Verbindung zwischen Brandanschlag und Abschiebungen unklar

Die Feuerwehr löschte die brennenden Fahrzeuge vor der Essener Ausländerbehörde.
Die Feuerwehr löschte die brennenden Fahrzeuge vor der Essener Ausländerbehörde.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Staatsschutz ermittelt nach Brand von zwei Transportern. Offen ist, ob die Tat in Verbindung steht mit Protest von Jugendlichen gegen eine Abschiebung.

Essen.. Zwei Transportwagen der Ausländerbehörde an der Schederhofstraße sind in der Nacht zum Montag in Flammen aufgegangen. Die Ermittler der Polizei gehen davon aus, dass die Fahrzeuge vorsätzlich in Brand gesteckt wurden. Der Staatsschutz ermittelt, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann.

Nur wenige Stunden nach diesem Anschlag gab es am frühen Montagmorgen eine Sitzblockade von rund 20 Jugendlichen, die offenbar im Werdener Löwental vor einer Asylbewerberunterkunft gegen die Abschiebung von Flüchtlingen demonstrierten. Von einem Zusammenhang der beiden Vorfälle spricht derzeit aber niemand.

Nachts wurden die Rettungskräfte zunächst gegen 0.40 Uhr alarmiert, als die beiden VW T5 lichterloh auf dem Parkplatz vor der Behörde brannten. Die Brandexperten der Polizei begannen bereits am frühen Morgen damit, Spuren zu suchen und zu sichern.

Niemand verletzt

Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand, den Schaden beziffert Ordnungsdezernent Christian Kromberg auf rund 50 000 Euro und sagt deutlich: „Es handelt sich keinesfalls um eine Bagatelle.“ Vielmehr sei damit eine erste Eskalationsstufe erreicht, der oftmals eine zweite folge: „Irgendwann werden Brandsätze auf Wagen mit Menschen darin geworfen.“ Die Stadt sei jetzt gewarnt und aufmerksam. Sie sehe sich nun mit der der Frage nach dem Umgang mit dieser Eskalation konfrontiert.

Auch Kromberg stellt keine Verbindung zwischen Brandanschlag und Sitzblockade her, als Indiz spreche allein die zeitliche Nähe dafür. Fest steht, dass die ausgebrannten Wagen genutzt wurden, um Menschen ins Abschiebegefängnis nach Berlin oder zum Flughafen zu fahren. In der Vorwoche hat es 13 Abschiebungen in sichere Herkunftsländer gegeben, sagt Kromberg. Geplant waren mehr, wie regelmäßig in diesen Fällen habe es Hindernisse gegeben, dazu zählen etwa Betroffene, die Krankenscheine vorzeigen oder freiwillig ausreisen.

Abschiebung war ausgesetzt

Das hatte auch die fünfköpfige Familie aus dem Löwental in Werden zugesagt, weshalb die Ausländerbehörde ihre Abschiebung vergangenen Woche ausgesetzt habe, sagt Kromberg. Das haben die Protestierenden offenbar nicht mitbekommen. „Bei ihnen handelt es sich nicht um Flüchtlinge, die von Abschiebung bedroht sind“, sagt Polizeisprecher Peter Elke. Die Polizei hat die Personalien der Jugendlichen aufgenommen.

Im Fall der Brandstiftung bitten die Fahnder mögliche Zeugen, die Sonntag in den späten Abendstunden oder kurz nach Mitternacht verdächtige Personen nahe des Brandortes an der Ausländerbehörde beobachtet haben, sich zu melden unter: 82 90.