Und immer der Nase nach

Fischlaken..  Seit 2008 arbeitet Petra Marx als Problemhundetherapeutin. Ängstlichkeit, Aggressionen, Dauerbellen - sie sucht nach den Ursachen, sieht Halter und Hund immer als Team.

Jetzt bietet sie auch das so genannte Mantrailing an - Menschen verfolgen, die Geruchsspur aufnehmen. „Das kommt aus dem Rettungsdienst, und es dient dazu, den Hund artgerecht auszulasten - am Ende des Trainings ist der Hund müde und der Halter zufrieden“, sagt Petra Marx und lacht.

An diesem Morgen hat sie die anderthalbjährige „Lilly“ zu Gast. „Im Rahmen eines Schnupperkurses habe ich mich gestern mit Interessenten in Krüger’s Landgasthaus getroffen. Dort stand erst einmal Kaffeetrinken und viel Theorie auf dem Plan. Anschließend haben wir dann an der Ludscheidtstraße eine erste Geruchsspur gelegt.“ Und heute soll „Lilly“ zeigen, was sie gestern gelernt hat. Barbara lässt sich an diesem Morgen suchen - sie verteilt auf dem Weg vor Petra Marx’ Wohnung T-Shirts und Strümpfe, die ihren Geruch aufweisen und versteckt sich.

„Am Anfang sind es nur 20 oder 30 Meter - hinterher dann auch schon mal über 200. Wenn es regnet oder windig ist, wird es für die Hunde natürlich schwieriger“, sagt Petra Marx. „Lilly“ hat an diesem Morgen keine Probleme. Eine spezielle lange Leine wird an ihrem Geschirr befestigt und dann nimmt sie die Spur auf. Zielgerichtet läuft sie auf Barbara zu, die hinter einer Hecke hockt. Dort gibt es für „Lilly“ als Belohnung Fleischwurststücken.

Petra Marx: „Die hohe Kunst ist es, sich nicht ablenken zu lassen. Das Mantrailing verstärkt die Bindung zwischen Hund und Halter, und die Hunde werden durch die Erfolgserlebnisse selbstbewusster.“

Ablenkung gibt es auch an diesem Morgen. Wie bestellt ist Nachbars Katze da und schaut „Lilly“ herausfordernd an. Und dann ist da auch noch der Fotograf. Doch der Geruch der Versteckperson ist spannender. Die Hündin macht ihre Sache gut.

Barbara, die an diesem Morgen in die Rolle der Versteckperson geschlüpft ist, geht mit ihrem Labrador auch zum Mantrailing. „Wenn ich am Trainingsmorgen anfange die Tasche zu packen, quietscht er schon vor Freude. Mein Hund ist ein talentierter Fährtensucher“, sagt Barbara und warnt lachend: „Das Mantrailing hat Suchtgefahr. Es macht uns beiden so viel Spaß - und wenn man einmal damit angefangen hat...“

„Lilly“ ist jetzt müde. Das herausfiltern von Barbaras Individualgeruch war anstrengend. „Selbst unterschiedliche Temperaturen können dazu führen, dass sich der Geruch anders entwickelt - eine große Herausforderung für den Hund“, sagt Petra Marx. „Im Prinzip ist dieses Training für alle Rassen geeignet. Schwierig wird es bei Boxern und Möpsen, denn „die haben aufgrund der platten Nasen einfach weniger Riechzellen“.

Übrigens: Die Hundetherapeutin ist außerdem gelernte Zahntechnikerin, und seit Oktober macht sie noch eine weitere Ausbildung - zur Heilpraktikerin.