Vergessenen Kindern eine Stimme geben

„Vergessenen Kindern eine Stimme geben“ – das ist das Motto der Aktionswoche, in der die „Suchthilfe Essen“ auf das Schicksal von Kindern aus Suchtfamilien aufmerksam machen will.

Der Kölner Experte Prof. Dr. Michael Klein schätzt die Zahl der Kinder alkoholabhängiger Eltern in Deutschland auf 1,8 Millionen, die Kinder drogenabhängiger Eltern auf 40 000 bis 60 000. Das bedeute ein bis zu sechsfach höheres Risiko, später selber abhängig zu werden oder Alkohol zu missbrauchen.

Kinder in Suchtfamilien müssen sich oft besonderen Regeln unterwerfen. Um das Familiengeheimnis zu wahren, lernen sie schamhaft ihre Gefühle zu kontrollieren, zu schweigen, sich zu isolieren und zu verleugnen. Auf der anderen Seite fehle ihnen die „Normalität“ im Umgang mit anderen. Das könne später dazu führen, dass sie den „Schlüssel“ nicht kennen, sich die Normalität zu erschließen, und irgendwann zwischen dem zwanzigsten und dem dreißigsten Lebensjahr holen sie die langen Schatten der Kindheit meist ein – so der Stand der aktuellen Suchtforschung.

Die Essener Fachstelle für Suchtprävention bietet vielfältige Informationen und Fortbildungen zum Thema. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Vergessenen Kindern eine Stimme geben“ bietet die Beratungsstelle der „Suchthilfe direkt“ sowohl eine telefonische Hotline ( 86030) und die Einladung sich während der Sprechstundenzeiten persönlich beraten zu lassen.

Die Suchthilfe direkt Essen gGmbh, Hoffnungstraße 24, 45127 Essen, hat montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr (außer dienstags) und nachmittags von 14 bis 17 Uhr (außer freitags) geöffnet.