Uniklinikum Essen: Leben retten und Preise gewinnen

Das Uniklinikum ruft die Essener auf, häufiger als bisher Blut zu spenden. Unser Bild zeigt einen symbolischen Blutstropfen.
Das Uniklinikum ruft die Essener auf, häufiger als bisher Blut zu spenden. Unser Bild zeigt einen symbolischen Blutstropfen.
Foto: Thorsten Schabelon
Was wir bereits wissen
Uniklinikum veranstaltet Tombola zum Weltblutspendertag am 14. Juni. Auf die Sieger wartet ein Besuch beim Medizin-Kabarettisten Eckart von Hirschhausen

Essen.. Für den Weltblutspendertag am Sonntag, 14. Juni, hat sich das Uniklinikum etwas ausgedacht: In der Woche vom 15. bis 19. Juni findet eine Tombola statt. Zu gewinnen gibt es Karten für Medizin-Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen. Die WAZ sprach mit Professor Peter Horn, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin am Uniklinikum.

Herr Horn, spenden Sie selbst auch Blut?

Peter Horn: Selbstverständlich! Etwa jeder Dritte ist im Laufe seines Lebens mindestens einmal auf Blutkonserven angewiesen, aber leider spendet nur etwa jeder dreißigste regelmäßig Blut. Dabei ist es so einfach, zum Lebensretter zu werden!

Wer kommt als Blutspender in Frage, wer nicht?

Horn: Grundsätzlich kommt fast jeder gesunde Mensch als Spender in Frage. Ausnahmen gibt es aus zwei prinzipiellen Gründen: Entweder Sie könnten Ihre Gesundheit durch die Blutspende gefährden oder die des Empfängers Ihrer Spende. Sie dürfen beispielsweise keine hochansteckenden Krankheiten wie Hepatitis C haben. Auch Fernreisen in bestimmte Länder können vorübergehend ein Ausschlusskriterium sein. Durch einen Fragebogen und eine ärztliche Untersuchung überprüfen wir, ob Sie als Spender in Frage kommen. Außerdem wird jede Blutspende analysiert.

Wie viel Zeit muss ich für eine Blutspende einplanen?

Horn: Der Vorgang der Spende dauert keine zehn Minuten. Das Ausfüllen des Fragebogens und die ärztliche Untersuchung nehmen zusätzlich Zeit in Anspruch. Eingeplant wird zudem eine Ruhepause nach der Blutentnahme. Für eine Spende gibt es bei uns eine Aufwandsentschädigung.

Wird genug Blut fürs Uniklinikum gespendet?

Horn: Leider nicht. Bei uns werden im Jahr 9000 Blutspenden à 500 Milliliter abgegeben, also 4500 Liter. Wir benötigen aber 25.000 bis 30.000 Blutkonserven. Den Rest kaufen wir zu. So haben wir immer genug Blut. Operationen müssen nicht verschoben werden.

Hat sich die Spendenbereitschaft im Laufe der Zeit verändert?

Horn: Die Zahl der Blutspenden ist leider rückläufig. Besonders in den Sommerferien ist häufig ein starker Rückgang zu verzeichnen. Wir müssen natürlich auch im Sommer Patienten helfen, daher freuen wir uns über jeden Spender, der zu uns kommt.

Gibt es Blutgruppen, die besonders dringend benötigt werden?

Horn: Die Blutgruppe 0 Rhesus negativ wird im Prinzip von jedem Patienten vertragen und wird besonders häufig gebraucht. Bei Notfällen müssen wir teilweise Blutkonserven verwenden, ohne vorher getestet zu haben, welche Blutgruppe der Patient hat. Da kommt sie häufig zum Einsatz.

Dieses Jahr planen Sie eine Aktion zum Weltblutspendertag.

Horn: Für jeden Blutspender und Spendewilligen, der zwischen dem 15. und 19. Juni zu uns kommt, haben wir kleine Geschenke. Außerdem verlosen wir unter allen Spendern im Uniklinikum zwei mal zwei Karten für die Hirschhausen-Show „Wunderheiler“.