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UNO in der Schule

21.01.2009 | 18:08 Uhr
UNO in der Schule

Essen. Rein äußerlich hat die Alfred-Krupp-Schule nichts mit dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York City gemein. Doch ein Hauch von großer Weltpolitik weht an diesem Tag durch das Schulgebäude in Frohnhausen.

Schüler der Jahrgangsstufe 13 simulieren gemeinsam mit Politik-Studenten der Universität Duisburg-Essen eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Gegenstand der Diskussion: Wie wirkt sich der internationale Drogenhandel auf die Konflikte in Afghanistan und Kolumbien aus - und was können die Vereinten Nationen dagegen unternehmen?

Der Sicherheitsrat der Un tagt in der Aula des Alfred Krupp Gymnasiums, gespielt von Schülern und Studenten WAZ-Bild: Franz Meinert

An den Wänden der Aula hängen die Flaggen der teilnehmenden Staaten. Ein Kameramann beamt das Geschehen auf eine Leinwand, und die Jung-Diplomaten haben sich für ihren Auftritt ordentlich in Schale geschmissen. Nur das regelmäßige Läuten der Schulglocke erinnert daran, dass diese Sitzung nicht tatsächlich in New York stattfindet. „Zehn Wochen haben die Schüler und Studenten die Simulation vorbereitet. Nun erleben sie hautnah, wie schwierig das diplomatische Geschäft sein kann”, sagt Sebastian Schmidt, Lehrer für Geschichte und Sozialwissenschaften.

Die Sitzung beginnt mit einem Experten-Vortrag. Jürgen Lamm, Beauftragter für Suchtprävention bei der Essener Suchthilfe-Direkt, erläutert wie Anbau und Handel von Drogen für gesellschaftliche und politische Probleme sorgen. Und gleich werden seine Ansichten lebhaft vom „Sicherheitsrat” diskutiert. „Mit der Simulation können wir den Schülern internationale Politik hautnah vermitteln”, sagt Sebastian Schmidt, „außerdem können sie so Uni-Luft schnuppern und damit Berührungsängste abbauen.”

Dabei erfahren sie, das Universität und Weltpolitik eines gemeinsam haben: Es wird viel und zuweilen heftig diskutiert. Sowohl die Vertreter Chinas und der USA lassen über eine vorab verfasste Resolution mit Vorschlägen zur Problemlösung diskutieren: Die chinesischen Vorschläge sind eher moderat, das Papier Amerikas schließt auch radikalere Maßnahmen nicht aus.

Schlussendlich können sich die Nachwuchs-Diplomaten aber auf keinen Plan zur Rettung Afghanistans einigen. Selbst ein neu formulierter Vorschlag der ständigen Mitglieder scheitert am Einspruch der Veto-Mächte. Kolumbien kommt gar nicht erst auf die Tagesordnung. Die vorangegangenen Diskussionen haben den engen Zeitrahmen bereits gesprengt.

„Ob unsere Simulation so tatsächlich in New York hätte stattfinden können, ist fraglich. Aber die Schüler hatten Spaß”, sagt Schmidt. Und das ist die Hauptsache. Denn Interesse und Diskussionsbereitschaft der Schüler und Studenten zeigen: Früh übt sich!

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Tobias Appelt

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