„Unsere Arbeit ist mehr wert“

Vor einigen Tagen bekam die berufstätige Essener Mutter Silke Fortmann in der WAZ die Gelegenheit, ihre Vorwürfe in puncto Kita-Streik zu formulieren. Hier antwortet ihr nun die Essener Kita-Leiterin Barbara Burdack:


Meine Kolleginnen und ich verstehen Ihren Ärger über die Umstände, die Ihnen der Streik macht. Ich habe auch zwei Kinder und weiß, wovon Sie sprechen. Aber glauben Sie uns: Wir streiken nicht, weil es uns Spaß macht. Wir bereiten die Kinder nach individuellen Förderplänen auf die Schule vor, machen Elternarbeit und Familienbildung. Von hoher Geräuschbelastung, vielfach zu kleinen Räumen und großen Gruppen gar nicht zu reden. Öffentlichkeit und Politiker haben aber noch das alte Bild vom „Kindergarten“ vor Augen, in dem die Kinder „aufbewahrt“ werden. Daher kommt es, dass die Kriterien für unsere tarifliche Eingruppierung seit 25 Jahren die gleichen geblieben sind. Wir sagen nicht, dass wir mehr verdienen wollen, weil die Gehälter zu niedrig sind. Wir sagen, dass wir entsprechend unserer Qualifikation und dem Wert unserer Arbeit honoriert werden wollen. Ohne Fachabitur kann man heute nicht Erzieher/in werden. Und wir möchten als Beruf attraktiver werden, um (auch männlichen!) Nachwuchs zu bekommen. Der Streik ist unsere einzige Chance, diese Aufwertung zu erreichen – im Interesse der Qualität der Arbeit und damit der Kinder. Was würden Sie in dieser Situation tun?