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Stadtplanung

Verhältnis zwischen Stadt Essen und Thyssen-Krupp weiter belastet

25.09.2012 | 12:08 Uhr
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Verhältnis zwischen Stadt Essen und Thyssen-Krupp weiter belastet
Im südlichen Teil des Krupp-Parks sollen Sportplätze gebaut werden. Geplant war ein Wald.Foto: Dinah Büssow

Essen.   Das Verhältnis zwischen der Stadt Essen und Thyssen-Krupp wird ein weiteres Mal belastet, diesmal durch den geplanten Bau einer Sportanlage im südlichen Teil des Krupp-Parks. Oberbürgermeister Reinhard Paß hat sich eingeschaltet, um in einem persönlichen Gespräch auszuloten, worin die Unstimmigkeiten auf Seiten des Konzerns bestehen.

Das Verhältnis zwischen der Stadt Essen und dem Thyssen-Krupp -Konzern wird ein weiteres Mal belastet, diesmal durch den geplanten Bau einer Sportanlage im südlichen Teil des Krupp-Parks. Dass es soweit kommen konnte, sorgt nun wiederum in der Politik für Irritationen. Es dürfe „nicht Stil des Hauses“ sein, so mit Partnern umzugehen, sagte Thomas Kufen an die Adresse der Stadtspitze.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion sieht Versäumnisse auf Seiten der Stadtverwaltung. Er sei davon ausgegangen, die Verwaltung habe ihr Vorgehen mit Thyssen-Krupp abgestimmt, bevor sie dem zuständigen Fachausschuss des Stadtrates den Krupp-Park als möglichen Ersatzstandort für den Sportplatz an der Bockmühle empfehle, so Kufen. Vertreter von FDP, Grünen und Linken zeigten sich ebenfalls verwundert.

Erweitertes Betriebsgelände in Altendorf

Nach WAZ-Informationen hat sich Oberbürgermeister Reinhard Paß eingeschaltet, um in einem persönlichen Gespräch mit Vertretern von Thyssen-Krupp auszuloten, worin die Unstimmigkeiten auf Seiten des Konzerns bestehen, um diese möglichst einvernehmlich aus dem Weg zu räumen.

Wie berichtet, hatte die Thyssen-Krupp Immobilien-Tochter Real Estate äußerst unterkühlt auf den Beschluss des Planungsausschusses reagiert. Dieser sieht vor, den Sportplatz an der Bockmühle in Altendorf aufzugeben, damit der Pharma-Großhändler Noweda sein Betriebsgelände wie gewünscht erweitern kann. Als Ersatz für die Sportanlage sollen im südlichen Teil des Krupp-Parks ein Fußballplatz und ein kleinerer Trainingsplatz gebaut werden. Einer entsprechenden Empfehlung des Sportausschusses war der Planungsausschuss bei Enthaltung der SPD mehrheitlich gefolgt.

Alternative Fläche an Frohnhauser Straße

Die unterkühlte Reaktion Thyssen-Krupps auf diesen Beschluss darf als Ausdruck großer Verärgerung gewertet werden, hatte der Konzern der Stadt doch das betreffende Areal zwischen der Haedenkampstraße und dem Berthold-Beitz-Boulevard dem Vernehmen nach zu einem Spottpreis überlassen. Auf dem Gelände sollte Wald angepflanzt werden – als Ausgleich für den landschaftlichen Eingriff durch den Bau der Konzern-Zentrale im Krupp-Gürtel.

Auf Seiten von Thyssen-Krupp hat man nun offenbar den Eindruck gewonnen, der Konzern habe indirekt die Erweiterung Nowedas subventioniert, in dem man der Stadt die Ersatzfläche im Krupppark günstig überlassen hat. Ob die Stadt nun ihrerseits Thyssen-Krupp einen Ausgleich zahlt, dürfte Gegenstand von Verhandlungen sein.

Als alternativen Standort für einen Sportpark bringt Thyssen-Krupp eine Fläche an der Frohnhauser Straße gegenüber der Haedenkampstraße ins Spiel. Planungsverwaltung und Sportvereine hatten diese als ungeeignet abgelehnt.

Marcus SchymiczekFrank Stenglein

Kommentare
05.10.2012
19:20
Verhältnis zwischen Stadt Essen und Thyssen-Krupp weiter belastet
von matir | #7

#6 kann nur zugestimmt werden.
Das beste Beispiel ist doch dabei auch der Zirkus um die Bebauung der Grünen Harfe gewesen.

25.09.2012
18:25
Verhältnis zwischen Stadt Essen und Thyssen-Krupp weiter belastet
von 1955 | #6

Unsere Stadtpolitiker sind sehr naiv wenn sie glauben in dieser Frage an Thyssen-Krupp vorbei agieren zu können! Der für Essen wichtigste Konzern hat doch vollkommen recht ob der stümperhaften Entscheidung des Rates!
Wirtschaftspflege sieht anders aus, Herr Pass!

25.09.2012
14:31
Verhältnis zwischen Stadt Essen und Thyssen-Krupp weiter belastet
von damalsinessen | #5

und wieder einmal ein schönes Beispiel, wie eng Essener Stadtpolitik und Wirtschaft verzahnt arbeiten. Kein Wunder, das es Essen wirtschaftlich immer schlechter geht.

25.09.2012
14:06
Verhältnis zwischen Stadt Essen und Thyssen-Krupp weiter belastet
von BorbeckerBefreiungsFront | #4

Jetzt haben wir den Schlamassel. Egal, ob nun Herr Kufen versucht seine Oppositionsuppe zu kochen.
Unter dem Strich bleibt weniger Waldfläche für Altendorf/Essen-West und mehr Platz für Noweda.
Das spricht für meinen Vorschlag Noweda neue Flächen zur Erweiterung/Neubau an der A42 anzubieten.

25.09.2012
13:44
Politik kritisiert Umgang mit Thyssen-Krupp
von daphnina | #3

Sorry,...
Der nicht vollendete Satz in meinen Vorbeitrag soll heißen;
Das Grundstück befindet sich im Eigentum von Grün und Gruga Essen. Eventuelle Nachzahlungen des Kaufpreise an ThyssenKrupp wegen einer höherwertigen Nutzung sind möglich.
Die Anlage einer Sportanlage widerspricht dem vorhandenen Bebauungsplan, der an dieser Stelle "Wald" festsetzt.
Zum Grundstück Krupp-Park-Süd; Freiraumplanun:
Aus freiraumplanischer Sicht schlecht geeignet. Die Bedeutung des Krupp-Parks-Süd für Klimaschutz, Boden- und Gewässerschutz, Sicherung der biologischen Vielfalt, als Erholungsort, für die Entwicklung des Essener Nordens sowie die Innentwicklung müssen bei der Abwägung für diesen Standort berücksichtigt werden.
Fazit ist: Jeder kann nachlesen, welche Bedenken bei Krupp bestehen.
Mir scheint, die Politik merkt inzwischen welchen Fehler sie gemacht hat.
Einsprüche und lange Gerichtsverfahren gegen die Planungsänderungen im Krupp-Park Süd sind zu erwarten.

25.09.2012
13:35
Politik kritisiert Umgang mit Thyssen-Krupp
von Hubelwusel | #2

So so der edle Konzern Thyssen-Krupp reagiert also unterkühlt und der gemeine Bürger dieser Staft soll dies als Ausdruck der Verärgerung begreifen ....
Sollten nicht die Bürger eher über Thyssen -Krupp verärgert sein ? Das Unternehmen hat gerade als aktiver Part im Schienenkartell die Stadttochter EVAG um riesige (Steuer ) Summen geprellt. Etwas mehr Bescheidenheit und Demut wäre mal angebracht.
Thyssen -Krupp hat vor der Rückkehr nach Essen eine Forderungsliste auf den Tisch gelegt, die von unserern Ratsvertretern ergeben erfüllt wurde. Allein die Verlegung der Wohnwagen von der Pferdebahn zum Kirmesplatz hat eine sechsstellige Summe gekostet. Und das ist nur ein einziges Beispiel. Insgesamt soll es ja wohl fast 200 Wünsche zur "Unternehmenspflege" gegeben haben.
Da stellt man sich gerne mal als Wohltäter der Öffentlickeit vor um von seinen knallharten Machtspielchen abzulenken. -2-

1 Antwort
Politik kritisiert Umgang mit Thyssen-Krupp
von Hubelwusel | #2-1

-2-
Man sollte aber als geneigter Leser aber auch als distanzierter Journalist nicht alles 1:1 übernehmen, was die professionelle Presse-und Öffentlichkeitsabteilung eines Großkonzerns veröffentlicht. Aber ist dies hier der Fall ? Zweifel dürften erlaubt sein.

25.09.2012
13:01
Politik kritisiert Umgang mit Thyssen-Krupp
von daphnina | #1

Der jetzt unwissend gebende Politiker Kufen (CDU) muß sich fragen lassen, welche abnickenden Ratsfrauen und Ratsherren sitzen in den zuständigen Fachausschüssen Sport- und Bäderbetriebe und Stadtentwicklung und Stadtplanung? Denn in den beiden Ausschüssen haben die Freizeitpolitiker ihr Informations- und Fragerecht bewusst nicht genutzt, um den Kurs des Oberbürgermeisters Paß (SPD) und Stadtdirektor Best (SPD) zu folgen. Er lautet, Verkauf der Sportanlage Bockmühle an Noweda - Ersatzsportanlagen im Teilbereich des ca. 98.000 m² großen Krupp-Park Süd.
Beim Studium der Ausschuss-Vorlage "Verlagerung und Konzentration der Sportplätze Bockmühle, Serlo- und Haedenkampstraße und Krupp-Park Südf" fällt auf, dass dort geschrieben steht, Das Grundstück befindet sich im Eigentum von
Kenner der Rathaus-Planungsszenerie behaupten, kein Großprojekt in Essen wurde in so kurzer Zeit (ca. 10 Monate) durch alle Gremien des Rates gepeitscht.

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