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Kloster-Verkauf

Verkauf des Klosters Schuir ist kein Selbstläufer

21.01.2015 | 12:30 Uhr
Verkauf des Klosters Schuir ist kein Selbstläufer
Schön gelegen zwischen Wald und Pferdekoppeln: das Kloster Schuir am SchuirwegFoto: Maximilian Lazar/ FUNKE Foto Services

Essen.   Viel schöner als das Kloster Schuir kann eine Immobilie in Essen nicht liegen. Der Verkauf ist dennoch kein Selbstläufer, es gibt nur wenig erlaubte Nachnutzungen.

Detlef van der Meulen hat schon manches Anwesen verkauft, aber dieses ist schon sehr besonders: Für das Kloster der Barmherzigen Schwestern von der Heiligen Elisabeth soll der altgediente Essener Makler einen neuen Eigentümer finden, denn den 31 Schwestern ist das Haus mittlerweile zu groß und wohl auch zu teuer geworden.

Die Immobilie liegt verkehrsgünstig, aber absolut ruhig in der Nähe des Schuirwegs, hat Traumblick bis weit ins Bergische Land und kann mit immerhin 8400 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche aufwarten. „Das heißt aber nicht, dass man den 1934 bis 1936 erbauten Komplex beispielsweise in Eigentumswohnungen umwandeln oder gar abreißen und durch eine Neubausiedlung ersetzen dürfte“, sagt van der Meulen und verhehlt nicht, dass er das ziemlich schade findet. Tatsächlich gäbe es in dieser Lage gewiss keinerlei Vermarktungsprobleme.

Weiterbildungszentrum oder auch für medizinische Nutzung

Auch Planungsdezernent Hans-Jürgen Best weiß, dass hier im Außenbereich allenfalls eine Nachnutzung möglich ist, die einem Kloster zumindest von Ferne ähnelt. „Ein Schulungs- oder Weiterbildungszentrum etwa für ein Unternehmen wäre ideal“, sagt Best. Möglich wäre wohl auch ein Hotel, das aber wegen der stärkeren Verkehrbelastung schon mehr Genehmigungsprobleme verursacht.

Van der Meulen könnte sich auch eine medizinische Nutzung vorstellen: So könnte etwa eine Fachabteilung eines der bestehenden Essener Krankenhäuser hierhin ziehen. Bauliche Veränderungen, zum Beispiel kleine Balkone, sind in Maßen möglich, doch schon der Bau eines großen Parkplatzes dürfte hier im Landschaftsschutzgebiet schon nur per Sondergenehmigung möglich sein. Bisher gab es da wenig Bedarf, denn die Schwestern, sagt Best, „besitzen ja nicht viele Autos“.

2016 geht es ins Kloster Emmaus

„Wir werden mit großer Verantwortung einen Käufer suchen, der das Haus im Sinne der Schwestern weiter betreibt“, betont Generaloberin Schwester Diethilde Bövingloh. Warum die Nonnen schweren Herzens überhaupt wegziehen? Neben der Größe des einst für mehr als 100 Ordensschwestern erbauten Hauses, mache den Bewohnern auch die abgelegene Lage zu schaffen. „Wir sind rund fünf Kilometer weit weg von allem, egal ob Supermarkt oder Arzt. Da gestaltet sich jeder Weg sehr schwierig“, sagt Schwester Bövingloh. Das gelte erst recht, da der Altersdurchschnitt bei 83 Jahren liege.

Voraussichtlich 2016 wollen die verbliebenen Schwestern ihr Mutterhaus mitsamt des schönen weitläufigen Gartens verlassen und ins Kloster Emmaus nach Schönebeck ziehen, wo im dortigen Garten der Seniorenresidenz eine neue, moderne Unterkunft entstehen soll. Der Erlös, den der Makler hoffentlich recht bald dank einen interessierten Käufers erzielt, soll den Neubau und auch den weiteren Lebensabend der Nonnen finanzieren helfen. Zu verschenken gibt’s also nichts.

Frank Stenglein und Julia Witte

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Verkauf des Klosters Schuir ist kein Selbstläufer
Verkauf des Klosters Schuir ist kein Selbstläufer
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/verkauf-des-klosters-schuir-ist-kein-selbstlaeufer-id10257996.html
2015-01-21 12:30
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