Unerträglich

CDU-Demo-Distanzierung. Sie machen sich in einem Kommentar zurecht über die örtliche CDU lustig. Wenn da nicht der überaus ernste Hintergrund wäre: Als organisierter Antifaschist, der damit in das selbstherrliche CDU-Raster des „Linksextremisten“ passen dürfte, habe ich in den vergangenen vier Jahrzehnten an zahllosen Antifa-Demonstrationen teilgenommen, die Lehren aus der deutschen Geschichte inklusive des Schwurs von Buchenwald beherzigend. Dabei wurden CDU-Repräsentanten eher selten angetroffen. Ausgerechnet Franz-Josef Britz als Chef der örtlichen Gliederung jener Partei, in der nach 1945 zahlreiche NSDAP-Funktionäre Unterschlupf fanden und Karriere bis in die Spitze machten, beschimpft nun die sogenannten „Linksextremisten“, die im Unterschied zu ihm seit Jahrzehnten mutiges antifaschistisches Engagement beweisen. Er grenzt aus will sich selbstherrlich zum Entscheider darüber aufschwingen, wer gegen Nazis auf die Straße gehen darf. Das zeugt von einem gehörigen Maß an Realitätsverlust und unerträglicher Arroganz.