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Neuer Giulietta

Der Golf von Alfa Romeo

05.08.2010 | 10:25 Uhr

Essen. Der „Motor des Jahres” enttäuscht im neuen Giulietta, italienisch für Julchen, Alfa Romeos Geschenk zum 100. Geburtstag der Marke. Das Auto aber ganz und nicht.

Ein Blick in die Preisliste bringt es an den Tag: Giulietta – Italienisch für Julchen – soll Premium sein. Das kompakte Geschenk an die Auto-Welt zum 100. Geburtstag des ersten Alfa kostet mindestens 20 000 Euro. Es kann aber auch das Doppelte sein. Schönheit hat eben ihren Preis. Aber ist sie es auch wert?

Ist sie. Erst einmal steht dem Buchwert eine überdurchschnittliche Ausstattung gegenüber. Daran gemessen ist der „Golf von Alfa” sogar günstig. Außerdem gibt es für 20 „Riesen” bereits 120 PS - kleinere Basisbenziner haben sich die Italiener gespart. Wichtiger: Alfa hat es nach gefühlten 1000 Jahren erstmals wieder geschafft, ein konkurrenzfähiges Produkt auf die Räder zu stellen. Und nicht nur ein schönes. Bravissimo (aber ohne Ausrufezeichen).

Belege gefällig? Der Giulietta erreichte beim standardisierten EuroNCAP-Crashtest dank seines kompletten Sicherheitspakets ein Fabelergebnis, noch ein paar Punkte besser als der neue Fünfer-BMW. Die neue Plattform verbindet Fahrkomfort und -kultur, leistet sich in Sachen Praxistauglichkeit fast schon unitalienisch keine echten Schwächen und opfert ihre guten Seiten nicht einer falsch verstandenen Sportlichkeit.

Die Lenkung ist gut, ohne Maßstäbe zu setzen - da könnte Alfa sein Profil noch schärfen. Auf die sogenannte DNA-Taste ließe sich verzichten. Damit können drei verschiedene Programme, beispielsweise fürs Ansprechverhalten des Gaspedals, angewählt werden, die aber nicht wirklich verschieden sind, geschweige denn den Charakter des Autos von Jeckell zu Hyde ändern. Wie in den meisten solcher Fälle: Spielerei.

Der „gute Golf” von Alfa

Und der 170-PS-Vierzylinder trägt den stolzen Titel „Motor des Jahres”. Bloß: Warum? Der aufgeladene 1,4-Liter muss bis 2500 Touren durch ein tiefes Turboloch wandern, das die Konkurrenz längst zugeschüttet hat.

Die Vorteile des sogenannten Downsizings, also die geringeren Reibungsverluste bei Einsatz eines kleineren Hubraums und weniger Zylinder zur Erzielung der gleichen Leistung, werden dadurch aufgefressen, weil man sich notgedrungen in einem hohen Drehzahlbereich oberhalb des Turbolochs bewegt. Das Ende vom Lied: Der Normverbrauch von 5,9 Liter (fast ein Liter unter dem der 120-PS-Version) ist nur bei Schleichfahrt zu erreichen. Realistisch ist eine klare Acht vor dem Komma. Die „Motor-des-Jahres”-Juroren scheint also nur die Brillanz des technischen Konzepts (einer elektrohydraulischen Steuerung der Einlassventile ohne Nockenwelle) gewürdigt zu haben, nicht aber dessen Praxistauglichkei. Aber so sind Jurys eben.

Meckern lässt sich an der Überzahl der Knöpfe und ihrer Bedienunfreundlichkeit. Dazu kommt - ähnlich wie beim Opel Astra - eine lockere Art von Platzverschwendung. Gemessen an den Abmessungen sind Kofferraum und Fahrgastzelle nicht besonders groß, ohne dass es irgendwo zwicken würde.

Doch seit Jahrzehnten bleibt die Frage unbeantwortet: Wohin bloß mit dem in Deutschland riesigen vorderen Nummernschild, damit es nicht die schöne Front verhunzt? Am besten ins Handschuhfach. Groß genug ist es ja.

Gerd Heidecke

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Kommentare
09.08.2010
17:06
Der Golf von Alfa Romeo
von Horboe1952 | #5

Ich fahre einen Alfa 147 mit 2 L Dieselmotor - er hat jetzt 202.040 km runter ohne Ausfallzeit oder nenneswerte Reperaturen. Jetzt sieht es so aus, als wenn ich den Wagen noch einige Zeit munter weiterfahren kann.

So viel zu Zuverlässigkeit und Haltbarkeit von Alfas. Man muss halt mit dem Fahrzeug umgehen können ;o))))

05.08.2010
19:37
Der Golf von Alfa Romeo
von 2mac | #4

@Zeitstopper:Sie haben die Werbung nicht dazu gezählt ;)
Bin schon auf die ADAC Pannenstatistik in eineigen Jahren gespannt.Da wird der Alfa mit Sicherheit komplett durchfallen. Die Alfas werden zur Einführung immer hochgelobt, schöne Autos sind es ja auch, aber zuverlässig sind sie eben nicht.

05.08.2010
17:34
Der Golf von Alfa Romeo
von Miklibramania | #3

Verstehe nicht wieso ein Motor, der in allen englischen und auch viel deutschen Tests hoch gelobt wurde, hier so schlecht sein soll.
Was ich bisher lesen konnte, ist das Turboloch nur im normalen (Spar)modus vorhanden, und verschwindet fast vollkommen wenn der DNA Hebel auf Sport gestellt wird. Er soll dann nicht nicht größer als bei einem 1.4 Tsi von VW sein.

Ein Verbrauch von 8 l für 170 ps geht doch absolut in Ordnung. Schließlich ist der reale Verbrauch immer um ca. 30 % prozent höher, bei allen Fahrzeugen, was denn heutzutage unrealistischen üblichen Messprozeduren geschuldet ist. Genaus kann man ein 1.4 Tsi mit 12 l fahren wenn richtig gas gibt.

Ein 5 stern Test von Autocar, begeistert von Motor und Wagen.

http://www.youtube.com/watch?v=YubXQh-CYwY

05.08.2010
12:53
Der Golf von Alfa Romeo
von Zeitstopper | #2

Was soll denn das Video? Im Titel werden 57 Sekunden angezeigt und nach 3 Sekunden ist Schluß!

05.08.2010
12:14
Der Golf von Alfa Romeo
von socursu | #1

Der Giulietta?
Autsch ...

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