Ursachenforschung
10.08.2010 | 15:31 Uhr 2010-08-10T15:31:00+0200
Kettwig. Nun kommt Bewegung in das Dauerthema „Marodes Altstadtpflaster“.
„Wir arbeiten daran...“. Das sagt Verwaltungsbeauftragter Karl-Heinz Speder. Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann wird konkreter: „Es wird auf jeden Fall ausgebessert“, verspricht der CDU-Politiker. Sein Vorgänger im Amt des BV-Chefs ist Hanslothar Kranz. Parteikollege und Vorsitzender des Bauausschusses und ebenfalls nah dran am Thema. „Ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass die Schäden behoben werden. Zurzeit sind gerade Untersuchungen im Gange...“
Und darüber weiß Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Radermacher vom Amt für Straßenbau noch viel genauer Bescheid. Er möchte allerdings auf jeden Fall klarstellen, „dass dieses Pflaster einwandfrei liegt - und das seit 20 Jahren. Dafür ist es topp“.
Das Pflaster wurde
einwandfrei verlegt
Weniger topp ist hingegen der Zustand einzelner Steine. Radermacher: „Zurzeit halten wir den Bereich, in dem es zu extremen Schäden gekommen ist, erst einmal verkehrssicher. Und wir lassen untersuchen, wo die Schadensursache liegen könnte.“
Der Bereich vor dem Märchenbrunnen ist besonders betroffen. Hanslothar Kranz: „Man muss jetzt feststellen, woher die Abspaltungen kommen. Vielleicht handelt es sich ja gar nicht um Naturstein, sondern um so genannten gebackenen Stein...“
Aus den verschiedenen Vermutungen wird Gewissheit, wenn die aufwändigen Untersuchungen abgeschlossen sein werden. Klaus-Dieter Radermachen: „Das kann allerdings noch zwei bis drei Wochen dauern. Dazu müssen verschiedene Verfahren angewendet werden - und das kostet eben Zeit.“
Warum an vielen Stellen tiefe Fugen zwischen den Pflastersteinen entstanden sind, kann sich Radermacher nicht erklären. „Wenn solch ein Pflaster verlegt worden ist, setzt ein ganz natürlicher Vermoosungsprozess ein. Dann kann auch eine Kehrmaschine den Fugen nichts anhaben. Ein Jahr lang sollte das Pflaster nach der Verlegung allerdings nicht gereinigt werden“, sagt der Fachmann.
13:48
Zufällig hatte ich gestern die Gelegenheit, einen Kollegen aus Düsseldorf, der öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Strassenbauerhandwerk ist, zu diesem Thema zu befragen; ich legte ihm einige der Bruchstücke der Pflasterung vor. Er meinte, das Material sei minderwertig, da es sich schichtweise ablöst. Gestein von hochwertiger Qualität löst sich nicht schichtweise. Demnach wurde vermutlich billiges Baumaterial verwendet.
Dipl.-Ing. Otto-Leonhard Peus
Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Strassenverkehrsunfälle und Kfz-Schäden und -bewertung
08:13
Wieso kommt erst jetzt Bewegung in die Sache? Die Steine bewegen sich doch schon länger :)!
Immerhin scheint was zu passieren!