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Vapiano öffnet 2016 Filiale an der Rüttenscheider Straße in Essen

13.08.2015 | 12:00 Uhr
Vapiano öffnet 2016 Filiale an der Rüttenscheider Straße in Essen
Vapiano ist bereits am Hirschlandplatz in der Innenstadt vertreten. Im nächsten Jahr möchte die Kette eine weitere Filiale in Rüttenscheid eröffnen.Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Essen-Rüttenscheid wird bei Systemgastronomen offenbar immer beliebter. Der Hotel- und Gaststättenverband sieht diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen.

Die Systemgastronomie Vapiano eröffnet im nächsten Jahr ihre zweite Essener Filiale an der Rüttenscheider Straße. Das hat Michael Jörn bestätigt, der bei dem Unternehmen mit Sitz in Bonn für Expansionen zuständig ist. Auf 800 Quadratmetern Fläche wird in den Räumen der ehemaligen Thalia-Buchhandlung das bekannte Konzept mit italienischen Gerichten umgesetzt. Damit ist Vapiano bereits an mehr als 140 Standorten in 28 Ländern vertreten – in Essen auch am Hirschlandplatz.

Christiane Behnke, Vorsitzende der Kreisgruppe Essen des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. Foto: OH

Nach dem Asia-Modell COA aus Frankfurt, das demnächst die Räume von Rubacuori und Cabalou beerbt, der kürzlich eröffneten Imbisskette Bobby & Fritz am Stern sowie bestehenden Franchise-Konzepten wie Hans im Glück und Extrablatt siedelt sich damit ein weiterer Systemgastronom auf der Rüttenscheider Straße an.

Nach Ansicht von Christiane Behnke, Vorsitzende der Kreisgruppe Essen des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, ist diese Entwicklung weniger hohen Geschäftsmieten, sondern eher einem allgemeinen Trend geschuldet. „Das ist eine Generationenfrage. Gerade bei jüngeren Menschen sind diese Ketten beliebt – denn sie sehen weniger Gastronomie und Service, als viel mehr den Event-Charakter“, sagt Behnke. Darüber klagten Mitglieder aus traditionellen Gasthäusern zunehmend, berichtet Behnke. Gleichwohl sieht sie die Mischung in Rüttenscheid nicht gefährdet: „Dort gibt es mit Häusern wie beispielsweise Eule, Brenner und Ampütte ja noch verhältnismäßig viele alt eingesessene Kneipen. Auch darüber hinaus haben sich viele individuelle und inhabergeführte Gastronomien an dem Standort etabliert.“ Für eine abwechslungsreiche Gastronomielandschaft sei es wichtig, diese Individualität zu wahren.

Kommentar
Das Gleichgewicht halten

Systemgastronomie – da läuten beim hippen Großstädter, der gerne hausgemachte Limo schlürft, dabei auf Trödel-Möbeln hockt und sich an liebevollen Einrichtungsdetails erfreut (mich eingeschlossen) – direkt die Alarmglocken.

Nun den Niedergang und die nicht mehr abzuwendende Gentrifizierung der Rüttenscheider Straße herbeizuschreiben, ist allerdings etwas vermessen. So ist beispielsweise das Extrablatt in Rüttenscheid ein Beispiel dafür, wie eine Stelle, an der sich mancher Gastronom zuvor vergeblich abmühte, plötzlich aufblüht – und Menschen aller Generationen anzieht.

Es wäre schrecklich, wenn Rüttenscheid bald wie die City zu einem recht seelenlosen Quartier voller Läden verkommen würde, die zwischen Elbe und Isar überall die gleichen sind – aktuell ist das aber nicht absehbar.

Und wenn Vapiano künftig noch einige Menschen mehr auf die Rü zieht, die auch links und rechts davon ein paar Euro ausgeben, so ist doch allen gedient. Wichtig ist nur, dass sich das Gleichgewicht mit individuellen und inhabergeführten Läden weiterhin hält – sie sind schließlich das Herz des Stadtteils, das ihn für die Ketten überhaupt so attraktiv gemacht hat.

Immobilienmakler Eckhard Brockhoff, der in Rüttenscheid unter anderem die Geschäftsräume im Rü-Karree vermietet, sieht in der Ansiedlung von Vapiano vor allem die Qualität des Standorts bestätigt. „Die sind ja sonst eher in beliebten Innenstadtlagen zu finden“, sagt er. Grundsätzlich begrüße er den Trend – schließlich stünden Systemgastronomen meist für eine gleich bleibende Qualität und sorgten für neue Kundenströme. „Generell ist Gastronomie für den Handel gut, da sich die Verweildauer der Kunden erhöht. Allerdings muss man in Rüttenscheid aufpassen, dass das Verhältnis nicht kippt“, warnt Brockhoff.

Nachfrage aus dem Handel sinkt

Vergangene Woche eröffnete der Imbiss Bobby & Fritz – ein Franchisekonzept aus Essen – am Stern. Foto: Stefan Arend

Denn selbst in begehrten Lagen der Rü ginge die Nachfrage aus dem Einzelhandel nach Ladenlokalen eher zurück. Nicht zuletzt der wachsende Online-Handel sorge in der Branche zunehmend für Verunsicherung. Das beobachte er derzeit bei der ehemaligen Street-One-Filiale im Rü-Karree, für die er einen Nachfolger sucht. „Ich hätte da schon an mehr als drei Dönerbuden vermieten können. Wir wollen aber keine gastronomische Nutzung dort und sind viel mehr auf der Suche nach einem besonderen Geschäft mit Alleinstellungsmerkmal – auch, um den guten Mix in Rüttenscheid zu wahren.“

Jennifer Schumacher

Kommentare
14.08.2015
10:12
Vapiano öffnet 2016 Filiale an der Rüttenscheider Straße in Essen
von steinsiech | #11

Mir waren kleine Läden wie früher das pimpspic immer lieber, aber so ist halt die Zeit.

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2015-08-13 12:00
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