?? Wohl kaum. Lichthupe und drängeln ist doch dann wichtiger.
Warum werden nicht mal im Stadtgebiet die Straßen erneuert und nicht geflickt.
Wir sollten den Politikern mal geflickte Sachen anziehen. Vielleicht gefällt das.
06:41
Unsere Helden der Arb.. macht euren Job.. die Grafittis kommen von alleine...
01:19
Das sind Helden!
00:50
Was hat der Autobahnbau mit KULTUR zu tun ? Habt ihr nicht mehr alle Tassen im Schrank ???
22:20
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20:39
#3
ich lach mich schlapp...........
wir sind deutschland........
genau deswegen seid ihr deutschland........ waz ist mitlereileile auf dem nivieau der bild zeitung anekommen, wie die bild........
und du wunderst dich.....
man möge mir mein falsches deutsch entschuldigen.....
aber wirklich möchtet ihr das nicht
20:37
Dann erklär mir mal jemand, was an der A40 schön ist!
Die A40 ist hässlich, fährt durch ein überwiegend hässliches Ruhrgebiet und hat mit oder ohne Verschönerung, täglich hässliche und nervige Staus!
Und ja, es stimmt, die Staus stören mich!!!
20:32
#2 von Horsie49
hallo!!
der herr r.kant fühlt sich gestört und das sollte akzeptiert werden !!