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VDM Metals macht Essener Titan-Werk dicht

10.03.2016 | 18:40 Uhr
VDM Metals macht Essener Titan-Werk dicht
Die Titan-Produktion wird eingestellt.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Aus für VDM an der Westendstraße. Die Suche nach einem Käufer verlief erfolglos. 75 Arbeitsplätze in Essen fallen weg. IG Metall übt Kritik.

Die VDM Metals stellt ihre Titanproduktion in Essen ein und schließt im August ihr Werk an der Westendstraße. Damit gehen in Essen 75 Arbeitsplätze verloren. Zuvor war die Suche nach einem Käufer gescheitert.

Nach Angaben der Geschäftsführung schreibt das Werk, das früher zu Thyssen-Krupp gehörte, Verluste. „In den vergangenen fünf Jahren ist es uns leider nicht gelungen, unsere Titanproduktion profitabel zu betreiben“, teilte Geschäftsführer Niclas Müller am Donnerstag im Anschluss an eine Betriebsversammlung mit. Grund seien fallende Titanpreise, die nach Ansicht von VDM auf absehbare Zeit kein auskömmliches Niveau erreichen werden.

IG Metall kritisiert Beschluss

Die IG Metall kritisierte den Schließungsbeschluss dennoch. „Wir hätten uns gewünscht, der neue Eigentümer hätte einen längeren Atem bei der Käufersuche bewiesen und dem Unternehmen mehr Zeit gegeben“, sagte Gewerkschaftssekretär Holger Neumann. Doch dies sei wohl eher nicht im Sinne eines Hedgefonds. VDM Metals gehört seit September 2015 dem Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel (LGV) – mit dem langjährigen Klöckner&Co-Chef Thomas Ludwig und Ex-Thyssen-Lenker Dieter Vogel an der Spitze. VDM soll noch bis vergangenen Freitag mit einem Interessenten verhandelt haben. Die Gespräche sollen jedoch am Wochenende geplatzt sein.

Das Werk an der Westendstraße schrumpft schon seit längerem. In Spitzenzeiten waren dort fast 200 Mitarbeiter beschäftigt. Laut IG Metall muss das Unternehmen den verbliebenen 75 Mitarbeitern nun Arbeitsplätze in seinen anderen Werken anbieten. Dies sehe eine zwischen ihr und der Geschäftsführung geschlossene Vereinbarung vor. Die Frage ist nur, wie viele Mitarbeiter das Angebot annehmen können. VDM betreibt in NRW Standorte in Werdohl, Unna und Altena. Betriebsrat und Management werden nun über einen Sozialplan und Interessenausgleich verhandeln.

Janet Lindgens

Kommentare
11.03.2016
12:10
VDM Metals macht Essener Titan-Werk dicht
von Dschizya | #1

Das muss man positiv sehen, jetzt sind 75 Fachkräfte (diesmal sind es ja wirklich welche) für andere Verwendungen frei geworden.

1 Antwort
VDM Metals macht Essener Titan-Werk dicht
von KarlausEssen | #1-1

Was ist daran Positiv? Ich bin einer davon.
VDM wollte die Titan noch nie und hatte das schon lange Geplant.
Wir sollen auf die anderen Werke verteilt werden.
Das bedeutet 1,5 Stunden Autofahrt hin und 1,5 Stunden zurück.
Plus 8 Stunden arbeiten.
Das sind für mich 3 Stunden weniger Freizeit die ich nicht Bezahlt bekomme plus Zusatzkosten für die Fahrt, Abnutzung PKW und Zusätzlicher Stress.
In den anderen Werken wird Nickel Produziert und auch dort Läuft es nicht toll.
Auch dort wird Kurzarbeit gefahren!
Und was bedeutet Facharbeiter ?
Keiner der hier Arbeitet bis auf einzelne Ausnahmen arbeitet in einem Lehrberuf.
Schmelzer, Schmelzvorbereiter, Rohstoffvorbereiter, Schmelzelektrodenschweißer und weitere Arbeiten die den Größten Teil in unserem Werk in Essen ausmachen, sind Werksinterne Anlernberufe.
Ich bin z.B. schon so lange bei der anfangs noch Deutsche Titan, dass mein Gesellenbrief null und Nichtig ist, da ich nicht meinen Gelernten Beruf, sondern einen Angelernten Beruf ausübe.

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VDM Metals macht Essener Titan-Werk dicht
VDM Metals macht Essener Titan-Werk dicht
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2016-03-10 18:40
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