Uni Duisburg-Essen beim Deutschland-Stipendium in NRW-Spitzengruppe

„Das Stipendium wird kein Selbstläufer, die Suche nach Geldgebern bleibt ein hartes Geschäft“: Uni-Rektor Ulrich Radtke.
„Das Stipendium wird kein Selbstläufer, die Suche nach Geldgebern bleibt ein hartes Geschäft“: Uni-Rektor Ulrich Radtke.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Die Universität Duisburg-Essen bleibt beim „Deutschland-Stipendium“ in der landesweiten Spitzengruppe. 489 Stipendiaten sind im Förderprogramm.

Essen.. Mit 489 Stipendiaten, die im vergangenen Jahr gefördert wurden, zählt die Uni Duisburg-Essen weiterhin zur landesweiten Spitzengruppe, was das „Deutschland-Stipendium“ angeht. Das geht aus einer aktuellen NRW-Statistik hervor.

92 Förderer – Firmen, Privatleute, Institutionen – unterstützen begabte Studenten für mindestens ein Jahr, der Förderbeitrag von monatlich 150 Euro wird vom Staat um 150 Euro ergänzt, sodass jeder Stipendiat 300 Euro monatlich zur Verfügung hat. Auch im sechsten Jahr seines Bestehens ist das Deutschlandstipendium „sehr nachfragestark“ seitens der Studierenden, berichtet Ulrich Radtke, Rektor der Uni Duisburg-Essen; 1600 bis 2000 Bewerber meldeten sich jährlich.

Während sich die hiesige Hochschule in den letzten Jahren auch durch die starke Teilnahme am Deutschland-Stipendium einen Ruf als „Kümmer-Uni“ erwarb, holen jetzt andere Unis auf in Sachen Deutschlandstipendium: So stieg die Zahl der geförderten Studierenden an der Uni Düsseldorf von 304 (Jahr 2012) auf 537; Köln kam von 314 (Jahr 2012) auf 620 geförderte Studierende im Jahr 2014.

Bildungsaufsteiger profitieren vom Programm

Während Uni-Rektor Radtke für seine aktive Suche nach Förderern vor mehr als drei Jahren mit dem „Deutschen Fundraising-Preis“ ausgezeichnet worden ist, klingt er mittlerweile deutlich nüchterner, was die Popularität des Deutschland-Stipendiums angeht: „Es hat sich herausgestellt, dass auch nach Jahren das Programm kein Selbstläufer wird. Die Suche nach Förderern bleibt ein hartes Geschäft.“ An der Uni Duisburg-Essen hat Radtke sogar einen Mitarbeiter eingestellt, der sich ausschließlich um die Akquise von Geldgebern kümmert – und trotzdem: „Das Stipendium bleibt leider weitgehend unbekannt bei denen, die es kennen müssten. Das hat womöglich auch mit mangelndem politischen Rückhalt zu tun.“

Zu den schärftsten Kritikern des Deutschland-Stipendiums zählt der Essener Bundesbildungspolitiker Kai Gehring (Grüne), der erst letzten Sommer erklärte, das Programm sei, angesichts der einst erklärten Ziele der Bundesregierung, ein „Flop“. Tatsächlich gilt es als ausgemachte Tatsache, dass die Förderquote von bundesweit acht Prozent aller Studenten wohl nie erreicht werden wird. Radtke: „Das Stipendium bleibt ein gutes Programm, bei uns profitieren davon auch die Bildungsaufsteiger. Ich würde mir weiter mehr Zuspruch wünschen.“