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Freizeit: Skater suchen ein Zuhause

Video, 21.12.2009, Jennifer Schumacher

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Essen-Kettwig. Das Problem schwelt seit Jahren: In Kettwig sind sich Skater und Anwohner nicht ganz grün. Erst im November wurden die Skater vom Rathausplatz verbannt - nachdem sie zuvor mit ihren Brettern durch den Ratssaal gedüst waren. Nun suchen Politiker und Jugendliche gemeinsam eine Lösung.

Rollen krachen auf den Boden, Skateboards grinden, neudeutsch für schleifen, über Querstangen aus Metall, aus einem kleinen CD-Player schallt bassgeschwängerte Musik. Ein ganz normaler Nachmittag im Jugendzentrum Eckhaus in Kettwig. Dabei sollte die Lösung, Skatern im großen Saal Gelegenheit zum Austoben zu geben, eigentlich nur für den Übergang sein. Denn die rasanten Jugendlichen sind nicht gern gesehen in Kettwig. Erst im November beschloss die Bezirksvertretung einstimmig, den Rathausplatz für Skater komplett zu sperren.

Einige Jugendliche hatten das Fass zum Überlaufen gebracht, als sie mit ihren Brettern durch den Ratssaal gebraust waren. Die Polizei musste mehrfach ausrücken, Anwohner drohten mit Anzeigen. „Irgendwo müssen wir aber doch hin“, sagt etwa Yannic Bodo. Für den 16-Jährige ist ein Skateboard mehr als ein Brett mit vier Rollen – es ist seine Leidenschaft.

Bedingungen auf bestehender Fläche schlecht

Barbaros Hitzal kennt das Problem. Der Mitarbeiter des Eckhauses weiß, dass die Problematik bereits seit zehn Jahren im Ort schwelt. Zwar ist mit der Skateranlage am Sportplatz ausreichend Fläche für den lautstarken Sport vorhanden – die Bedingungen aber sind denkbar schlecht. „Der Untergrund ist durch viele Schottersteine viel zu rau. Da müsste etwas passieren“, so Hitzal. Derzeit sucht die Bezirksvertretung nach Möglichkeiten. 25.000 Euro hat die Verwaltung dafür im Köcher. Neben einer von den Kettwiger Jugendlichen favorisierten Sanierung der Anlage am Sportplatz ist auch die Errichtung eines neuen Skaterplatzes im Löwental in Werden im Gespräch. „Das wäre für unsere Jungen und Mädchen allerdings ein Problem. Ein Großteil der Skater hat noch keinen Führerschein. Die möchten ein Angebot vor der Haustür“, so Hitzal.

Jugendliche an politischem Prozess beteiligen

In jedem Fall fordert er, die Jugendlichen an dem Prozess zu beteiligen. „Wenn der Standort klar ist, möchten wir die Skater gern in einem Projekt an der Entwicklung teilhaben lassen. Schließlich geht es hier um sie“, so Hitzal. Das sei auch vor dem Hintergrund der politischen Bildung pädagogisch zu befürworten. „Die Jugendlichen merken, dass sie etwas erreichen können“, ist Hitzal überzeugt.

Fabian Schrumpf, Mitglied der Bezirksvertretung und ehemaliger Jugendbeauftragter, hat bereits Gespräche mit Jugendlichen geführt. „Das Verbot auf dem Rathausplatz war unausweichlich. Da haben sich einige wirklich daneben benommen. Nun gilt es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden“, sagt der CDU-Politiker.

Noch im Frühjahr, so hofft er, könne mit konkreten Maßnahmen begonnen werden. Bis dahin machen die Skater weiterhin das Eckhaus unsicher – wo sie nicht nur im Warmen ihrem Hobby nachgehen können, sondern auch die Sicherheit haben, willkommen zu sein.

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