Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin

„What comics can do“ hieß die Schau, die kurz vor ihrem Ende zu einem Eklat führte. Das Verhalten der Hochschule wurde vielfach gerügt.
„What comics can do“ hieß die Schau, die kurz vor ihrem Ende zu einem Eklat führte. Das Verhalten der Hochschule wurde vielfach gerügt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Universität Duisburg-Essen hat gegen eine muslimische Doktorandin Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die junge Frau hatte ein Plakat einer studentischen Ausstellung mit einer Schere zerstört und so einen Eklat ausgelöst. Uni-Rektor Ulrich Radtke sagt: „Das Verhalten der Studentin ist in keiner Weise zu rechtfertigen.“

Essen.. Die Uni Duisburg-Essen hat bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet gegen eine muslimische Doktorandin, die Ende des vergangenen Monats das Exponat einer studentischen Ausstellung mit einer Schere zerstört hatte.

Die Schau mit anspruchsvollen Comics („Graphic Novels“) war daraufhin wenige Tage vor ihrem offiziellen Ende vorzeitig abgebrochen worden. Dieser Vorgang hatte unter dem Schlagwort „Plakat-Eklat“ bundesweite Aufmerksamkeit erfahren.

Hochschule Die Doktorandin hatte sich über einige Motive beschwert mit Verweis auf ihre „religiösen Gefühle“. Die Ausstellung war beendet worden, weil die Sicherheit der Bibliotheksmitarbeiter auf jeden Fall gewährleistet bleiben sollte, hieß es.

Uni-Rektor Ulrich Radtke berichtet jetzt, dass die junge Frau einen Anhörungs-Termin bei der Hochschulleitung habe verstreichen lassen. Jetzt sei Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet worden. Radtke: „Das Verhalten der Studentin ist in keiner Weise zu rechtfertigen.“ Radtke bittet um Verständnis für die Verzögerung: „Dass eine Reaktion nicht von heute auf morgen geschehen kann, ist nur schwer zu vermitteln. Wir halten es aber für selbstverständlich, sich zunächst sachkundig zu machen.“