Uni-Chor mit Theodorakis-Gala

Hellas-Fahnen zierten das Podium im Alfried-Krupp-Saal. Sie galten aber nicht dem zeitgleich ablaufenden Referendum der Zipras-Regierung , sondern zwei viel berühmteren Griechen. Alexis Zorbas, dem Helden des gleichnamigen Filmklassikers, und dem Schöpfer des unsterblichen Sirtaki-Tanzes: Mikis Theodorakis, der populärste Komponist des Landes, feiert in diesem Monat seinen 90. Geburtstag. Und so widmete ihm der Universitätschor Duisburg-Essen unter der Leitung von Hermann Kruse sein diesjähriges Sommerkonzert.

Oft hört man sie hierzulande nicht, die Suite aus „Alexis Zorbas“ und das sogenannte Volksoratorium „Axion esti“, die in pseudoliturgische Form gegossene Geschichte Griechenlands. Gerhard Pauli gab dabei den sonor intonierenden Solo-Bariton, der zudem die „Lesungen“ über Märzaufstand und Kriegswirren nachdrücklich rezitierte. Die klangfarblich differenzierte Partitur, die den Hörer unmittelbar anspricht, war beim erweiterten Folkwang Kammerorchester in guten Händen. Relativ leichtes Spiel hatte der über 100-köpfige Uni-Chor mit den zumeist schlichten, ellenlangen Strophenliedern, die indes ein wenig von der belebenden Rhythmik und dem Ostinato-Holzschnitt eines Carl Orff mitbrachten. Doch wie groß war die Freude, als gegen Schluss dann endlich das heiß ersehnte „ta-damm“ in der Bouzouki ertönte – Zorbas‘ Tanz!