Das aktuelle Wetter Essen 14°C
Wetter

Verregnetes Maiwetter sorgt für Umsatzeinbußen in Essen

30.05.2013 | 12:00 Uhr

Essen.   Der Mai geht zu Ende – und hoffentlich mit ihm das Wetter, das für leere Freibäder, geschlossene Biergärten und unzufriedene Eisverkäufer sorgt. 73 Prozent weniger Sonnenstunden und 110 Prozent mehr Niederschlag im Vergleich zum Vorjahresmonat sorgten für deutliche Umsatzeinbußen.

„Kalt, kalt, kalt, warm, kalt, kalt, warm, warm, kalt, kalt, kalt, kalt...“ – Jasmin Riedel könnte ihre Aufzählung über das tägliche Wetter im vermeintlichen Wonnemonat unentwegt fortsetzen. Sie steht bei „Kikas“ in Werden hinter der Eistheke, nur: So recht rollen will das Geschäft mit den kühlen Kugeln in diesen Wochen nicht.

Damit stehen ihre Chefin Monika Reinhard und sie natürlich nicht allein: Biergartenbesitzer, die Bademeister der Freibäder, Pflanzenverkäufer im Gartencenter, Bootsverleiher am Baldeneysee sowie an der Ruhr – sie alle und die ganze Stadt haben die Nase gestrichen voll von Gänsehaut-Temperaturen, Regengüssen und grauem Himmel. „Das war eher April als Mai“, klagt Riedel. Es wirke, als seien die Monate verschoben.

Gäste blieben aus, Personal wurde nicht gebraucht

„Der Mai war etwas mehr als ein Grad zu kalt“, sagt Cornelia Urban, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Schuir. Im Ruhrgebiet seien 105 bis 110 Prozent mehr Niederschlag im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen. Und es gab 73 Prozent weniger Sonnenstunden. „Die Tiefausläufer, die das unbeständige Wetter verursacht haben, hatten keine südwestliche Strömung, sondern kamen von Norden her“, erklärt Urban die kalten Temperaturen.

Sonnenschein in Essen

Während sich April-Wetter also in den Mai drängte, konnte Eberhard Kühnle nur abwarten: „Meine Mitarbeiter und ich hatten viel frei“, sagt der Betreiber des Biergartens auf dem Altenessener Karlsplatz. Nicht eine zusammenhängende Woche habe man offen gehabt. „Das ist ja fast unheimlich“, meint er. Gäste blieben aus, sein Personal brauchte er kaum, und auch Bestellungen bei Lieferanten musste er nicht machen. Ein Teufelskreis, wie er findet. Klimatische Veränderungen seien schuld: „Jetzt ist es kalt und regnet und zum Weihnachtsmarkt hin gibt’s dann wieder 15, 16 Grad.“ Selbst während des Champions League-Finales zwischen der Borussia und den Bayern hätten nur sechs Leute draußen ausgeharrt: „Zu kalt“, sagt Kühnle. Und die richtige Mannschaft habe auch nicht gewonnen.

Schlechter Saisonstart für Sport- und Bäderbetriebe

Wenig Begeisterung herrscht auch bei den Sport- und Bäderbetrieben. Seit der Eröffnung der Freibadsaison am 4. Mai kamen 5949 Besucher ins Grugabad . Am mit 22 Grad recht angenehmen Dienstag waren’s über den Tag verteilt auch nur 318 – und das, obwohl das Wasser im Sport- und Wellenbecken mit zuletzt gut 24 Grad Wassertemperatur durchaus zum Schwimmen einlädt. Auch der Saisonstart für die Kombibäder Kettwig und Oststadt am Samstag wird angesichts der Wetter-Prognose (siehe Infokasten) kaum Besserung bringen.

Die Aussichten

Auch der meteorologische Sommeranfang am Samstag verspricht kaum Besserung. Laut Cornelia Urban bleibt es noch bis zum Wochenende unbeständig. Der Freitag könne verregnet sein, der Samstag anfangs ebenso, ehe die Schauer nach Südwesten wegziehen. Sonntag und Montag werde es trocken mit über 20 Grad.

Positive Nachrichten kommen aus dem Grugapark. Von Januar bis Mai 2013 zählte man bereits rund 571.000 Besucher. 3000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Zwar lief es laut Sprecher Eckhard Spengler besonders an den Feiertagen im Mai nicht gut, aber „wenn wir mal einen schönen Tag hatten, dann gab’s richtig viel Nachholbedarf.“

Tim Walther



Kommentare
31.05.2013
12:53
Verregnetes Maiwetter sorgt für Umsatzeinbußen in Essen
von kumpelanton | #2

@#1
So so, Frau Merkel ist Schuld, wenn sich die Leute für die Großstadt spritsaufende Geländewagen kaufen, wie kaum ein Mensch wirklich braucht.

31.05.2013
12:40
Von wegen Wonnemonat
von bloss-keine-Katsche | #1

Schon mal was vom menschengemachten Klimawandel gehört?
Nicht vergessen, Merkel hat ihr Gewicht in der EU in die Schale geworfen, damit in Dland ungebremst Benzinschleudern produziert werden können.
Da kommt KLima-Wetter mäßig einiges auf und zu!!
Wieder einmal Mutter Blamage!

Aus dem Ressort
Im Essener Cinemaxx läuft die „ultimative Zombifizierung“
Halloween
Im Essener Cinemaxx verwandelten sich vor dem achten Zombiewalk in der Essener Innenstadt nette Normalos in furchteinflößende Untote. Dafür sind literweise Kunstblut und Latex von entscheidender Bedeutung.
713 Essener Stadtradler schafften 189 545 Kilometer
Klimaschutz
Beim bundesweiten Wettbewerb „Stadtradeln“ geht es darum, in drei Wochen möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen und dadurch die Umwelt zu schonen. Die Stadtradler vermieden 27 Tonnen Kohlendioxid. Ziel der Klima-Agentur: Noch mehr Menschen für das Alltagsradeln gewinnen.
Totes Baby – Gutachter sieht angeklagten Vater überfordert
Prozess
Der Vater aus Essen, der seinen 18 Tage alten Säugling totgeschlagen hat, gilt als voll schuldfähig. Der psychiatrische Gutachter spricht aber von einer „Überforderung“ des 27-Jährigen. Dass das Schreien des Babys den Vater gestört hatte, stand für den Sachverständigen nicht im Vordergrund.
Polizist wirft ehrlichem Geldbörsen-Finder Fehlverhalten vor
Posse
Sascha Jorgowski aus Gelsenkirchen findet in Essen eine Geldbörse. Weil er ehrlich ist, informiert er sofort die Besitzerin, eine 70-jährige Seniorin. Dennoch wirft ihm ein Essener Polizeibeamter „verantwortungsloses Verhalten“ vor – „ich wurde verhört wie ein Kleinkrimineller“, sagt der 30-Jährige.
Ice Bucket Challenge brachte Uniklinik viel Geld und Kritik
ALS-Forschung
Während aus der Ice Bucket Challenge nur 10.000 Euro für die spezialisierte Uniklinik Bergmannsheil zusammenkamen, erhielt die Essener Uniklinik 100.000 Euro an Spenden – auch dank guter Google-Platzierung .„Wir haben von Essen noch nie was gehört“, sagt die Ehefrau eines ALS-Patienten.
Umfrage
Am Freitag feiern rund 2000 Menschen Halloween mit einem Zombiewalk in der Essener Innenstadt. Reformationstag, Allerheiligen, Halloween: Welcher Feiertag beziehungsweise welches Event bedeutet Ihnen – aus welchem Grund auch immer – am meisten?

Am Freitag feiern rund 2000 Menschen Halloween mit einem Zombiewalk in der Essener Innenstadt. Reformationstag, Allerheiligen, Halloween: Welcher Feiertag beziehungsweise welches Event bedeutet Ihnen – aus welchem Grund auch immer – am meisten?

 
Fotos und Videos
So wird man zum Zombie
Bildgalerie
Maskenbildner
Stadtradeln 2014
Video
Video