Ungewollt: die Unprojekte
29.07.2010 | 12:14 Uhr 2010-07-29T12:14+0200Ungesehen, unabhängig, unaufhaltsam, aber auch von Ruhr.2010 unerwünscht: die Unprojekte.
Ein Festival der abgelehnten Kulturhauptstadtprojekte bringt der Essener Verein „Unprojekte“ vom 14. August bis zum 12. September in die nördliche Innenstadt. Der Verein um Holger Gathmann von der Design-Agentur „Gathmann Michaelis und Freunde“ und Gabriel Gedenk, Betreiber der Rüttenscheider Bar „Banditen wie wir“ sammelt seit 2009 Ideen und Projekte, die durch den Sichtungs-Rost der Kulturhauptstadtgesellschaft Ruhr 2010 gefallen sind, um ihnen eine öffentliche Plattform zu geben und sie doch noch zu realisieren.
2000 Ideen abgelehnt
Rund 2000 Projektideen sind im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahrs abgelehnt worden; mehr als 100 solcher Projekte hat der Verein inzwischen zusammengetragen. Mehr als die Hälfte davon sollen im Rahmen des Festivals präsentiert werden. Sie werden zu sehen sein in leer stehenden Ladenlokalen der Kopstadtpassage.
Den Auftakt zum „Top 10 Unprojekte-Festival“ bildet am Samstag, 14. August, eine Party auf dem Kopstadtplatz von 15 bis 24 Uhr, sagt Vereinsvorsitzender Holger Gathmann. Danach sollen die Ideen aus dem und für das Ruhrgebiet täglich von 11 bis 19 Uhr in mehreren Räumen der Kopstadt-Passage zu sehen sein, sagt Vereinsvorsitzender Holger Gathmann. Die „Top 10“ der Projekte, die dort ebenfalls präsentiert werden, sind seit März mit mehr als 10.000 Voten per Internet-Abstimmung gewählt worden.
Nicht nur abseitige Nischenprojekte
Dabei handelt es sich keineswegs nur um abseitige Nischenprojekte. Auf Platz eins der Internet-Abstimmung landete die Theaterproduktion „Krabat“ für die Dortmunder Naturbühne Hohensyburg, die seit 1952 von Amateurtheaterspielern mit großem Erfolg bespielt wird.
Auf Platz zwei kam die Saxophonistin Emmi Meyer, die im Kulturhauptstadtjahr in allen 53 Teilnehmerstädten auftreten will. Platz 3 und 4 belegt das Essener Label „Pottmode“ mit der „ultimativen Ruhrpott-Tasche im Grubentuch-Kleid zum Selbermachen“ und dem Ruhrgebiets-Hobbit „Bredpott“ aus Recyclingmaterial und Klamotten aus Grubentüchern. Platz 5 belegt Sarah Lüder, Fotokünstlerin aus Castrop-Rauxel, die ihre Freunde in allen möglichen Posen in Telefonzellen ins Bild gesetzt hat. Diese Projekte sollen im Rahmen des Wettbewerbs „Essens Kreative Klasse“ im „Banditen wie wir“ zu sehen sein.
Text: Kai Süselbeck
Fotos: unprojekte Pool
05:06
Die ruhr.2010 ist genauso durchfilzt wie die Politik des Landes NRW.
Davon ab: das Festival wird toll werden; super, das es sowas gibt.
Ein schönes Leben noch...
16:29
Ich freu mich auf die Musik!!!
15:16
Ich glaub die Macher der Ruhr 2010 haben nicht so viel Humor...
12:58
wieso wurden diese ganzen schönen projekte von der ruhr 2010 denn abgelehnt? allein schon die bilder von copperhead coppinski sind der wahn.fand man die vielleicht zu lustig?
13:58
Da sind ja wirklich einige tolle Projekte vertreten! Freue mich auf das Festival!