Ursache für berstenden Boiler in Essen gefunden - Handwerker montierte falsches Ersatzteil
16.10.2012 | 14:29 Uhr 2012-10-16T14:29:00+0200
Essen. Offenbar ist der Fehler eines Handwerkers die Ursache für die Verpuffung in einem Mehrfamilienhaus am Sonntag in Essen. Der Mann montierte an einem defekten 80-Liter-Boiler im Badezimmer einer Wohnung ein defektes Ersatzteil, was das Unglück auslöste. Wegen fahrlässiger Körperverletzung wird ermittelt.
Nach dem Bersten eines Boilers in einer Wohnung am Kopstadtplatz am Sonntagabend haben Brandermittler der Polizei mit Unterstützung eines Sachverständigen die Ursache ermittelt . Offenbar hatte ein Handwerker das defekte 80-Liter-Gerät im Badezimmer am Unglückstag reparieren wollen und dabei eine falsche Ablaufarmatur eingesetzt.
In einer Essener Wohnung kam es am Sonntagabend zu einer Explosion. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde der Bewohner schwer verletzt. Zwei weitere Personen sollen sich leichte Verletzungen zugezogen haben. Durch die Wucht der Explosion stürzten mehrere Wände ein.
Das Ersatzteil führte offenbar zum Bersten des Boiler. In den Haus entstand eine Verpuffung. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzungen laufen.
Türen sprangen aus ihren Schlössern
Ein 50-jähriger Mieter der Wohnung im fünften Stock hatte bei dem Unglück schwere Verbrühungen erlitten , zwei Frauen (28 und 30) wurden leicht verletzt. Die Druckwelle riss Zimmerwände ein, die Fenster barsten und ließen Splitter auf die Straße regnen. Auf zwei Etagen sprangen die Wohnungstüren aus ihren Schlössern. Einige vor dem Haus parkende Autos wurden durch Glassplitter beschädigt.

23:33
Damit sich jeder ein Bild von der Gewalt machen kann, die "Mythbusters" haben solch ein Ding mal untersucht.
http://www.youtube.com/watch?v=G4cscaFyItA
23:25
Von einer Verpuffung wird gesprochen, wenn es durch die Verbrennungsreaktion zwar zu einer Volumenerweiterung, nicht aber zu einem relevanten Druckaufbau kommt (Wikipedia)
Hier ist nichts verpufft. Der steigende Dampfdruck hat einfach nur den Boiler explodieren lassen.
19:53
Wäre auch nicht anders gegangen.
Mit Schrecken hat die Fachwelt die Äußerungen von Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr gestern im Fernsehen vernommen.
Verharmlosung pur. Denn dafür ist das Sicherheitsventil da. Ohne Sabotage wäre nicht viel passiert. Selbst wenn der Heizstab abgebrannt wäre.
Auch im Ausland hergestellte Geräte, z.B. Ukraine, werden von deutschen Anbietern gleich mit einem Sicherheitsventil im Lieferumfang verkauft.
Schon merkwürdig, wie die deutsche Qualitätspresse weder recherchiert, noch die Fachleute von der SHK dazu einen Kommentar abgeben läßt oder diese gar befragt.
Sensation mit Infos im Stil von Scripted-Reality reichen aus.
19:05
#1
ich aber ;-)
der kollege hätte eine so genannte sicherheitsgruppe montieren müssen. warmes wasser dehnt sich aus damit sowas wie hier nicht passiert lässt diese sicherheitsgruppe druck ab und tropft in einen sifon. hätte es aber selbst nie für möglich gehalten das ein geplatzter boiler so eine heftige wirkung hat.
16:13
Ich habe keine Ahnung von der Materie.
Aber es gibt Armaturen für Druck und drucklose Heißwassergeräte.
Der Unterschied dürfte einem Handwerker vom Fach aber bekannt sein....
Damit meinen die wohl die Ablaufarmatur am bzw mit dem Überdruckventil.
Je nach Hersteller bzw Modell ist das völlig unterschiedlich.
Manche Boiler haben einen dritten Anschluss, der ist für das Abwasser falls das Überdruckventil öffnet.
Andere haben das Ventil irgendwo am Gerät zb oben und wenn das öffnet läuft das Wasser einfach in den Raum (habe das an einem alten Boiler mal gesehen).
Wieder andere haben entweder garkeins oder es wird irgendwie über einen speziellen Wasserhahn abgelassen, da bin ich mir nicht sicher.
Aber dass ein Boiler wirklich derart explodieren kann hätte ich nie für möglich gehalten.
Der Handwerker hatte ggf. auch keine Ahnung davon. Heutzutage kann (ausser in sicherheitrelevanten Bereichen) jeder eine Firma betreiben ohne eine geeignete Meisterprüfung abgelegt zu haben. Da kann es natürlich schon einmal, aus Kostendruckgründen dazu führen, dass ein nicht genügend ausgebildeter Arbeiter solche Arbeiten ausführen darf.
Ist leider wieder eine EU geschuldete Sache.