Das aktuelle Wetter Essen 15°C
Plakat-Eklat

Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin

10.07.2013 | 15:33 Uhr
Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin
„What comics can do“ hieß die Schau, die kurz vor ihrem Ende zu einem Eklat führte. Das Verhalten der Hochschule wurde vielfach gerügt.Foto: Klaus Micke

Essen.   Die Universität Duisburg-Essen hat gegen eine muslimische Doktorandin Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Die junge Frau hatte ein Plakat einer studentischen Ausstellung mit einer Schere zerstört und so einen Eklat ausgelöst. Uni-Rektor Ulrich Radtke sagt: „Das Verhalten der Studentin ist in keiner Weise zu rechtfertigen.“

Die Uni Duisburg-Essen hat bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet gegen eine muslimische Doktorandin, die Ende des vergangenen Monats das Exponat einer studentischen Ausstellung mit einer Schere zerstört hatte.

Die Schau mit anspruchsvollen Comics („Graphic Novels“) war daraufhin wenige Tage vor ihrem offiziellen Ende vorzeitig abgebrochen worden. Dieser Vorgang hatte unter dem Schlagwort „Plakat-Eklat“ bundesweite Aufmerksamkeit erfahren.

Die Doktorandin hatte sich über einige Motive beschwert mit Verweis auf ihre „religiösen Gefühle“. Die Ausstellung war beendet worden, weil die Sicherheit der Bibliotheksmitarbeiter auf jeden Fall gewährleistet bleiben sollte, hieß es.

Uni-Rektor Ulrich Radtke berichtet jetzt, dass die junge Frau einen Anhörungs-Termin bei der Hochschulleitung habe verstreichen lassen. Jetzt sei Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet worden. Radtke: „Das Verhalten der Studentin ist in keiner Weise zu rechtfertigen.“ Radtke bittet um Verständnis für die Verzögerung: „Dass eine Reaktion nicht von heute auf morgen geschehen kann, ist nur schwer zu vermitteln. Wir halten es aber für selbstverständlich, sich zunächst sachkundig zu machen.“

Martin Spletter



Kommentare
10.07.2013
17:31
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

10.07.2013
17:28
Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin
von spindoctor | #12

Nícht die Universität (Opfer) sondern der religiöse Fundamentalismus (Täterin) ist zu kritisieren.
Und, mit dieser Einstellung darf niemand an einer Universität eines demokratischen Rechtsstaates promoviert werden - sollte eigentlich selbstverständlich sein.
-
Und jetzt schnell wieder löschen!

10.07.2013
17:27
Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin
von Spatenklopper | #11

"Die Doktorandin hatte sich über einige Motive beschwert mit Verweis auf ihre „religiösen Gefühle“.

?

Sachbeschädigung gilt seit neuestem als Beschwerde? Interessant.

10.07.2013
17:21
Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin
von el_royal | #10

Da ist es wieder, dass unterschiedliche Maß für Christen und Mohammedaner. Diesmal in der Kunst.

Während Christen in unseren Medien wie selbstverständliche "Satire" hinnehmen müssen, die Ihre Religion grob beleidigt (Fall Kebekus), verfallen die Verantwortlichen - hier der Rektor - erst einmal in Schockstarre, wenn es sich um eine "importierte" Religion handelt.

Für mich stellt sich die Frage nach der Motivation.
- Hatte der Rektor möglicherweise Angst vor Racheakten durch Anhänger der friedvollen Religion?
- War es ein politisches Taktieren, weil er einen Eklat, der in seiner Ablösung mündet, befürchtete?
- Schätzt er nicht die Freiheit der Kunst?
...oder versucht er den Weg des geringsten Widerstands zu gehen?

1 Antwort
Auch Christen müssen keinesfalls grob beleidigende
von bigkahuna | #10-1

Satire hinnehmen. Und gerade am Beispiel Kebekus zeigt sich doch, daß sie es auch nicht tun.

10.07.2013
17:06
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

10.07.2013
16:49
Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin
von edvina77 | #8

Nun ja, man brauchte sicher etwas Zeit - und vor allen Dingen Rat von sachkundigen Experten - um die Angst vor der eigenen Courage zu überwinden.

10.07.2013
16:47
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

10.07.2013
16:43
Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin
von berger_rep | #6

Sicherlich -und hierzu wird auch die wiederholte Berichterstattung beigetragen haben können- gibt es auch von anderer Seite her bereits Strafanzeigen gegen die betreffende "Doktorandin" oder die Staatsanwaltschaft Essen hat gar von sich aus ein Verfahren eingeleitet, weshalb die Universität noch ungeschickter ausgesehen hätte, wäre ihrerseits eine Strafanzeige unterblieben; siehe im übrigen § 303 StGB, http://dejure.org/gesetze/StGB/303.html, denn hier hat es vor ein paar Jahren eine Veränderung gegeben, siehe http://lexetius.com/StGB/303#2. Früher war öffentliches Interesse erforderlich oder ein Antrag, heute wird die Staatsanwaltschaft tätig, wenn Sie davon erfährt. Und das müßte längst der Fall sein.

10.07.2013
16:38
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

10.07.2013
16:37
Uni Duisburg-Essen erstattet nach Plakat-Eklat Strafanzeige gegen Muslimin
von johannes1608 | #4

Meine Güte, wie durchsichtig und albern ist das denn jetzt? Man muss nur an die beißende Kritik am Verhalten der Uni an dieser Stelle (Kommentare in der WAZ) in den Tagen danach denken, um zu sehen, dass die Uni jetzt nicht freiwillig reagiert, sondern das Nichterscheinen der Studentin dazu nutzt, doch noch das Gesicht zu wahren. Zudem ist bereits Strafanzeige seitens eines Rechtsanwalts gestellt worden, weil die Uni eben nichts gemacht hat.

Aus dem Ressort
Der letzte Winter steht vor der Heim-Tür
Flüchtlingsunterkünfte
Beschließt der Rat der Stadt im November genügend Dauerstandorte zur Unterbringung von Flüchtlingen, dürften die Behelfsunterkünfte in Unterfrintrop und in Kupferdreh im kommenden Jahr als erste von insgesamt fünf Einrichtungen vom Netz gehen.
Ein Fahrradfahrer wurde bei Unfall mit Lkw schwer verletzt
Unfall
Ein Radfahrer ist am Donnerstagnachmittag im Nordviertel auf der Gladbecker Straße mit einem Lastkraftwagen zusammengestoßen. Laut Polizei soll er sich nicht in Lebensgefahr befinden, er kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Fahrspur wurde zeitweilig gesperrt.
Jugendlicher Trickdieb ergaunert in Essen Geld von Senioren
Trickbetrüger
Ein junger Trickbetrüger hat in der Essener-Innenstadt an der Lindenallee offenbar mehrfach zugeschlagen: Dort lauerte der Täter Senioren auf, um sie am Geldautomaten abzulenken und das Geld zu stehlen. 1500 Euro erbeutete er bei seinen letzten drei Taten. Die Polizei sucht mögliche Zeugen.
Essener Schulbusfahrer missbrauchte zwölfjähriges Mädchen
Gericht
Ein Schulbusfahrer (56) aus Essen hat ein Mädchen (12) missbraucht. Das Landgericht verurteilte den Mann nun wegen Missbrauchs eines Kindes zu eineinhalb Jahren Gefängnis, ausgesetzt zur Bewährung. Der Mann versuchte anfangs den Eindruck zu wecken, das Mädchen hätte ihn angemacht.
Polizei schnappt mit Hilfe zweier Schüler einen Fahrraddieb
Polizei
Ein 33-Jähriger machte sich am Mittwoch an einem Fahrradschloss zu schaffen, als ihn dabei zwei Jugendliche ertappten. Als der Dieb sich mit dem Rad davonmachen wollte, verfolgten sie ihn und alarmierten die Polizei. Da der Dieb bereits polizeilich bekannt ist, landete er nun in Untersuchungshaft.
Umfrage
Am Freitag feiern rund 2000 Menschen Halloween mit einem Zombiewalk in der Essener Innenstadt. Reformationstag, Allerheiligen, Halloween: Welcher Feiertag beziehungsweise welches Event bedeutet Ihnen – aus welchem Grund auch immer – am meisten?

Am Freitag feiern rund 2000 Menschen Halloween mit einem Zombiewalk in der Essener Innenstadt. Reformationstag, Allerheiligen, Halloween: Welcher Feiertag beziehungsweise welches Event bedeutet Ihnen – aus welchem Grund auch immer – am meisten?